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02:16 11.07.2015
Künstler Fredo Folcini inmitten seiner Bilder. Quelle: Bernd Gartenschläger
Babelsberg

Bescheidenheit ist Fredo Folcinis Sache nicht. „So lange Hasso Plattners Museum Barberini noch nicht steht, muss ich gegenüber ausstellen.“ Sagt’s und freut sich über das gelungene Bonmot. „Gegenüber“ meint die Nikolaikirche. Dort zeigt der Babelsberger Künstler ab 13. August unter dem poetischen Motto „Nicht jeder, der wandert, geht verloren“ seine Bilder – darunter das schon in mehreren Schauen gezeigte neonfarbene Tango-Tänzer-Paar. Bis dahin will, muss Folcini produktiv sein, ein paar „großflächige“ Werke schaffen.

Seit gerade mal zwei Jahren versteht sich der Filmregisseur und Radiomoderator auch als Maler. Zunächst wollte er nur eine Handvoll Bilder für die „teuerste Ausstellung Europas“ auf Leinwand bringen und dann „nie wieder einen Pinsel anfassen“. Doch Folcini überlegte es sich anders, angespornt durch positive Kritiken. „Viele fragen mich nach einer Technik, die ich gar nicht beherrsche. Ideen muss man haben. Das Entscheidende sind die Motive.“ Als Folcini sich in ein Buch über ägyptische Kultur vertiefte, malte er einen ägyptischen Sarg. So einfach kann das mit der Inspiration sein. Folcinis Stil ist es, keinen ausgeprägten Stil zu haben. Einflüsse von Pop Art und Action Painting lassen sich entdecken. Dann wieder gibt es Bilder, die Gerhard-Richter-mäßig aussehen.

Der 56-Jährige erzählt von Ausstellungen in diesem Jahr in Barcelona, Lissabon, Malaga. Bis zum weltberühmten Auktionshaus „Sotheby’s“ sei er vorgedrungen. Und so hängt ein Folcini in der „Sotheby’s“-Filiale in Palma de Mallorca. Und ein weiterer beim georgischen Vize-Verteidigungsminister in den heimischen vier Wänden – ein Geschenk. Klingt unglaubwürdig? Nee. Besagter Herr war vor seinem Aufstieg in Potsdam, man lernte sich kennen und mochte sich. Wer Folcini, den eloquenten Hans-Dampf-in-allen-Gassen, erlebt, glaubt ihm.

„Meine Bilder sind wie Aktien – mit dem Unterschied: Die Bilder können nicht fallen.“ Wieder so ein Spruch, der sitzt. Und, wer weiß. Vielleicht wird ja irgendwann Software-Unternehmer und Kunst-Mäzen Hasso Plattner tatsächlich auf Fredo Folcini aufmerksam.

Von Ricarda Nowak

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