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Der Mensch Andy Warhol in Oxford

Kunst Der Mensch Andy Warhol in Oxford

Andy Warhol, Begründer der Pop Art, machte das Alltägliche zur Kunst. Dahinter versteckte sich ein komplexer Mensch und Künstler, wie eine neue Ausstellung in Oxford zeigt.

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Andy Warhol 1982 in Berlin.

Quelle: Giehr

Oxford (dpa) – Keine Marilyn Monroe, keine Suppendosen oder Coca-Cola-Flaschen. Das Ashmolean-Museum in Oxford zeigt Andy Warhol (1928-1987) einmal anders.

Der legendäre Pop Art-Künstler und Filmemacher wird aus dem persönlichen Blickwinkel der Privatsammlung des US-Unternehmers und Kunstmäzens Andrew Hall vorgestellt. Dabei spielt auch seine Beziehung zum deutschen Maler und Bildhauer Joseph Beuys eine große Rolle.

"Dies ist auf keinen Fall eine Retrospektive, sondern eine subjektive Auswahl von Werken, die uns helfen sollen, Warhol besser zu verstehen", sagte Kurator Norman Rosenthal der Deutschen Presse-Agentur. Aus der Sammlung sind in Oxford mehr als 100 Gemälde, Zeichnungen und andere Kunstwerke zu sehen, die auch Einblick in die Privatperson Warhol geben sollen. "Wir erzählen durch die Linse des Sammlers eine Original-Geschichte über Andy", sagt Rosenthal.

Für Museumsdirektor Alexander Sturgis ist klar, dass Warhols Bedeutung "mit jeder Dekade wächst". Die Leihgaben enthüllten unbekannte und überraschende Seiten des US-Künstlers. Die chronologisch angelegte Ausstellung "Andy Warhol: Werke aus der Sammlung Hall" beginnt mit Frühwerken aus den 1960er Jahren, inklusive einem Selbstporträt von 1967, bunten Blumenbildern und der Porträt-Serie "The American Man".

Im zweiten Raum wird eine ganze Wand der Beziehung des US-Künstlers zu dem deutschen Maler und Bildhauer Joseph Beuys (1921-1986) gewidmet. Beuys ist auf 19, auf Wäschebeuteln gefertigten, Siebdrucken mit dem typischen Filzhut verewigt. Sie hängen zwischen einem Porträt von Willy Brandt (1976) und einer rosa eingefärbten Mao-Serie von 1979.

Trotz ihrer zutiefst unterschiedlichen künstlerischen, gesellschaftlichen und politischen Standpunkte hatten Warhol und Beuys nach ihrem ersten Treffen in Düsseldorf 1979 sofort einen Draht zueinander, erzählt Rosenthal. Warhol, dessen Familienwurzeln in der heutigen Slowakei liegen, habe in den Porträts von Beuys den "Geist der deutschen romantischen Tradition" eingefangen. "Beuys erscheint wie ein Gespenst, in einer romantischen Anspielung auf den Tod", so Rosenthal. "Das Erstaunliche an Warhol ist, dass er den Zeitgeist spürt und alles auf den Punkt bringt."

Der Kurator sieht Warhol und Beuys als "Giganten der Nachkriegskunst und Signalfiguren ihrer Zeit". Beide hätten das große Talent, das Offensichtliche in Kunst zu verwandeln. Beide wurden dabei zu öffentlichen Personen. Über seine Bekanntschaft mit Beuys schrieb Warhol dem Ausstellungskatalog zufolge: "Ich mag seine politische Haltung...Er sollte in den USA politisch aktiv werden...er sollte Präsident werden."

Einblick gibt die Ausstellung auch in Warhols Filmarbeiten und zu seinen ernsthaften Erwägungen, dem Film endgültig Vorrang vor der Malerei zu geben. Bemerkenswert sind eine Reihe von selten in der Öffentlichkeit gezeigten Porträtzeichnungen in Bleistift von Prominenten, darunter die Filmstars Ingrid Bergman und Jane Fonda. "Warhol war ein natürlicher Zeichner, seine Linie so schön wie Matisse", sagt Rosenthal. Für ihn ist Warhol ein "großer abstrakter Expressionist".

Der Abschluss der Ausstellung gibt dem Besucher Einblick in das Innere des Katholiken Warhol, in seiner Auseinandersetzung mit Religion, Tod und Sexualität. Warhol, der im Februar 1987 nach einer Gallenblasenoperation im Alter von 58 Jahren starb, hatte seit einem Attentat auf ihn 1968 eine Vorahnung vom Tod, so Rosenthal. Dies werde in seinen Spätwerken deutlich, wie zum Beispiel der Serie "Positive/Negative", dem Selbstbildnis mit "Schreck"-Perücke, Gemälden zum Thema Abendmahl und einem seiner letzten Werke, "Heaven and Hell are just a breath away" (Himmel und Hölle sind nur einen Atemzug entfernt.)

Viele der Leihgaben aus der Sammlung von Andrew und Christine Hall sind in der Ausstellung erstmals in Europa zu sehen. Hall, umstrittener US-Unternehmer, Finanzier und Kunstmäzen, hatte vor rund zehn Jahren Schloss Derneburg, den früheren Wohnsitz von Georg Baselitz bei Hildesheim, gekauft. Er will dort ab 2017 in einem privaten Museum seine rund 5000 Werke umfassende Sammlung bedeutender Nachkriegskunst, vor allem deutscher Künstler, zeigen.

dpa

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