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Kultur Der Rock’n’Roll wird museumsreif
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12:53 04.04.2019
Eine Besucherin besichtigt in der Ausstellung „Play It Loud: Instruments of Rock & Roll“ Gitarren. Die Instrumente berühmter Musiker bekommen eine eigene Ausstellung im renommierten New Yorker Metropolitan Museum. Quelle: dpa
New York

„Vor vielen Jahren bin ich nach New York gezogen und direkt am ersten Tag ins Metropolitan Museum gegangen. Aber niemals hätte ich mir erträumen können, dass ich eines Tages hier Gitarre spielen würde“, sagt Don Felder (71). Am Montagabend war es dann soweit. Der langjährige Gitarrist der „Eagles“ griff in die Saiten jenes Instruments, auf dem er 1976 die Melodie zu „Hotel California“ komponiert hatte. Es wurde zum größten Hit der Band und zur Erkennungsmelodie einer ganzen Generation. Zwischen den antiken Statuen im New Yorker „Met“ spielte Don Felder nun noch einmal die altbekannten Noten an – zur Feier der bevorstehenden Eröffnung einer Ausstellung, die den Rock’n’Roll ins Museum bringt: Am 8. April eröffnet im „Met“, dem renommierten Kunsttempel am Central Park in Manhattan, „Play It Loud: Instruments of Rock & Roll“. Bis zum 1. Oktober zeigt die ungewöhnliche Schau mehr als 130 Instrumente aus den vergangenen acht Jahrzehnten von berühmten Musikern. Jimi Hendrix’ elektrische „Love Drops“, die der „Gitarrengott“ eigenhändig verziert hat, ist ebenso dabei wie Eric Claptons „Blackie“ und Eddie Van Halen’s „Frankenstein”.

Treffen der Rocklegenden

Das feierliche Pre-Opening am Montagabend ist ein Treffen der Rocklegenden. Jimmy Page von Led Zeppelin und Tina Weymouth von den Talking Heads sind gekommen, die Rapper Black Thought und Questlove von „The Roots“ und Steve Miller performen im Museum, Konzeptkünstler Jeff Koons huldigt den Ikonen der Rockmusik. Es handele sich um die erste große Ausstellung in einem Kunstmuseum, die ausschließlich Rock-’n’- Roll-Instrumente zum Thema habe, sagt der österreichische Chef des Museums, Max Hollein, selbst bekennender Fan von Rock- und Punkmusik.„,Play it Loud’ feiert ein prägendes Kapitel von Kunst und Kultur im 20. Jahrhundert und die außergewöhnlichen Objekte dieser Schau überliefern Leidenschaft, Rebellion, Experimentierfreude und Erneuerungskraft des Rock’n’Roll“, sagt Hollein.

Seit August 2018 führt der 49-jährige Museumsmanager das Metropolitan Museum. Er ist einer der weltweit kreativsten Köpfe der gegenwärtigen Kunstszene, der seine Ideen auch gegen Widerstände durch- und publikumswirksam umzusetzen weiß. Manche Kollegen am Museum hätten von der Idee dieser Schau länger überzeugt werden müssen. Die Organisation habe sich dann aber nicht groß von der anderer Ausstellungen unterschieden. „Es gibt die gleichen Schwierigkeiten bei einer Schau über Picasso und bei einer Schau über Gitarren. Die nächste Stufe wäre eine Ausstellung über Picasso und Gitarren.“ Möglichst viele Bälle in der Luft zu halten, mit Ideen zu jonglieren und ihr Potenzial auszureizen und den Moment abzuwarten, bis alle Kugeln auf den richtigen Punkt fallen können, das sei eine seiner wohl entscheidenden Stärken, hat Hollein vor fünf Jahren in einem Interview mit der „Zeit“ erklärt.

Da war er noch Direktor der Kunsthalle Schirn, des Städel Museums und des Liebighauses in Frankfurt – ein Dreifachjob, den Hollein scheinbar aus dem Handgelenk managte – und führte die Häuser mit immer neuen, innovativen Schauen von Erfolg zu Erfolg. Jetzt ist der Sohn des Architekten Hans Hollein als Direktor des größten Kunstmuseums der USA verantwortlich für 2200 Mitarbeiter, mehr als drei Millionen Kunstwerke und einen Jahresetat von mehr als 300 Millionen Dollar. Dass sein Kunstbegriff weit über den Rahmen eines klassischen Kunsttempels im Zuschnitt des „Met“ hinausreicht, zeigt die jüngste Schau geradezu lautstark.

Von Regine Ley/RND

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