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Kultur Die malerische Sicht eines Reisenden
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11:17 01.10.2015
„Durchreiselandschaft“ aus dem Jahr 1973 Quelle: Guntram Schäfers
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Potsdam

Peter Berndt ist ein passionierter Autofahrer. Die Straßen und Landschaften haben den aus Neugersdorf (Oberlausitz) stammenden Künstler so beeindruckt und inspiriert, dass er sie in fast all seinen Werken malerisch verarbeitet hat. Die Bilder wirken, als hätte er sie direkt auf dem Autositz und während der Fahrt mit Öl auf die Leinwand gepinselt. Sie stecken voller Geschwindigkeit. Eine Auswahl seiner Werke präsentiert das Kunsthaus Potsdam in seiner aktuellen Ausstellung mit dem Titel „Erfahrungen“. Sie zeigt die Entwicklung von Berndts Malerei aus fünf Jahrzehnten.

Berndts frühe Arbeiten aus den 60er- und 70er-Jahren sind expressionistisch, voller Farben und Formen. Abstrakt und bunt malt er Szenen, in denen Details wie eine Tankstelle, Straßenschilder oder ein Rückspiegel fragmentiert zu erkennen sind. Auch Frauenkörper und -gesichter, von vorn und von hinten nebeneinander dargestellt, als würden sie in einen Spiegel schauen, tauchen immer wieder auf. Die „Durchreiselandschaft“ von 1973 zeigt wie Berndt die Landschaften surrealistisch darstellt: Er malt sie aus der Perspektive eines Autofahrers mit Zeichen und Farben, die der Betrachter nur aus dem Atlas kennt. So hat er etwa die Autobahn rot gefärbt und riesenhafte Stecknadeln in die Landschaft gesetzt.

In den 80er-Jahren begann der jetzt 78-jährige Peter Berndt impressionistische Landschaften zu malen, vornehmlich den Blick auf seine heimischen Brandenburger Alleen. Die Bäume an den Seiten der Straße wirken oft riesig, Blätter und Äste verschwimmen und die Farben fließen ineinander. Es scheint befremdlich und schnell, aber dennoch ist der Blick aus dem Auto auf die Straße vertraut.

Info: Peter Berndts Werke sind noch bis zum 4. Oktober im Kunsthaus Potsdam, Ulanenweg 9, ausgestellt. Die Werkschau ist am Donnerstag und Freitag von 11 bis 18 Uhr und am Sonnabend und Sonntag von 12 bis 17 Uhr geöffnet.

Von Luise Fröhlich

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