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14:25 30.06.2018
Die Hollywood Vampires rocken die Frankfurter Jahrhunderthalle. Quelle: Samantha Franson
Frankfurt

Fast schüchtern wirkt Johnny Depp, als er die Bühne betritt. Ganz anders als der Pirat, der er in fünf Hollywoodfilmen war. Hier in der Frankfurter Jahrhunderthalle ist er nicht der Käpt’n sondern Rockmusiker unter Rockmusikern, und fast scheint es, als sei es ihm peinlich, dass die Augen und die Smartphones des Publikums sofort auf ihn gerichtet sind.

Zwei seiner Mitmusiker sind immerhin Unsterbliche des Rock, Legenden ihres Metiers: Die Leadgitarre bei den Hollywood Vampires spielt Aerosmiths Joe Perry und am Mikrofon steht Alice Cooper, der alte Fürst der lauten Gruselmusik. Depp winkt seinen Fans und das sieht fast ein wenig verlegen aus. Wie auch sein Gitarrespiel erstmal verlegen klingt. Spielt der Mann sein Instrument überhaupt richtig?

Benannt nach feuchtfröhlicher Männerrunde

Trotzdem wirken die Vampires sofort wie eine alte, eingespielte Piratencrew, die den Hafen verlässt, um Beute zu machen. Mit „I Want My Now“ beginnt der Abend, ein neues Stück aus eigener Feder, und auf der Bühne wehen sofort die wilden Winde des Rock’n’Roll. Die Vampires sind benannt nach einer feuchtfröhlichen Männerrunde, die Alice Cooper in den Siebzigerjahren gegründet hatte. Man traf sich in Clubs von Los Angeles und London zum hemmungslosen Komasaufen.

Die Legenden der Rockmusik haben gemeinsam mit Johnny Depp die Jahrhunderthalle in Frankfurt zum Beben gebracht.

Viele dieser Vampire - darunter Harry Nilsson, Who-Schlagzeuger Keith Moon oder Ex-Beatle John Lennon – sind längst tot. 2015 formierten Cooper, Perry und Depp im Gedenken an hochprozentige Zeiten ihre musizierenden Vampire, und beweisen seither, dass man auch nüchtern Spaß haben kann.

Die wohl erlauchteste Coverband der Welt

So zollen sie anderthalb Stunden Bands Tribut, die schon den ein oder anderen Verlust in ihren Reihen zu beklagen hatten. Und feuern dabei Klassiker um Klassiker ab. Das treibende „Break On Through“ von den Doors, das bluesige „The Jack“ von AC/DC, Motörheads rasendes „Ace of Spades“ oder das funkelnde, schwerblütige „Baba O’Riley“ von The Who. Mit „I’m Eighteen“ kommt der erste Oldie aus dem Fundus von Alice Cooper. Und bei Aerosmiths „Sweet Emotions“ darf selbstverständlich Perry ans Mikrofon.

Die Hollywood Vampires sind wohl die erlauchteste Coverband der Welt und bieten einen soliden Streifzug durch den Oldschool-Rock der Siebziger- und der späten Sechzigerjahre. Gelegentlich aufgelockert durch nicht ganz so bezwingende Eigenkompositionen wie „The Boogieman Surprise“ oder „Bushwackers“. Unter dem Logo einer blutsaugenden Fledermaus reiten die alten Herren und ihr Filmpirat den Sturm.

Der Gänsehautmoment des Abends

Wobei die Handys des Publikums weiterhin auf Letzteren gerichtet bleiben. Viele sind offenkundig nur hier, um Johnny Depp live zu sehen, ihm nahe zu sein, dem Helden vieler schaurigschöner Tim-Burton-Filme, dem Käpt’n Jack Sparrow, unter dessen Kommando im Kino immerhin auch schon Rockfreibeuter wie Keith Richards und Paul McCartney segelten. Depps großer Musikmoment kommt gegen Ende des Konzerts. „I, I wish you could swim, like dolphins, like dolphins can swim …“ hebt er an zu singen, haucht David Bowies romantischen Berlin-Song von den Helden für einen Tag in die Saalnacht. „Heroes“ ist der Gänsehautmoment des Abends.

„School’s Out“ noch, Alice Coopers bekanntester Song, dann ist Schluss mit rockig - aber nur für diesen Abend. Die Schule der Vampire bleibt weiterhin geöffnet, diese „Heroes“ wollen für länger als nur einen Tag bestehen. Ihr zweites Album, so heißt es, ist derzeit in Vorbereitung.

Von RND/Samantha Franson

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