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Die Bläserklassen spielen in Potsdam auf

Konzert Die Bläserklassen spielen in Potsdam auf

Sie haben im Schloss Boitzenburg (Uckermark) geprobt, nun spielen sie beim Konzert am Samstag vor: 390 Schüler der Bläserklassen, zwischen neun und elf Jahre alt, zeigen, was sie im vergangenen Jahr gelernt haben. Ihnen zur Seite steht das Polizeiorchester, das auch solo auftritt, etwas mit dem Titelsong aus „Fluch der Karibik“.

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390 Kinder spielen beim Konzert der Bläserklassen

Potsdam. 71 Trompeten, 67 Klarinetten und 40 Posaunen – wissen Sie, wie das klingt? Kein Vergleich mit Ihrer Stereoanlage. Zu erleben ist der Sound an diesem Samstag in der Potsdamer MBS-Arena ab 15 Uhr, wo die Brandenburger Bläserklassen ihr jährliches Konzert geben. Gerade haben sie im Schloss Boitzenburg (Uckermark) geprobt. 390 Schüler im Alter von neun bis elf Jahren sind das Repertoire durchgegangen: präzise im Ton, ausgelassen in der Stimmung, gruppiert um den „Dschungelbuch“-Hit „Versuch’s mal mit Gemütlichkeit“.

Die Bläserklassen sind ein Erfolg, in diesem Jahr steigt das sechste Konzert, nie haben mehr Schüler in der Mark daran teilgenommen als in diesem Jahr. Die Projektleiterin Sophie Müller vom „Verband der Musik- und Kunstschulen Brandenburg“ hat das Landespolizeiorchester als Begleitung eingeladen: „Sie treten oft vor Schülern auf, ihr pädagogischer Ansatz passt in unser Konzept“. Die Polizei begleitet die Kinder, hat aber auch Soloauftritte, etwa mit der Titelmelodie des „Fluchs der Karibik“.

33 Grundschulklassen der 4. bis 6. Jahrgangsstufe nehmen in Brandenburg am Projekt der „Bläserklassen“ teil, der Verband leiht ihnen für zwei Jahre ein Instrument nach Wahl: Klarinette, Trompete, Horn, Tuba, Posaune, Saxofon oder Querflöte. Zwei Jahre dauert der Unterricht an den Grundschulen, er wird von einem heimischen Musiklehrer und einem Lehrer der staatlich anerkannten Musikschulen geleitet – zwei Stunden wöchentlich, eine dritte lässt sich in einer Arbeitsgemeinschaft wählen.

Blasinstrumente führen in der Gunst der Brandenburger Schulen, mit ihren 33 teilnehmenden Klassen sind sie Spitzenreiter – gefolgt von 24 Gitarrenklassen und zwölf Streicherklassen. Warum die Bläser am beliebtesten sind? Sophie Müller kann nur spekulieren: „Der Zugang zu Streichinstrumenten ist vielleicht nicht ganz leicht, weil es eine Weile braucht, bis der Klang sitzt.“

Dirigent des Konzertes am Samstag wird erstmals Gary Hirche sein, der sich selbst noch in der Ausbildung befindet: Er studiert am Konservatorium in Cottbus Fagott. Er hat den pädagogisch-passenden Ton für die Kinder, locker und doch zielgerichtet: Wenn 71 Trompeten, 67 Klarinetten und 40 Posaunen wie aus einem Guss klingen, dann ist das große Kunst. Und selbst bei einem kleinen Missgriff im Konzert der Schüler bleibt klar: Die Stereoanlage stecken die Kinder locker in die Tasche.

Von Lars Grote

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