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Kultur Was an Preußen „Frauensache“ ist
Nachrichten Kultur Was an Preußen „Frauensache“ ist
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02:16 24.08.2015
Königin Sophia Dorothea stürzte Preußen fast in eine Staatskrise. Quelle: Foto: SPSG/Roland Handrick
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Potsdam

Zehn Jahre hatte es gedauert, bis endlich der Thronfolger zur Welt kam. Mehrere Söhne hatte Königin Sophie Dorothea dem preußischen Machthaber Friedrich Wilhelm I. geboren. Doch alle waren sie kurz darauf gestorben. Das Königreich stand kurz vor einer Staatskrise. Doch dann endlich kam 1712 Friedrich zur Welt, der später Friedrich der Große genannt wurde. Ein schwächliches Kind, aber es überlebte – und die Zukunft Preußens war gerettet.

Das Private war schon damals politisch – zumindest innerhalb der Herrscherdynastien Europas. Familienpolitik war Hochzeitspolitik und diente den Strategien der Macht. Welche Rolle dabei die Frauen spielten, blieb weitgehend unterbelichtet. Die am Freitag im Berliner Schloss Charlottenburg eröffnete Ausstellung „Frauensache. Wie aus Brandenburg Preußen wurde“ versucht einen Perspektivenwechsel, um zu beleuchten, welche Aktien die Frauen am Aufstieg Preußens zur europäischen Großmacht hatten.

Anlass der Schau ist die Übernahme der Mark Brandenburg durch die Hohenzollern vor 500 Jahren. 1415 übergab Kaiser Sigismund die Mark an den Burggrafen Friedrich VI. von Nürnberg. Der stieg damit zu einem wichtigen wahlberechtigten Fürsten auf. Und Brandenburg war von da an Schauplatz einer klugen Familien- und Heiratspolitik, in der die Frauen eine wichtige strategische Bedeutung erlangten. „Die Frauen waren die Träger der Netzwerke der Dynastien, von ihnen wurde Mobilität innerhalb Europas verlangt“, erläutert Ausstellungskurator Alfred Hagemann.

Die Ausstellung


„Frauensache.

Wie Brandenburg Preußen wurde“ beleuchtet die Geschichte der Hohenzollern in Brandenburg aus weiblicher Perspektive.

Die Ausstellung der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg hat rund 1,5 Millionen Euro gekostet und ist bis zum 22. November im Theaterbau des Schlosses Charlottenburg, Spandauer Damm 10 in Berlin zu sehen.

Öffnungszeiten: Di–So von 10-18 Uhr. Eintritt inklusive Begleitheft: 14 Euro, ermäßigt 10 Euro.


Königin Sophia Dorothea konnte sich dem Vorwurf des Gebärversagens übrigens erwehren, indem sie Figurinen ihrer verstorbenen Söhne anfertigen ließ, die sie zum Teil öffentlich ausstellte – zum Beweis: Seht her, ich bin in der Lage, euch einen König zu gebären. Auch dieses Statement befindet sich in der Ausstellung.

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