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17:14 21.02.2018
Die Sängerin M.I.A. Quelle: Berlinale
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Berlin

Sie verkauft nicht so viele Platten wie Adele, füllt keine riesigen Hallen wie Pink - und doch ist die britische Sängerin M.I.A. eine der wichtigsten Künstlerinnen der jüngeren Zeit. Warum, zeigt der Dokumentarfilm "Matangi/Maya/M.I.A.", der in der Panorama-Sektion der Berlinale zu sehen ist. Die Doku des Filmemachers Steve Loveridge zeigt, wie die 43-Jährige nach ihrer Flucht aus Sri Lanka nach Großbritannien zum globalen Popstar wurde und später für ihre Rolle und ihr Auftreten kritisiert wurde.

Bemerkenswertes Videomaterial

Bemerkenswert ist der Film schon alleine wegen des tollen Videomaterials, auf das Loveridge zurückgreifen kann. Zu sehen ist die junge Studentin Maya Arulpragasam (so der bürgerliche Name von M.I.A.) etwa beim Tanzen in der Garage. Auch sind Bilder der ganz jungen Maya zu sehen, wie sie bei einer Familienfeier ausgelassen feiert und tanzt. Aufgenommen wurden die Bilder kurz nach der Flucht aus Sri Lanka.

Die Familie musste Sri Lanka 1986 verlassen, weil dort ein Krieg gegen die Tamilen herrschte. Außerdem war Mayas Vater der Gründer einer tamilischen militanten Organisation und war in dem Land ein gesuchter Verbrecher. Die Dokumentation zeigt, wie M.I.A. als junge Frau in Großbritannien mit ihrer Rolle hadert - auf der einen Seite will sie mehr über ihre tamilischen Wurzeln wissen und gleichzeitig genießt sie die westliche Popkultur.

Unbequem und reich - Kritik an M.I.A.

2001 reist sie nach Sri Lanka und besucht dort Verwandte. Der Startschuss für ihre musikalische Karriere - das Wissen über ihre Herkunft politisiert sie. In ihrer Musik verbindet sie politische Agitation mit harten Hip-Hop-Beats. Immer wieder erhebt sie ihre Stimme gegen Ungerechtigkeiten. Später wird sie vor allem in den USA dafür kritisiert, dass sie Sympathie für die tamilischen Rebellen zeigt. Da ist sie längst ein globaler Megastar, der ein Haus in Beverly Hills besitzt. M.I.A. macht sich mit ihrer kompromisslosen Art angreifbar - ist es authentisch, wenn eine reiche Künstlerin die Missstände der Welt anprangert? Das reflektiert der Film an mehreren Stellen und immer wieder macht die Künstlerin klar, dass sie unbequem bleiben will.

Von Christian Meyer

Matangi/Maya/M.I.A., 97 Minuten läuft noch am 18. Februar um 19 Uhr im CineStar IMAX, am 19. Februar um 20 Uhr im International und am 23. Februar um 15 Uhr im Colosseum.

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