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Deutscher Buchpreis für Robert Menasse

„Die Hauptstadt“ zum Roman des Jahres 2017 gekürt Deutscher Buchpreis für Robert Menasse

Sechs Roman standen auf der Shortlist. „Die Hauptstadt“ von Robert Menasse machte das Rennen. Bei der Preisverleihung war der Österreicher verschnupft.

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Der österreichische Schriftsteller Robert Menasse erhält den Deutschen Buchpreis.
 

Quelle: Foto: dpa

Frankfurt (Main).  Von „Abenteuern“ war am 9. Oktober bei der Preisverleihung des Deutschen Buchpreises in Frankfurt am Main wiederholt die Rede. Von einem „Abenteuer auf See“, von einem „Roman als großem Abenteuerurlaub“, auch vom „Abenteuer der Sprache“. Nicht alle Abenteuer gelingen. Auf der eigens eingerichteten Webseite warben die Hüter der deutschen Literatur für die Direktübertragung aus dem Römer in falscher Rechtschreibung: „Seien Sie live dabei, wenn der Preisträger für den Deutschen Buchpreis 2017 gekührt wird“.

Zum Sieger gekürt wurde der Roman „Die Hauptstadt“ von Robert Menasse. Die MAZ stellte das Buch, das in Europas politischen Zentrum Brüssel spielt, bereits am 14. September vor. Bei dem Plädoyer für ein Europa jenseits nationaler Egoismen handelt es sich um eine Tragikomödie mit Satire- und Krimi-Elementen und um eine Analyse, die aber die Menschen einbezieht, die in der Verwaltung der Europäischen Union arbeiten. Es setzt sich mit der Institution und all ihren Widersprüchen auseinander. Es sei „ein vielschichtiger Text, der auf meisterhafte Weise existenzielle Fragen des Privaten und des Politischen miteinander verwebt und den Leser ins Offene entlässt“, begründete die siebenköpfige Jury ihre Wahl.

Die Auszeichnung ist mit 25 000 Euro dotiert. Im Finale standen sechs Bücher. Der Österreicher hatte keine Dankesrede vorbereitet. Er war deutlich verschnupft, zog im Blitzlichtgewitter ein großes Stofftaschentuch aus der Hosentasche, bezog sich auf den Landsmann Stefan Zweig, der sich für die „europäische Zivilisation“ eingesetzt habe und machte darauf aufmerksam, dass die Kulturabteilung der viel gescholtenen Europäischen Kommission erst kürzlich einen Vorstoß von Amazon verhindert habe, die Buchpreisbindung aufzuheben. Menasse wurde als Sohn einer jüdischen Familie 1954 in Wien geboren.

Von Karim Saab

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