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Nachrichten Kultur Der Westen entdeckt Manfred Krugs DDR-Lieder
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18:02 12.02.2017
Zum Abschluss interpretieren sie das Krug-Lied „Alles geht einmal zu Ende“ gemeinsam: Stefan Gwildis (l.), Axel Prahl, Juliano Rossi, Fanny Krug (mit Mikro), Lisa Herbolzheimer, Uschi Brüning und Joy Fleming (r., sitzend). Dahinter die Manfred-Krug-Band.                                                           Quelle: Foto: Katrin Marx
Potsdam

Nachdem Manfred Krug 2001 als Schauspieler abtrat, zog er sich ins Privatleben zurück. Der Film- und Fernsehstar machte nur noch das, was ihm lebenswichtig erschien: Er sang.

1977, nach seinem Weggang aus der DDR, war seine Karriere als deutschsprachiger Interpret amerikanischer Swingmusik ins Stocken geraten. Das Genre „gehobene Unterhaltung“ hatte in den westdeutschen Medien einen schweren Stand. Dort kannte auch kaum einer Krugs vier Amiga-Platten, für die „Manne“ in der DDR so heiß geliebt wurde. Krug produzierte im Westen 1979 zwar mit Peter Herbolzheimer noch das Album „Da bist du ja“ und ab 1996 mit Charles Brauer für die ARD noch 17 „Tatort“-Songs. Doch sein musikalisches Hauptwerk auf DDR-Alben wie „Das war nur ein Moment“ (1971) oder „Greens“ (1975) fand im Westen offenbar keine Beachtung.

Manfred Krug wollte mit der geplanten CD „Meine Lieder“ noch einmal aus diesem Fundus schöpfen. Sein plötzlicher Tod hat deutlich gemacht, dass seine alte Lieder auch bei Westkollegen hoch im Kurs stehen. Nicht nur Schauspieler-Kollegen wie Axel Prahl und Ulrich Tukur, auch Matadore der Musikbranche wie Gunter Gabriel und Joy Fleming, Stefan Gwildis und Heinz Rudolf Kunze beteiligten sich an der Hommage für Manfred Krug. Schnell fanden sich 15 Promis, die „Seine Lieder“ neu eingesungen haben. Die Ostler Uschi Brüning, Jan Josef Liefers und die Prinzen sind deutlich in der Minderheit.

Den Musikredakteuren von Antenne Brandenburg ist es am Freitagabend gelungen, wenigstens sieben von ihnen sowie das 60-köpfige Filmorchester für ein exklusives Studiokonzert zusammenzutrommeln. Unter den Gästen in Babelsberg war neben Tochter Fanny auch Ottilie Krug, die mit Manfred mehr als 50 Jahre verheiratet war. Die strahlende, tapfere, hagere Dame blieb gefasst, als das Orchester in vielen Klangfarben und Fortissimo in „Das geht mir ans Herz“ das Gefühl der Trauer ausmalte. Ansonsten dominierte die Manfred-Krug-Band, deren Schlagzeuger Wolfgang „Zicke“ Schneider seit Anbeginn dabei ist.

„Die Nacht ist um“ singt Uschi Brüning gar allein mit einem E-Piano, ihre lyrische Stimme fein nuancierend. Nach den Auftritten entlockt Moderatorin Tina Knop den Interpreten noch ein paar persönliche Worte über ihr Verhältnis zu Manfred Krug. Uschi Brüning wirft ein, dass die Ehre auch Günter Fischer, dem Komponisten der Lieder, gebühre. Krug hatte mit Fischer Anfang der 1990er Jahre gebrochen, nachdem er aus den Akten von dessen Tätigkeit als Stasispitzel erfahren musste. Juliano Rossi, der im Duett mit der Lisa Herbolzheimer auftrat, ließ daraufhin den von Krug eingesetzten Arrangeur und Mann am Klavier, den Hannoveraner Lutz Krajewski, hochleben. Der erzählte von seiner Begegnung mit Krug im Sommer 2016. „Aus ein paar Songs habe ich das Tempo rausgenommen. Krug war ganz erstaunt. - ,Was, so schnell habe ich das früher gesungen‘?“

Dass Krug die Texte alle selbst geschrieben hat, in denen sich auch mal „Schnee“ auf „Dekolletee“ reimt, war lange ein Geheimnis. Aus ihnen spricht sein Charakter, der Raubeinigkeit und Zärtlichkeit, Unverfrorenheit und Charme, Schalk und Melancholie, Realismus und ein Sich-Wegträumen vereint. Krugs unfrisiertem Temperament und seiner Musikalität am nächsten kommt der Soulsänger Stefan Gwildis, der scheinbar ohne Aufwand Lieder wie „Sie“ anstimmt. Joy Fleming verleiht dem Verliebten-Lied „Du bis heute wie neu“ eine röhrende Emphase. Und Tatort-Kommissar Axel Prahl muss schon seine ganze charmante Hemdsärmeligkeit ausspielen, wenn er dem verehrten„Manne“ nacheifert.

Von Karim Saab

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