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Kultur Fesselnder Psychothriller und kluge Erzählung
Nachrichten Kultur Fesselnder Psychothriller und kluge Erzählung
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11:16 30.11.2017
Sophie wird von Frida-Lovisa Hamann gespielt Quelle: Camino Verleih
Potsdam

„Die Vierhändige“ beginnt mit einem brutalen Überfall. Die beiden Geschwister Sophie und Jessica müssen mit ansehen, wie ihre Eltern ermordet werden. Zeitsprung: Rund 20 Jahre später sieht man Sophie Klavier spielen, sie scheint den Tod ihrer Eltern verkraftet zu haben. Die Musik gibt ihr Halt. Ihre Schwester Jessica hingegen hat Wahnvorstellungen, hadert mit dem Unglück und sinnt auf Rache. Die Täter von damals sind nämlich vor einigen Tagen aus dem Gefängnis entlassen worden. Jessica gibt ihrer Schwester das Versprechen, immer auf sie aufzupassen.

Rache und Wahnvorstellungen

Dann kommt es erneut zu einem dramatischen Unglück. Jessica kommt bei einem Unfall ums Leben, bleibt aber präsent im Leben ihrer Schwester. Der Film entwickelt sich jetzt zu einem fesselnden Thriller, in dem es um Rache und Wahnvorstellungen geht. Es ist nicht immer klar, was real, was Traumsequenz ist und wer da gerade zu sehen ist. Es geht dabei immer um den Konflikt der Schwestern. Die Szenerie spitzt sich immer mehr zu, liefert albtraumhafte Sequenzen und wird am Ende überraschend aufgelöst.

Klug und sehenswert

Doch „Die Vierhändige“ ist mehr als ein Psychothriller. Es geht auch um die existenzielle Frage, wie ein Unglück verarbeitet wird und was es mit Menschen macht bzw. wie es sich auf deren weiteres Leben auswirkt. Die unterschiedlichen Lebensläufe von Sophie und Jessica zeigen, dass ein Trauma immer Spuren im Leben hinterlässt, aber auch der Kampf damit wesentliche Folgen haben kann. Weil der Film von Regisseur Oliver Kienle diese beiden Lesarten enthält, ist er klug und sehenswert.

Hauptdarsteller zeigt den Film im Thalia-Kino in Potsdam

Dass das so ist, liegt auch an den drei Hauptdarstellern. Fridea-Lovisa Hamann als Sophie und Friederike Becht als Jessica spielen die Zerrissenheit und Unterschiedlichkeit der Schwestern glaubhaft und schaffen es, den Zuschauer zu verwirren und verwundern. Auch Christoph Letkowski als Martin, der zwischen den Geschwistern steht, kann überzeugen.

Am 2. Dezember 2017 wird der Film im Potsdamer Thalia gezeigt, Produzent Markus Reinecke und Darsteller Christoph Letkowski sind zu Gast. Die Veranstaltung beginnt um 18.45 Uhr, nach dem Film werden Fragen der Zuschauer beantwortet.

Von Christian Meyer

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