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Diese teuflisch schönen Stimmen

MAZ-Konzerttipp Diese teuflisch schönen Stimmen

Diesmal kommen Freakwater zu sechst. Soll heißen, dass die Verehrer traditionelleren Liedguts der Country Music genügend personellen Spielraum haben, um Saiteninstrumente größerer Zahl zu bedienen wie Fiedel, Banjo, Dulcimer oder Gitarre. Die Band um die Protagonisten Catherine Irwin und Janet Beveridge Bean stellt ihr neues Album „Scheherazade vor.

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Freakwater docken an den authentischen Formen von Folk und Country an.

Quelle: Tim Furnish

Potsdam. Alle Zeit der Welt haben sie gepachtet – Catherine Irwin und Janet Beveridge Bean, besser bekannt unter dem Bandnamen Freakwater. Dass bei den Damen die Uhren etwas langsamer ticken, macht fast gar nichts. Umso schöner ist der Moment, wenn sie tatsächlich mal wieder ein neues Album vorlegen. Doch mit der jüngsten künstlerischen Äußerung, die den geschichtenträchtigen Titel „Scheherazade“ trägt, wird man für alles Warten bestens entschädigt.

Freakwater, deren Mitglieder einst munter in Punk-Kapellen lärmten, haben schon in den späten Achtzigern ihre Vorliebe für Country Music der älteren, doch äußerst gehaltvollen Bauweise entdeckt. Klänge aus dem amerikanischen Hinterland, etwa den Appalachen mit ihren tiefen, dunklen Wäldern und elenden Bergarbeitersiedlungen - über die oft genug abschätzig geurteilt wurde, weil die Armut in ihnen nistete. Fürwahr: Deren Bewohner hatten bei ihrer Ankunft in Amerika nicht viel mehr als Kleider, Bibel und vielleicht eine Fiedel. Aber den musikalischen Reichtum ganz Europas brachten sie mit.

Dort – bei ursprünglichen Formen von Folk und Country - knüpfen Freakwater an, das Album entstand in Kentucky. Bean, die auch bei den verschrobenen Alternative-Rockern Eleventh Dream Day engagiert ist, und Irwin kennen sich ein Leben lang. Sopran und Alt in blindem Verständnis. Schön und gefährlich, lieblich und verführerisch, sanft und teuflisch. Frauen-Stimmen, an denen Anhänger von The Roches, Kate und Anna McGarrigle oder - weit zurück – der Carter Family. Wobei, ein Quäntchen Modernisierung steckt denn doch in den zwölf neuen Stücken – eine böse wühlende Elektrogitarre. Die kontrastiert enger gefasste Tradition mit wehendem Hall und abgründigem Western-Feeling. Treibend, gespenstisch und grandios.

Konzert: Donnerstag, 22. September, 20 Uhr, Privatclub, Berlin-Kreuzberg.

Von Ralf Thürsam

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