Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Kultur Es begann in einem Hinterhof
Nachrichten Kultur Es begann in einem Hinterhof
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:56 31.10.2018
Veranstaltungsreihe „Sieben Sachen“ im Rahmen des Theaterfestivals Unidram im Kunstraum in Potsdam. Quelle: Martin Müller
Schiffbauergasse

Die Geburtsstunde des Theaterfestivals Unidram schlug 1993 in einer unsanierten Einzimmerwohnung im Hinterhof der Schlaatzstraße 4. Das berichtete Katja Dietrich-Kröck, heute Referentin für Kultur- und Kreativwirtschaft im Wirtschaftsministerum, in einer Extra-Veranstaltung des Sieben-Sachen-Netzwerkabends zum 25. Jubiläum des Theaterfestivals im Waschhaus-Kunstraum.

Dabei waren damals Franka Schwuchow und Thomas Pösl vom Studententheater DeGater 87, Matthias Stenzel vom Lindenpark e.V., später Chef des Waldschlosses, und die Studentin Katja Dietrich. Von ihr, erzählte sie zum Netzwerkabend, stammte unter anderem das erste gestrichelte Logo für das Theaterfestival. „Geklaut“, bekannte sie freimütig, war die Idee dafür bei Jörg Hafemeisters Gitarrenmännchen, dem legendären Lindenpark-Logo, das erst vor knapp zehn Jahren aus dem Traditionsklub verschwand. In den ersten Jahren von Unidram war sie als Übersetzerin, Gästebetreuerin, Fahrerin, Stullenschmiererin und DJane dabei.

Das erste Logo von Unidram. Quelle: Archiv

Ende 2013 hatte Katja Dietrich-Kröck die „Sechs mal sechs“-Netzwerkabende inittiert, in denen sich sechs Potsdamer Kreative dem Publikum in jeweils sechs Minuten mit ihren Projekten vorstellten. Seit 2017 wird die Reihe vom Localize-Verein unter dem Titel „Sieben Sachen“ mit jeweils sieben Minuten für sieben Projekte fortgesetzt. Für die Extra-Ausgabe zum 25. Jubiläum von Unidram, das am Dienstagabend im T-Werk mit einem Gastspiel der russischen Gruppe AKHE eröffnete, wurden ausschließlich Kreative eingeladen, die mit dem Festival zu tun haben.

Erster Gast war der bildende Künstler Tom Korn, der Architekturmodelle aus Pappe, Linoleum und Stoff präsentierte und Unidram seit vielen Jahren als Koch verbunden ist. Villa-Massimo-Stipendiat Göran Gnaudschun berichtete, dass er 1998 über Henry Klix zu Unidram fand. Credo des Festival-Fotografen: „Das Leid der Figuren ist das Leid der Zuschauer ist auch mein Leid; es geht immer aufs Ganze.“

Nicolas Schulze, der nach dem Netzwerkabend ein „JazzLab spezial“ präsentierte, kämpfte in einem Slapstick mit einem Notenständer, am Kontrabass begleitete ihn dabei Daniel Kartmann. Nora Stelter und Robert Segner, die mit ihrem Verein „Kulturt Euch!“ einen Bewegungs- und Begegnungsraum im Rechenzentrum eröffneten, brachten auch das Publikum im Kunstraum in Bewegung. Grafiker Sebastian Bauersfeld spendete seine sieben Minuten Nicola Streifler von den Klinikclowns. Beschlossen wurde die Runde von dem Tüftlerduo AVK4 mit Oscar Löser und Clemens Kowalski, die für Unidram eine Licht-Wanderinstallation „Geist, bist du da?“ entwickelten, die in den Abendstunden mit Text und Bild über die Spielstätten in der Schiffbauergasse streicht.

Unidram feiert Jubiläum

25. Unidram-Festival in der Schiffbauergasse noch bis Sonnabend, 3. November. Für die Vorstellungen gibt es teils noch Karten, die Konzerte sind eintrittsfrei. Zum Festival gibt es eine Jubiläumsausstellung im Kunstraum.

Die nächsten „Sieben-Sachen“- Netzwerkabende gibt es am 26. November in der Fachhochschule an der Kiepenheuerallee und am 18. Dezember im Freiland, Friedrich-Engels-Straße 22.

Unidram-Koch Tom Korn stellt im Freiland am Sonntag um 16 Uhr einen Siebdruckkalender mit Motiven der Potsdamer Moderne aus der Zwischenkriegszeit vor.

Von Volker Oelschläger

Ein blutjunges Quartett aus Michigan macht uralte Musik: Die Band Greta Van Fleet präsentiert ihre „Anthems of the Peaceful Army“ und erinnert dabei frappierend an Led Zeppelin.

30.10.2018

Zwischen Klamauk und Lebensernst: Das Roadmovie „25 km/h“ (Kinostart am 31. Oktober) macht erstaunlich viel Tempo. Lars Eidinger und Bjarne Mädel spielen Brüder auf der Reise ihres Lebens.

30.10.2018

Verspielt-düsterer Pop aus Dänemark, schnittiger Yacht-Pop von australischen Wahlberlinern, und Schunkelsongs aus Zürich zwischen Kneipenschlager und gewitztem Folkrock: die Musiktipps von Karsten Röhrbein.

29.10.2018