Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Kultur Der Neuruppiner Max Rothbart ist seit 2016 gesetzt
Nachrichten Kultur Der Neuruppiner Max Rothbart ist seit 2016 gesetzt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:45 30.01.2019
Szene aus „Hotel Strindberg“: Max Rothbart liegt im oberen Raum auf dem Bett. Die Inszenierung kommt im Mai nach Berlin. Quelle: Foto: Sandra Then
Berlin

Die Wahrscheinlichkeit für einen Fünfer im Lotto steht bei eins zu 542 008. Max Rothbart hat gestern einen Gewinn eingefahren, der so noch nie eingetreten sein dürfte. Zum fünften Mal in Folge wird der erst 28-Jährige in diesem Jahr bei einer Aufführung des Berliner Theatertreffens auf der Bühne stehen. Die meisten professionellen Schauspieler schätzen sich bereits überglücklich, wenn ihnen einmal im Leben diese Auszeichnung widerfährt. Das jährlich durchgeführte Theatertreffen ist zwar nicht unumstritten, gilt aber als einzigartige Leistungsschau der Branche, bei der neue Trends, innovative Spielansätze und Regiehandschriften zu entdecken sind. Jedes Jahr ermittelt eine siebenköpfige Jury die zehn bemerkenswertesten Inszenierungen im deutschsprachigen Raum. Die Auswahl für 2019 wurde gestern im Haus der Berliner Festspiele bekannt gegeben.

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!“

Die meisten Zeitungen heben heute in ihrer Berichterstattung die Überraschung heraus, dass sich das Staatsschauspiel Dresden in Berlin gleich mit zwei Inszenierungen empfehlen darf. Auch im Dortmunder Schauspielhaus und in den Münchner Kammerspielen knallten gestern die Sektkorken. Renommierte Häuser in Zürich, Hamburg und Berlin hatten dagegen das Nachsehen. Aus ihren aktuellen Spielplänen kam keine Aufführung auf die Top-10-Bestenliste. „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!“, skandieren gewöhnlich die auswärtigen Ensemble, wenn die Jury für sie plädiert.

Aufgewachsen in Neuruppin

Für Max Rothbart ist die Fahrt in die deutsche Hauptstadt eine Heimkehr. Er wurde 1990 in Berlin geboren, wo sein Vater, der Verleger Uwe Warnke, heute noch lebt. Seit der Spielzeit 2015/15 ist Rothbart festes Ensemble-Mitglied am Theater Basel. Doch eigentlich fühlt er sich als Brandenburger. Im Alter von acht Jahren verschlug es ihn mit seiner Mutter, der Lehrerin Christine Böthig, in das Dorf Zechlin. Er wuchs mit seinem Stiefvater Peter Böthig auf, der das Tucholsky-Museum in Rheinsberg leitet. Die Familie zog dann nach Neuruppin, wo Max das Evangelische Gymnasium besuchte. Sein Abschlusszeugnis war mit einem Schnitt von 1,1 so gut, dass er einen Medizinstudienplatz an der Berliner Humboldt-Universität ergattern konnte. Aber schon im ersten Semester wurde ihm klar, dass er nicht Arzt, sondern Schauspieler werden möchte.

Gelernt ist gelernt

Den Keim dafür hatte eine Theater AG an der Jugendkunstschule Neuruppin gelegt. Sebastian Eggers, der Leiter des „Theaters ohne Bühne“, zeigte seinem Eleven Max damals schon Atemübungen, die er heute noch vor jeder Aufführung praktiziert, um sich aufzuwärmen. Auch der Neuruppiner Musikschule und ihrer Bigband verdankt Max Rothbart wichtige Impulse. Auf seinem Steckbrief als Schauspieler heißt es: „Schlagzeug – professionell“, „Didgeridoo – gut“, „Gitarre (akustisch) – gut“, „Klavier – Grundkenntnisse“. Dass er in seinen Ferien wiederholt nach Griechenland gefahren ist, um dort Syrern und Afghanen Schauspielunterricht zu erteilen, mag mit seiner Prägung durch die Junge Gemeinde in Neuruppin zu tun haben. Der Freie-Heide-Pfarrer Benedikt Schirge hat ihn konfirmiert.

Gelegenheit für Familientreffen

Max Rothbart freut sich auf die Gastspiele in Berlin, weil seine alten Freunde, seine Eltern und die beiden jüngeren Brüder anreisen werden, um zu sehen, was er aktuell als Schauspieler treibt. Vor einem Jahr ist der 1,80 Meter große Mann Vater geworden. Und wenn sein Sohn Elmo und seine Frau, eine Ärztin, die aus dem Fürstentum Liechtenstein stammt, mitkommen können, wächst sich das Theatertreffen für ihn zu einem Familientreffen aus.

Der Schauspieler Max Rothbart. Quelle: LUCIAN HUNZIKER

Wann genau die Gastspiele zwischen dem 3. und dem 19. Mai liegen, wird erst am 5. April bekannt gegeben. Fest steht aber, dass Rothbart in diesem Jahr sogar bei zwei der zehn Einladungen mitwirkt. In „Tartuffe oder das Schwein der Weisen“ spielt er Cléante, einen Mann von kühnem Verstand. Der Popmusiker PeterLicht hat aus dem Moliere-Klassiker eine aktuelle Version hergestellt. Und in „Hotel Strindberg“, einer Gemeinschaftsproduktion des Theaters Basel mit dem Burgtheater Wien, vergegenwärtigt er mit Martin Wuttke und weiteren sieben Schauspielern die Beziehungsprobleme in einem offenen Haus.

Wechsel von Basel nach München

Das Theater Basel unter Intendant Andreas Beck stellt weniger die schauspielerischen Einzelleistungen in den Vordergrund, sondern die homogene Umsetzung innovativer Regie-Ideen. Das war auch schon das Erfolgsrezept für die Nominierungen 2016 („John Gabriel Borkman“), 2017 („Drei Schwestern“) und 2018 („Woyzeck“).

Ende der Spielzeit wird Max Rothbart ans Residenztheater München wechseln – mit Intendant Beck, der dort seine nächste Ära startet. Mal sehen, ob Max Rothbart dann wieder so regelmäßig Dienstreisen in seine Geburtsstadt bekommt.

Von Karim Saab

Ein Mädchen wird in Südafrika der beste Freund einer Raubkatze. In „Mia und der Weiße Löwe“ (Kinostart am 31. Januar) wird diese Freundschaft auf eine harte Probe gestellt.

30.01.2019

Wegen einer schweren Infektion der oberen Atemwege muss Hardrock-Ikone Ozzy Osbourne seine „No More Tours 2“ in Europa absagen. Betroffen sind auch fünf Konzerte in Deutschland und der Schweiz.

30.01.2019

Was dürfen Hobbyschatzsucher – und was nicht? Das sollte im Fall der von Max Schöps gefundenen „Hitlermühle“ vor Gericht geklärt werden. Doch ganz eindeutig fiel die Antwort in München nicht aus.

30.01.2019