Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Kultur „Die Brücke“-Autor Gregor Dorfmeister ist tot
Nachrichten Kultur „Die Brücke“-Autor Gregor Dorfmeister ist tot
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:23 06.02.2018
Der Schriftsteller Gregor Dorfmeister starb im Alter von 88 Jahren. Quelle: dpa
Anzeige
Bad Tölz

Im Alter von 88 Jahren ist der Autor des Antikriegs-Romans „Die Brücke“, Gregor Dorfmeister, gestorben. Das stark autobiografisch geprägte Drama wurde vor allem durch die mehrfach ausgezeichnete Verfilmung in der Regie von Bernhard Wicki im Jahr 1959 weltberühmt. Dorfmeister starb bereits am Sonntag im Krankenhaus seiner oberbayerischen Heimatstadt Bad Tölz, wie seine Familie am Dienstag bestätigte. Zuerst hatte der „Münchner Merkur“ darüber berichtet.

Dorfmeister veröffentlichte seinen Welterfolg unter Pseudonym

Der am 7. März 1929 im württembergischen Tailfingen geborene Autor wurde noch in den letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges 1945 als Jugendlicher zum Volkssturm eingezogen und nahe Bad Tölz zur Verteidigung einer kleinen Brücke über die Loisach eingesetzt. Sein Roman basiert auf den dramatischen Ereignissen dieser sinnlosen Aktion, bei der bis auf Dorfmeister alle starben. 1958 erschien das Buch, Dorfmeister schrieb es unter dem Pseudonym Manfred Gregor. Der Roman wurde in mehr als 20 Sprachen übersetzt und erzielte eine Millionenauflage - nicht zuletzt durch die Verfilmung.

Für die Filmrechte erhielt Dorfmeister nur einigen tausend Mark. Zwar wirkte er am Drehbuch mit, doch war das Verhältnis zum Regisseur nicht ungetrübt, wie Dorfmeister selbst einräumte. „Das Kapitel ist für mich abgeschlossen“, sagte er später ohne Verbitterung darüber, dass ihm der große Erfolg als Autor verwehrt blieb. „Bernhard Wicki hat einen ausgezeichneten Film aus meinem Roman gemacht“, meinte er im Rückblick.

Dorfmeister verfasste insgesamt drei Romane. Schon kurz nach der Veröffentlichung von „Die Brücke“ publizierte der Autor „Das Urteil“ und „Die Straße“, wobei Ersterer mit Kirk Douglas in der Hauptrolle unter dem Titel „Stadt ohne Mitleid“ ebenfalls verfilmt wurde.

Der studierte Theaterwissenschaftler und Journalist leitete fast 30 Jahre lang das Lokalblatt „Tölzer Kurier“. In seiner Freizeit engagierte sich Dorfmeister bis zuletzt für Behinderte. Nach dem Tod seiner Ehefrau lebte er weitgehend zurückgezogen im Kreise seiner Familie.

Von RND/krö/dpa

Das diesjährige Filmfestival setzt Zeichen gegen jeglicher Art von Diskriminierung. Deutsche Regisseure sind in diesem Jahr mit vier Beiträgen im Wettbewerb vertreten.

06.02.2018

Neue Prüderie gegen alten Machismo: Die Debatte um Sexismus und Diskriminierung treibt zensorische Blüten in der Welt der Kunst. In Manchester wurde das Bild „Hylas“ zeitweilig abgehängt, in New York gibt es eine Petition gegen ein Bild, das den Schritt einer Frau zeigt. Aber ist die Abbildung weiblicher Nacktheit schon gleich sexistisch?

06.02.2018

Nach dem emotionalen Kältetod: In „Freiheit“ (Kinostart: 8. Februar) verschwindet eine Mutter aus ihrem alten Leben und begibt sich auf die lange Reise zu sich selbst. Die Schauspielerin Johanna Wokalek besitzt in diesem Drama von Regisseur Jan Speckenbach eine beinahe unheimliche Präsenz.

06.02.2018
Anzeige