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Kultur Der „Bachelor“ und die Ökonomie der Liebe
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09:29 15.03.2016
Leonie und Leonard auf den Bahamas: Ins „Dreamdate“ der beiden hat sich ein kleines Schwein gemischt. Zeit für echte Gefühle. Quelle: RTL
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Stahnsdorf

Wenn Leonard verlegen ist, dann wirft er seinen Kopf nach links und knipst das Lächeln an, in dessen Schutz er alles sagen kann: a) Du fliegst gleich raus, b) ich küsse dich jetzt, c) Baby, meine Muskeln sind der Hammer, oder?

Leonard Freier kommt aus Stahnsdorf (Potsdam-Mittelmark), er ist 31 Jahre alt, arbeitet als Unternehmensberater, im „Bachelor“ bei RTL gibt er den Junggesellen, der von 22 Frauen umworben wird, weil er aussieht, als könne man mit ihm für Fruchtzwerge und eine irgendwie seriöse Geldanlage werben. Er kann das Staatstragende mit dem Hey-ich-bin-ein-Teddybär vereinen, manche Frauen mögen das. Alle Frauen mögen das. Jene jedenfalls, die bei RTL im Fernsehen wohnen.

Der Bachelor ist ein Unternehmer in Sachen Liebe

Freier tritt nicht nur geschäftlich, sondern auch auf seiner Balz als Unternehmer auf, er weiß, mit welchem Gestus, Händedruck und Funkeln in den Augen man der Frau entgegentritt, er weiß, wie man mit ihrem Bruder schäkert und wie der etwas steife Vater angesprochen werden will. Leonard Freier kennt die Ökonomie der Liebe – das macht ihn erfolgreich, aber kühl. Er hat ein kleines Kind von seiner Ex-Freundin, natürlich ist das für die Damen durchweg kein Problem. Natürlich wiederum haben die Damen keine Kinder, denn der Bachelor möchte lieber eine Frau, die ganz für ihn da ist.

Der Bachelor Leonard und Daniela. Quelle: RTL

Leonard Freier ist, so liest man es zwischen den Bildern, sicherlich ein netter Typ, das Herz am rechten Fleck, die Muskeln aufgepumpt, er lispelt etwas, hat einen leichten Silberblick – man kann bedauern, dass dieser Kumpeltyp im Dienst von RTL den Superlover geben soll. Seine Gesten wirken inszeniert, die machohaften und die zärtlichen. Die vorgegebene Dramaturgie ruft ihm ja ständig zu: küssen, fummeln, schmusen, Hoffnung wecken, Hoffnung zerstören! Am Ende wirkt das Flirten überzeichnet, wie in einer Comicserie.

Ein Mann, 22 Frauen

Die sechste Staffel des „Bachelor“ (frei übersetzt: attraktiver Junggeselle) geht an diesem Mittwoch ins Finale, auf RTL ab 21.15 Uhr zu sehen.

Der Stahnsdorfer Unternehmensberater Leonard Freier (31) sucht eine „Lebensgefährtin“, 22 Frauen haben um ihn geworben. 20 musste er laut Regeln der Show heimschicken. Übrig geblieben sind die Lehramtsstudentin Daniela Buchholz (24) aus Hildesheim und Leonie Pump (26) aus Itzehoe, Assistentin der Geschäftsleitung.

Die erste von acht Folgen sahen 4,3 Millionen Zuschauer (13,2 Prozent Marktanteil), am vergangenen Mittwoch schauten 3,14 Millionen Menschen zu (10,1 Prozent).

Er hat sie alle nach Hause geschickt, immer mit gesenktem Kopf. Stets hat er sie, mit Trauer in der Miene, zum Auto geführt, das sie zurück in ihr privates Leben fuhr. Dorthin, wo es keine Kameras mehr gibt. Zwei Frauen blieben übrig, Daniela (blond, 24) und Leonie (blond, 26). An diesem Mittwoch zeigt RTL die Entscheidung.

Gewinnen wird Daniela, wenn man die Zeichen richtig deutet. Sie quietscht vor Vergnügen, wenn sie ihn sieht. Sie werden glücklich sein. Für ein paar Wochen. Bis Leonard den Kopf verlegen senkt. Und irgendwo ein besserer Deal in Aussicht steht.

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Von Lars Grote

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