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Die Sirene und der Spitzbube

MAZ-Konzerttipp Die Sirene und der Spitzbube

Generalüberholt stellen sich Poems For Laila vor. Die Band um Nikolai Tomás fuhr einst, ohne dass sie angehalten wurde, mit einem alten Mercedes-Bus bis in den Ural. Sie spielte und spielte, dann löste Tomás die Truppe auf. Zeitweilig. Nun kehren Poems For Leyla zurück. Als Duo, zu dem Joanna Gemma Auguri.

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Quelle: Lars Martin

Potsdam. Mit den Poems For Laila ist Nikolai Tomás einen weiten Weg gegangen. Mit einem klapprigen Mercedes-Bus fuhr man einst sogar bis in den fernen Ural. Zwar verordnete Tomás seiner 1989 in Berlin gegründeten Band immer mal wieder eine Pause, da er sich auf Filmmusik konzentrieren wollte und Soloalben. Doch nach einer Weile ging es immer wieder los mit der On-Off-Beziehung, personelle Veränderung und stilistische Wechsel eingeschlossen.

Wie jüngst wieder. Poems For Laila stellen sich aktuell als Duo vor. Tomás macht nun gemeinsame Sache mit Joanna Gemma Auguri. Frucht der jüngsten künstlerischen Zweisamkeit ist das Album „Tiktak“. Eine zart oszillierende, dabei kraftvoll strahlende Angelegenheit. Tomás, der seine Stimmbänder gern strapaziert, wird umschmeichelt von der ätherisch hohen Stimme Joannas. Hier Spitzbube in Sachen Leben. Liebe und Leidenschaft, dort die Sirene. Widerstand zwecklos.

Nikolai Tomás und Joanna Gemma Auguri

Nikolai Tomás und Joanna Gemma Auguri.

Quelle: Lars Martin

Sie spielt Akkordeon. Er alles, was Saiten hat. Akustik verwoben mit flirrenden Arabesken der E-Gitarre. Mal reicht die Ukulele für ein Stück, mal wird es fülliger, selten aber geht es heraus aus dem kammermusikalischem Sound. Gern bewegen sich beide ins Zwielicht, in die Dämmerung, in den Schatten. Folk Noir könnte man ihre Stücke nennen, doch lassen sich auch chansonhafte Züge erkennen, Vaudeville-Musik und eine verwandtschaftliche Beziehung zu Tom Waits oder Nick Cave. Das Duo hat sich offenkundig gefunden. Poems For Laila in dieser Inkarnation bietet sehr viel gute Tonkost für einen Abend wie gemacht für einen Sommer, der schon etwas müde scheint.

Konzert: Samstag, 17. September, 21 Uhr, Roter Salon der Volksbühne, Berlin-Mitte.

Von Ralf Thürsam

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