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Kultur Debütanten mit reichlich Charisma
Nachrichten Kultur Debütanten mit reichlich Charisma
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07:25 04.11.2016
Sextett aus Leipzig bringt jede Party in Schwung. Quelle: Dominik Wolf
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Potsdam

Sechse kommen durch die ganze Welt. Zumindest der Musik, denn wer wie My Trippin’ Mojo so vertraut ist mit dem Soul und seinen nahen Anverwandten, der braucht nicht befürchten, irgendwo angehalten zu werden. Schon gar nicht von der Musik.Polizei. Denn die Leipziger Truppe um die Sängerin Sabrina Bornmann kennt sich aus, verdammt gut sogar.

Sabrina säuselt, kräht, und wimmert. Stimmlich immer auf der Höhe ihre Aufgaben. Und der Soul, der so manche Facetten hat, wird von ihr und ihren Mitstreitern an Gitarre, Schlagzeug und Bass, auf Saxofon, Trompete, Flügelhorn und diversen Tasteninstrumenten gelebt. Den zehn Stücken ihres Debüt-Albums „Edda’s Garden“ merkt man es an, Ton für Ton. Es grünt und blüht wie in alten Zeiten.

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Der Brite Myles Sanko rollt den ganz breiten Teppich aus: Umgibt der Sänger, der in Ghana geboren wurde und bereits mit Gregory Porter, seine Songs mit mit üppigen Streicher-Arrangements, stark akzentuierenden Bläsern, treibenden Rhythmus-Spezialisten. Und will doch nur er selbst sein. Ist er auch. So raffiniert wie er seine Sicht auf Soul und Jazz definiert. Wer also mitfliegen möchte, merkt sich den 2. Dezember vor. Mr. Sanko spielt dann im Berliner Privatclub.

Myles Sanko: Just Being Me. Légère Recording/Broken Silence.

Aufgepasst! Hier kommt eine feine Lady. Geschult im Gospelchor in Virginia. Dann bekam der Teenager Nicole Wray Besuch von Missy Elliott höchstpersönlich. Die Sängerin und Rapperin war den Gerüchten von einer großen Stimme gefolgt. Die gehörte Nicole, die flugs in die Beletage von HipHop und R&B aufstieg. Zu Missy, Aaliyah oder Timbaland. Bis vor 15 Jahren. Nicole Wray änderte ihren Kurs Zum Soul klassischen Zuschnitts. Nun ist sie Lady Wray. Eine Königin.

Lady Wray: Queen Alone. Big Crown/Groove Attack.

My Trippin’ Mojo ist informiert und wühlt sich mit Inbrunst durch die sechziger und siebziger Jahre. Letztere sind womöglich ein Stück weit präsenter. Weil funkiger. Dafür sorgen die schlingernden Gitarrenfiguren samt Wah-Wah-Effekten, die zwingende Arbeit der Rhythmus-Sektion insgesamt. Da ist das reine Tanzvergnügen mal garantiert. Wie man hört geht die Liebe zu den guten alten Zeiten noch weiter. Denn ihren Erstling spielten die Sechs komplett analog ein. Hinreißend diese tiefe Zuwendung zu einem Stil, der wohl nicht aus der Moder zu kommen scheint. Zum Glück für uns alle.

Konzert: Sonntag, 6. November, um 20 Uhr, Zosch, Berlin-Mitte.

Von Ralf Thürsam

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