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Kultur Rundum rabiater Radau
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14:38 01.11.2018
Spenden Kraft in irren Zeiten: Saint Agnes aus London. Quelle: Promo
Potsdam

Niemand hat die Absicht, Sprüche wie diesen zu hören: Rock ‚n’ Roll ist tot! Voll daneben. Denn Saint Agnes aus dem Osten Londons sind der äußerst lebendige Beweis und Ohrenöffner dafür, dass so ein Spruch nur eine sehr, sehr dumme Behauptung ist. Denn der Vierer um die beiden Anführer Kitty Arabella Austen und Jon Tufnell kann nämlich ganz, ganz laut. Und schrundig und schmutzig.

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Geldgierige Regierungen, durchgeknallte Erfinder, und roter glänzender verführerischer Schleim aus dem Meer, der Menschen gefügig macht. Dann ist da noch Futureman. Ein geheimnisvolles Wesen, das die Welt von dem Übel befreien soll. Klingt B-Movie. Ist aber eine Musik gewordene schräge Geschichte, die sich Harvey Rushmore & The Octopus aus der Schweiz ausgedacht haben. Daher strecken sie ihre Tentakel auch in ganz verschiedene Richtungen aus. Der Vierer greift nach Sounds aus Billig-Keyboards und fies wühlenden Gitarren. Fühlt sich zudem wohl im scheppernden Garagen-Rock und kreiert verzerrte, wabernde, vom Genuss chemischer Substanzen herrührende Song-Muster. Ein Hör-Spiel-Genuss. Harvey Rushmore & The Octopus gastieren am Sonntag, dem 11. November, um 20 Uhr in der 8 mm Bar in Berlin-Prenzlauer Berg.

Harvey Rushmore & The Octopus: Futurman. A Tree In The Field/Broken Silence.

Mit den Ar-Kaics beginnt eine Reise zurück: In eine grandiose Zeit, in der sich beobachten ließ, wie der Beat seine Unschuld verlor, sich anderen Einflüssen und ausgefalleneren Experimenten öffnete. Alles im Aufbruch. Eben noch die Beatles und die Byrds, plötzlich eine ruckartige Bewegung hin zu verhallten psychedelischen Songs oder scheppernden Stücken von Velvet Underground. Die Ar-Kaics aus Richmond im US-Bundesstaat Virginia durchmessen diese Ära noch einmal. Übrigens eine treffliche Anregung, die Originale wieder mal rauszukramen.

The Ar-Kaics: In This Time. Groove Attack/The Orchard.

Der köstlich rabiate Radau, den die Truppe veranstaltet, speist sich aus zwei immens wichtigen Quellen: Zum einen dem psychedelisch enthemmtem Rock und dem wüst stampfendem Blues zum anderen. Bausteine, die völlig ausreichen, um den fundamentalen Glauben an den Rock ‚n’ Roll wieder aufzurichten. Es geht also um eine Glaubensfrage. Demnach hat die keusche Märtyrerin aus Rom, die im dritten Jahrhundert für ihren christliche Überzeugungen starb, keineswegs etwas zu schaffen mit dem Namen der Band. Die ruft eher nach dem Teufel, der sie nach Haus bringen soll...

Das Konzert: Saint Agnes spielen am Donnerstag, dem 1. November, um 20 Uhr im Cassiopeia in Berlin-Friedrichshain.

Von Ralf Thürsam

Ein Junge aus dem Salzkammergut kommt 1937 zur Ausbildung nach Wien und erlebt schließlich den Anschluss seines Landes an Hitlerdeutschland. Das Drama „Der Trafikant“ (Kinostart am 1. November) bleibt der Romanvorlage des Österreichers Robert Seethaler treu.

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