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Der Mann, der mit den Rosen spielt

Der „Bachelor“ bei RTL Der Mann, der mit den Rosen spielt

Die Handlung der RTL-Dokusoap der „Bachelor“ ist schnell erzählt. Frauen buhlen um einen Mann. Zur Belohnung gibt’s ne Rose. Wer zum Schluss übrig bleibt, gewinnt den Bachelor und seine ewige Liebe. Wahrscheinlich. Der diesjährige Bachelor kommt aus Brandenburg. Wir haben uns die erste Sendung angeschaut – mit einem diffusen Gefühl und das völlig zu Recht.

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Leonard Freier, der Mann mit den Rosen.

Quelle: RTL

Potsdam. Der Bachelor in diesem Jahr kommt aus Brandenburg, Stahnsdorf im Kreis Potsdam-Mittelmark, um genau zu sein. Am Mittwochabend lief die erste Sendung bei RTL. Wir haben genau hingeschaut, wie sich Leonard Freier geschlagen hat und beantworten die wichtigsten Fragen zur Sendung mit den Rosen.

Wie war’s denn so in Folge 1 beim Bachelor?

Generell ist es ganz schön, nach all dem Dschungelcamp mal wieder Menschen in gebügelter Garderobe zu sehen, die sich gewaschen haben und gut riechen (was man vorm Fernseher natürlich nur vermuten kann).

Ist der Bachelor wirklich so ein heißer Typ?

Naja. Er hat Benimm. Das ist schon allerhand für einen, der von 22 jungen Frauen umgarnt wird, die ihn alle anschmachten: Wow! Hey, toll! Was für Augen! Die meisten Männer verlieren den Anstand, wenn sie solche Komplimente hören. Leonard Freier aus Stahnsdorf (Potsdam-Mittelmark) wahrt die Fassung. Tut freundlich. Ist es vielleicht sogar. Er hat einen Silberblick und lispelt leicht. Vielleicht ist so einer davor gefeit, arrogant zu werden. Das wäre sympathisch. Er hat die Frisur von Ken, dem Freund vom Barbie. Nicht so sympathisch wiederum. Doch in dieser Sendung geht es ja um innere Werte. Oder?

Und die Frauen?

Unübersichtliche Gemengelage. Dina fiel auf, weil sie tat, als komme sie von einer Kleinkunstbühne. Rotes Kleidchen wie in der Burlesque. Rotes Hütchen, als verkaufe sie Liebesäpfel auf dem Rummel. Erfrischend anders, diese Frau. Schmückte sich nicht mit diesen ewig zu kurzen oder zu langen Kleidern, die bei Zara im Schaufenster hängen und ein Mädchen zur Frau machen sollen. Die Frauen benahmen sich wie in der ersten Tanzstunde, stöckelten auf den zu hohen Absätzen, näherten sich dem Mann mit einem Kichern und einem „Hi, wie geht’s“. Es war Vorstellungsrunde, jede der Damen sah den Bachelor zum ersten Mal. Es gab das Prinzip Mauerblümchen (Leonie Sophia, sie will einen „Beschützerfreund“) und das Prinzip Ich-will-alles-und-zwar-sofort (Franzi, sie sagte dem Bachelor: „Ich muss dich erstmal scannen“). Leider viele gelbe Kleider und manchmal Wildkatzenmuster bei den Kandidatinnen.

Kaum zu erkennen, der Bachelor

Kaum zu erkennen, der Bachelor. Hinten, ganz hinten steht er. Genau, in der Mitte. Die Frauen um ihn herum, wollen ihn, aber viel lieber ne Rose.

Quelle: RTL

Gibt’s schon eine Favoritin?

Nein. Der Puls muss sich erst legen, die Frauen sind noch Hühner, sie müssen sich justieren, ihre Mitte finden, dann klappt das irgendwann auch mit den geraden Sätzen. Die Spreu wird sich dann bald vom Weizen trennen. Viel bayerische Akzent ist zu hören. Besonders süß klingt das bei Marisa. Aber ist „süß“ ein Kriterium für diesen Bachelor? Oder doch eher „kurvig“ oder „schlagfertig“? Vielleicht sogar „intelligent“? Sehr handfest wirkt zumindest Cindy, die bei der Marine arbeitet, und in ihrer Uniform viel vorteilhafter aussieht als im Abendkleid.

Was ist rätselhaft?

Mal heißt es, der Bachelor sei Versicherungsexperte. Dann sagt er selbst, er sei Unternehmensberater. Vor solchen Typen sollte man sich eigentlich hüten. Am Ende sind das Heiratsschwindler. Aber er unterstützt eine Stiftung, die sich um Kinder kümmert. Er hat ein Herz. Und das ist wichtiger als der Beruf, wie immer der jetzt heißen mag.

Gesamtgefühl nach der ersten Folge?

Diffus. Dieses Loriot-Gefühl macht sich breit: Frauen und Männer passen nicht zueinander. Doch vielleicht schlägt der ganze Nagellack und Lidschatten nur zwischenzeitlich auf den Magen. Morgen ist ein neuer Tag. Vielleicht schlummert ja wirklich eine Prinzessin in diesem Pool der aufgekratzten Mädchen.

Von Lars Grote

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