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Diese beiden wollen RBB-Intendant werden

Nachfolger von Dagmar Reim gesucht Diese beiden wollen RBB-Intendant werden

13 Jahre ist Dagmar Reim an der Spitze des Rundfunk Berlin-Brandenburgs gewesen. Im Sommer endet die Amtszeit der RBB-Intendantin. Am Donnerstag wird ihr Nachfolger gewählt. Wir stellen die Kandidaten Patricia Schlesinger und Theo Koll vor.

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Theo Koll und Patricia Schlesinger

Quelle: MAZ

Potsdam. Sie war die erste Frau überhaupt an der Spitze des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Den RBB gab es bis dahin gar nicht. Er ging im Mai 2003 aus der Fusion des Senders Freies Berlin (SFB) und dem nach der Wende gegründeten Ostdeutschen Rundfunks Brandenburg (ORB) hervor. Im Juni endet die Amtszeit von RBB-Intendantin Dagmar Reim. 13 Jahre war die 64-Jährige dann an der Spitze der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt.

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Am Donnerstag wird ihr Nachfolger gewählt. Zur Wahl stehen Patricia Schlesinger und Theo Koll. 29 Rundfunkräte, 29 Stimmen werden darüber entscheiden, wer von den beiden am 1. Juli Intendantin Dagmar Reim an die Spitze der Zwei-Länder-Anstalt folgt. Wir stellen die Kandidaten vor.

Patricia Schlesinger gilt als erfahrene Führungskraft

Durchsetzungsstark, meinungsfreudig, direkt. Die drei Begriffe fallen am häufigsten, erkundigt man sich beim NDR nach Patricia Schlesinger. Fast genau so oft wird die Anekdote erzählt, dass „Extra-3“-Moderator Hans-Jürgen Börner einmal vor versammelter Mannschaft über sie sagte, unter all den Männern beim NDR sei Patricia Schlesinger der einzige Kerl. Es war zweifellos ein großes Kompliment.

Patricia Schlesinger

Patricia Schlesinger

Quelle: NDR

Schlesinger hat lange Panorama moderiert

Fernsehzuschauer kennen die Frau mit den leuchtend roten Haaren aus der Zeit, als sie aus Washington und Singapur berichtet hat, vor allem aber als Moderatorin des Politmagazins „Panorama“, für das sie nach der Wende viel in Berlin und Ostdeutschland unterwegs war. Ihr Großvater war der DDR-Politiker Artur Schlesinger. Als Kind eines Republikflüchtlings fuhr sie häufig von Niedersachsen, wo sie aufwuchs, zu den Großeltern nach Görlitz.

Politisch ist die 54-Jährige links von der Mitte zu verorten. Mitglied einer Partei ist sie so wenig wie sie einer Kirche angehört. In ihrer Familie finden sich jüdische, katholische und protestantische Wurzeln.

Schlesinger förderte junge Kollegen

Beruflich wirkte die Mutter einer Tochter und Frau des frisch verrenteten „Spiegel“-Redakteurs Gerhard Spörl in den vergangenen Jahren als Führungskraft im Hintergrund. Beim NDR, wo sie nach ihrem Studium der Wirtschaftsgeographie 1988 volontierte, war sie verantwortlich für Ausland und Aktuelles. Seit 2007 leitet sie den Programmbereich Kultur und Dokumentation, den sie zu neuem Leben erweckt hat. Gezielt förderte sie junge Kollegen und Frauen, umgab sich mit Mitarbeitern, die ihr Paroli bieten, und engagierte mit Hubert Seipel, Stephan Lamby oder Eric Friedler einige der besten Dokumentarfilmer. Damit erstreckte sich ihr Gestaltungswille auch aufs Erste Programm. Der von ihr betreute Film „Citizenfour“ über Edward Snowden gewann 2015 den Oscar.

Theo Koll bringt Fusionserfahrung vom ZDF mit

Er wirkt immer etwas zugeknöpft, britisch, auf geradezu eitle Art seriös. Bekannt geworden ist er vor allem als Journalist, verdient hat er sich seine Meriten aber auch als Führungskraft. 2010 war Theo Koll beim ZDF dafür verantwortlich, die Inlands- und die Auslandsredaktion zur riesigen Hauptabteilung „Politik und Zeitgeschehen“ zusammenzulegen. Obwohl dabei Mentalitäten und Kulturen aufeinanderprallten, verlief die Fusion auf dem Mainzer Lerchenberg einigermaßen geräuschlos.

Theo Koll

Theo Koll

Quelle: dpa

Koll war lange Moderator der ZDF-Sendung „Frontal 21“

Seine Berufung schien der gebürtige Rheinländer als langjähriger London-Korrespondent gefunden zu haben. 2001 wurde er Moderator von „Frontal 21“, dessen stellvertretender Redaktionsleiter er parallel war. Auch das „auslandsjournal“, das „Politbarometer“, diverse Sonder- und Wahl-Sendungen im ZDF sowie das Theatermagazin „Foyer“ bei 3sat hat Theo Koll moderiert.

Seit Sommer 2014 ist der 58-Jährige wieder in der Welt unterwegs. Ausgestattet mit einem Fünfjahres-Vertrag leitet er das ZDF-Studio in Paris, dessen Zuständigkeit sich auf Spanien, Portugal und Nordafrika erstreckt. Seine Weltgewandtheit hat ihn nicht gehindert zu erkennen, dass das Regionale in Zeiten der Globalisierung das Mittel ist, um beim Zuschauer Nähe und Vertrautheit herzustellen. Seit seiner Zeit bei „Frontal 21“ in Berlin besitzt Koll eine Wohnung in Charlottenburg.

Koll volontierte einst beim NDR

Wie Patricia Schlesinger ist auch er ein NDR-Gewächs. Er hat dort 1985 volontiert. Studiert hatte der blondschopfige Brillenträger zuvor Politik, Geschichte, Soziologie und Staatsrecht. Zum ZDF wechselte er 1990. Dort gilt er zwar als jemand, der auf dem „CDU-Ticket unterwegs“ sei. Parteimitglied ist er nicht. Auch fiele es schwer, dem unter anderem mit dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis ausgezeichneten Journalisten eine wie auch immer geartete parteipolitische Färbung nachzuweisen.

Von Ulrike Simon

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