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Kultur David Wnendt schickt „Hitler“ auf Reise
Nachrichten Kultur David Wnendt schickt „Hitler“ auf Reise
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18:57 18.10.2015
„Er ist wieder da“: Adolf Hitler (Oliver Masucci) untersucht eine Computermaus – skeptisch beäugt von Vera (Franziska Wulf). Quelle: constantin
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Babelsberg

Mit seinem preisgekrönten Diplomfilm „Kriegerin“, Porträt über Frauen in der Neonaziszene, hatte David Wnendt 2011 seinen Durchbruch. Dann verfilmte der Absolvent der Filmhochschule „Konrad Wolf“ erfolgreich den Skandalroman „Feuchtgebiete“. Nun schickte der 38-Jährige Adolf Hitler (toll: Oliver Masucci) zu Touristen ans Brandenburger Tor oder 2014 auf die WM-Fanmeile. Wnendt reicherte seine Leinwandversion von Timur Vermes Bestseller „Er ist wieder da“ um den im gegenwärtigen Deutschland wiederauferstandenen Hitler mit dokumentarischen Szenen an.

Wirklich brenzliche Situationen habe Wnendt während des Drehs nicht erlebt. Erschreckend: Die Reaktionen auf den Film-Hitler seien in der Bevölkerung „grundpositiv“ gewesen. Auf der Berliner Fanmeile reckten viele alkoholisierte Besucher den rechten Arm hoch, als sie Masucci in Maske und Montur sahen. „Egal, wie viel ich getrunken hätte, nie würde ich den Hitlergruß zeigen“, so Wnendt.

Der Babelsberger Filmhochschul-Absolvent David Wnendt vor dem Filmplakat. Quelle: AFP

Am „angespanntesten“ sei der Dreh bei einer Neonazi-Internet-Kochshow gewesen. Zusätzlich zu den vermummten Hobbyköchen standen noch andere Neonazis mit Sturmhaube im Raum. „Und die wussten ja, dass wir sie nicht positiv darstellen wollen.“ Bei der (ebenfalls echten) NPD-Demo in Brandenburg an der Havel sei die Polizei besorgt gewesen, wie linke Gegendemonstranten auf die Führer-Figur reagieren. Also gab es nur eine Balkonszene mit Blick auf die Neonazis. Wnendt begab sich auf Deutschlandreise, bevor die Pegida-Demos begannen. „Spürbar war bereits eine gegen Ausländer gerichtete Grundstimmung.“

„Er ist wieder da“, zu sehen in den Thalia-Programmkinos und der UCI Kinowelt, lockte schon in den ersten Tagen mehr als 360 000 Besucher. Nachdem der 38-Jährige wegen kreativer Differenzen mit den Produzenten den Roman „Tschick“ nicht verfilmen wird, will er sich einem eigenen Stoff widmen. Momentan befindet sich der Regisseur in der „Recherchephase“, hält sich bedeckt, wohin die Reise thematisch gehen soll.

Sohn einer Diplomatenfamilie

Regisseur David Wnendt, Jahrgang 1977, wuchs als Sohn einer Diplomatenfamilie unter anderem in Islamabad, Miami, Brüssel auf. Nach einem abgeschlossenen BWL- und Publizistik-Studium an der Freien Universität Berlin und einem einjährigen Filmstudium in Prag ging Wnendt 2004 an die Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ (jetzt Filmuniversität). Sein im rechtsradikalen Milieu angesiedelter Diplomfilm „Kriegerin“ (2012) gewann zahlreiche Preise.

Von Ricarda Nowak

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