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Nachrichten Kultur Schauspieler Guido Lambrecht spielt im neuen Brecht-Film mit
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01:15 13.09.2018
Der Schauspieler Guido Lambrecht. Quelle: Karim Saab
Potsdam

Anspielungen auf Nachnamen verbieten sich eigentlich. Aber Brecht ist derzeit ein prägender Teil auch im Leben von Guido Lambrecht. Vor einer Probe des Stückes „Der gute Mensch von Sezuan“, das am 6. Oktober in Potsdam Premiere feiert, erzählt der Schauspieler über den Kinofilm „Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm“, der am Donnerstag in die Kinos kommt. Lambrecht steht auch hier auf der Besetzungsliste. „Ich habe keine Riesenrolle“, sagt er. „Aber ich freue mich, dass ich bei einem experimentierfreudigen Projekt mitmachen durfte, dass es endlich einmal wagt, diesen Brecht nicht als erstarrtes Denkmal zu zeigen.“

Dabei ist Lambrecht gar kein typischer Brecht-Schauspieler, denn er interessiert sich durchaus für die psychologische Konstitution seiner Figuren. Der 50-Jährige ist ein neues Gesicht im Ensemble des Hans-Otto-Theaters. Der agile Einmetersiebzig-Mann ist gerade mit seiner Frau Anne, dem siebenjährigen Sohn Gustav und dem temperamentvollen ungarischen Jagdhund Dante von Köln nach Potsdam gezogen. „Übrigens bin ich schon Opa“, lässt er nebenbei blicken. Seine 22-jährige Tochter, ebenfalls Schauspielerin, lebt mit ihrer Familie in Berlin. Vor allem freut sich Lambrecht, wieder näher bei seinen Eltern zu sein. Die leben noch in seiner Geburtsstadt Dessau. Mutter Christine trat in der DDR als Autorin mit dem Buch „Männerbekanntschaften“ in Erscheinung, Vater Gerhard hat sich nach der Wende in Dessau als Kulturamtsleiter für die Wiederbelebung der Bauhaus-Tradition stark gemacht. In einem der heutigen Meisterhäuser hatte Guido als Schüler noch Judotraining.

Kaum anzunehmen, dass es den viel beschäftigten Schauspieler lange in Potsdam halten wird. Phasenweise hat er lieber frei gearbeitet, er kann aber auch eine eindrucksvolle Liste fester Engagements vorweisen: sieben Jahre Schauspiel Leipzig, fünf Jahre Schauspielhaus Hamburg und fünf Jahre Schauspiel Köln. Nimmt sich da nicht Potsdam wie ein Abstieg aus? „Keineswegs, ich genieße es, mal nicht in einem Umfeld zu sein, wo man nur über die Nominierungen zum nächsten Theatertreffen nachdenkt oder über die Frage, ob einen der Frank besetzt hat.“ (Gemeint ist Castorf.)

Lambrecht hat schon viele Koryphäen des Regietheaters erlebt, etwa Sebastian Hartmann, Armin Petras, Sebastian Baumgarten und Stefan Pucher. In Potsdam muss er nun mit weniger bekannten Regietalenten Vorlieb nehmen, worauf er sich aber freut. Malte Kreutzfeldt hat für den „Mensch von Sezuan“ auch das Bühnenbild gemacht. „Sein Bühnenbild gefällt mir schon einmal sehr gut. Ich weiß gar nicht, ob ich das verraten darf: Die ganze Bühne ist eine Wasserfläche, und es wird viel mit Licht gearbeitet.“ Am 1. März spielt Lambrecht dann den Hauke Haien im „Schimmelreiter“ nach Theodor Storm.

In dem opulenten „Dreigroschenfilm“ mit Lars Eidinger als Brecht und Robert Stadlober als Kurt Weill in den Hauptrollen ist er als Chefdramaturg einer Produktionsfirma zu erleben, die den Bühnenerfolg der „Dreigroschenoper“ auf die Leinwand übertragen möchte. „Ich bin sozusagen der Böse, weil ich rein wirtschaftliche Interessen verfolge“, sagt er und erzählt über die Dreharbeiten in imposanten Häusern in Heilbronn und Gent. Erst gestern Abend konnte er den fertigen Film im Berliner Zoopalast sehen, da feierte die Crew Premiere.

Brecht-Spezialist Joachim A. Lang hat zehn Jahre lang mit den Brecht-Erben verhandelt, um überhaupt die Genehmigung zu erhalten. „Trotz der Gesangsszenen ist der Film keine leichte Kost. Eidinger als Brecht spricht nur Originalzitate. Das ist sicher kein Mainstream“, weiß Lambrecht. Doch wer den Trailer gesehen hat, staunt über die üppige Ausstattung und die Kostüme. Außerdem ist der Film mit vielen beliebten Schauspieler wie Hannah Herzsprung und Joachim Krol besetzt und auch der Sänger Max Raabe wirkt mit. „Vor allem kann man eine Menge über Brecht und seine Ansichten über Theater und Film lernen“, so Lambrecht.

Von Karim Saab

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