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„Langeweile macht kreativ“

Der Potsdamer Alexander Schubert spielt in neuer ZDF-Sitcom „Langeweile macht kreativ“

In der sechsteiligen ZDF-Sitcom „...und dann noch Paula“ spielt Alexander Schubert, bekannt aus der „heute-show“, den ausgebrannten Sternekoch Oliver Rettler und Vater wider Willen. Zurzeit dreht Schubert schon wieder fürs nächste Comedy-Projekt. Seiner Heimatstadt Potsdam will der 45-Jährige treu bleiben.

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Alexander Schubert als gestresster Sternekoch Oliver Rettler.

Quelle: ZDF/Frank Dicks

Potsdam. Ob als schnöseliger Reporter Albrecht von Humboldt in der satirischen “Heute-Show“ oder aktuell als burn-out-geplagter Sternekoch Oliver Rettler in der neuen ZDF-Sitcom „...und dann noch Paula“ – Alexander Schubert ist der Mann fürs Komische, kann großartig bissige Sprüche („Afrikaner haben Zeit, wir haben Uhren“) raushauen und super den Waidwundes-Reh-Blick aufsetzen. Für viele Schauspieler gleicht das künstlerische Schubladentum ja einer Katastrophe, nicht jedoch für ihn: „Ich bin in der Humor-Schublade drin, ja, aber deshalb nicht sauer – im Gegenteil, es macht Spaß“, sagt der Potsdamer, den wir gerade in Köln in einer Drehpause zum Telefonat erwischen. Dort steht Schubert für ein – na klar – ZDF-Comedy-Format namens „Sketch-History“ vor der Kamera. „Wir nehmen Weltereignisse von der Urzeit bis zum Mauerfall aufs Korn, das wird eine großartige Show.“

Bevor Schubert die Geschichte im TV humoristisch umschreibt, dürfen ihn Fernsehzuschauer erstmal als überkandidelter Spitzenkoch erleben, der plötzlich und unerwartet zu einer Teenie-Tochter (gespielt von Amelie Plaas-Link) kommt. Chaos pur. „Ist doch nicht wesentlich anders, als wenn man auf konservativem Weg Vater wird. Das ganze Leben dreht sich auf links“, sagt Schubert, Vater einer Neunjährigen. „Insofern konnte ich mich in Olivers Figur dort gut hineinversetzen.“

Und Olivers penibles, perfektionistisches Wesen? Gibt es dort etwa Ähnlichkeiten? „Mein Job verlangt eine gewisse Portion Disziplin. Ich würde mich nicht als pedantisch bezeichnen, hab es aber gern, wenn die Dinge nach Plan laufen. Das beruhigt mich und macht mich zufrieden“, sagt Schubert, der einst zur Potsdamer Hausbesetzerszene gehörte. Im Privaten lässt der 45-Jährige dagegen gern das „Gemütspendel in die andere Richtung schwingen“. Wer jetzt ausschweifende Partys vermutet, liegt falsch. „Die ganz wilde Zeit liegt hinter mir.“ Während Dreharbeiten sei er halt viel verplant, „fremdgesteuert“, habe viel „auf der Uhr“. An freien Tagen fröne der Schauspieler deshalb gern der Langeweile: „Das macht kreativ, ist wichtig für die geistige Hygiene. In einem Job, in dem man immer Output gibt, muss man Dinge auch verarbeiten.“ Beispielsweise den verstopften Abfluss daheim mal selbst zu reparieren, gehöre ebenfalls zu Schuberts Entspannungskonzept.

Wie schwer ist es, auf Knopfdruck lustig zu sein, auch wenn die persönliche Stimmungslage eher bei Moll liegt? „Sicher, man steht nicht jeden Morgen auf und klatscht sich vor Lachen auf die Schenkel“, sagt Schubert. Aber: „Der Appetit kommt beim Essen. Wenn man am Set mit dem Umfeld, mit seinen Texten konfrontiert ist, dann findet man schnell in die Rolle und ordnet sich dem Format unter. Damit hatte ich noch nie ein Problem.“ Dass Schubert einmal Schauspieler wird, war trotz familiärer „Vorbelastung“ – sein Vater war der 2008 verstorbene Mime Günter Schubert („Polizeiruf: Der Mann im Baum“) – und eines bemerkenswerten Auftritts im DDR-Fernsehfilm „Jeder träumt von einem Pferd“ (1987) nicht selbstverständlich. Vor der Wende „hatte mir der Beruf zu viel mit Zensur zu tun, ich habe es zu Hause oft erlebt, wie mein Vater und Kollegen über die Verhältnisse gemeckerten“. Nach dem Systemumsturz legte der Junior los.

Momentan pendelt Schubert viel zwischen Köln und Potsdam, manchmal nach München. Aber deshalb seine Geburtsstadt verlassen? „Wer seinem Job hinterher reist, hat dann wieder woanders zu tun. Pendeln gehört halt zum Job.“ Potsdam hat Schubert nie verlassen. Und das soll auch so bleiben. „Potsdam ist meine Heimat.“

Bekannt dank Comedy

Alexander Schubert ist der Sohn des Schauspielers Günther Schubert (1938-2008, „Polizeiruf 110“). Der Junior machte bei der Defa eine Lehre zum Filmstuckateur, studierte 1992 bis 1998 an der Filmhochschule „Konrad Wolf“. Ende der 1980er gründete Schubert mit Fayd Jungnickel (heute Kameramann) und Tom Zickler (Produzent von Til Schweigers Kinohits) „Film & Foto Man Ray“. Das Trio drehte experimentelle Schwarz-weiß-Filme.

Seine erste Rolle spielte Schubert 1987 im DDR-TV-Film „Jeder träumt von einem Pferd“. Bekannt wurde er mit Comedy-Serien wie „Zack! Comedy nach Maß“, gehört seit 2010 zum Ensemble der ZDF-“heute-show“. Aktuell im Kino ist Schubert mit der Komödie „Abschussfahrt“.

„...und dann noch Paula“ erzählt vom „Crazy Koch“ Oliver und seiner Teenie-Tochter. ZDF, freitags, 22.30 Uhr.

 

Von Ricarda Nowak

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