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Kultur Dieser „Parsifal“ macht Lust auf den nächsten „Ring“
Nachrichten Kultur Dieser „Parsifal“ macht Lust auf den nächsten „Ring“
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10:31 27.07.2018
Elena Pankratova (Kundry) und Andreas Schager (Parsifal) in Uwe Eric Laufenbergs „Parsifal“-Inszenierung in Bayreuth. Quelle: Bayreuther Festspiele/Enrico Nawrath
Bayreuth

Der Regisseur dreht im weiten Zuschauerrund des Festspielhauses das Licht auf, wenn das Orchester am Ende dieses langen Bühnenweihfestspiels flirrend den Klangteppich für einen Weg in andere Welten auslegt und ätherische Chorstimmen aus der Höhe dazu „Erlösung dem Erlöser“ verkünden. Selbst wann man Laufenbergs pseudo-aufklärerischen Blick auf Religionen aller Art folgen mag: Um diesen nun überbelichteten musikalischen Wagner-Glücksmoment ist es schon schade.

Umso mehr, weil der neue „Parsifal“-Dirigent Semyon Bychkov die Musik sehr elegant in Fluss halten und zur richtigen Zeit zum Schweben bringen kann. Das beginnt schon im Vorspiel, das zart und teilweise überraschend detailscharf in die ferne Welt der Gralsritter einführt. Allerdings ist auch hier schon am gelegentlich brüchigen Kontakt zwischen Streichern und Bläsern zu hören, dass Bychkov den Schlüssel, der die spezielle Akustik im Festspielhaus aufschließt, noch nicht gefunden hat. Immer wieder gibt es kleinere Balanceprobleme auch im Verhältnis zur Bühne. Selbst der fabelhafte Chor, von dem man eigentlich nicht genug hören kann, erscheint so gelegentlich zu laut.

Vorfreude auf den „Ring“ 2019 – mit einem Bassist als Wotan

Trotzdem hat der Abend vor allem musikalisch viel zu bieten. Allein der liedhaft fein gestaltete Gesang von Günther Groissböck etwa hilft sehr dabei, über die geschwätzige Leere von Laufenbergs Inszenierung hinwegzukommen. Anders als der Regisseur, der mit (zu) vielen Bildern und Symbolen vom vermeintlichen Verfall der Weltreligionen raunt, ist Groissböck als Gurnemanz ein klarer und vitaler Chronist des Geschehens. Er verbindet Textverständlichkeit und musikalische Gestaltung mit dem balsamischen Strömen einer wirklich großen Stimme. Im kommenden Jahr wird er deren Möglichkeiten noch weiter ausreizen können: Nach vielen Produktionen mit Bassbaritonen wird mit Groissböck im kommenden Jahr wieder ein echter Bassist den Wotan im nächsten Bayreuther „Ring“ singen. Man kann sich darauf freuen.

Aufhorchen ließ auch Bayreuth-Debütant Tobias Kehrer in seinen kurzen, aber eindringlichen Auftritten als Titurel, Thomas J. Meyer wirkte als etwas zu schmerzverzerrter neuer Amfortas dagegen etwas nervös. Elena Pankratova erscheint trotz fabelhaft offener Stimme als Kundry mit sonderbar theatralischen Gesten und starken russischem Akzent manchmal wie eine Karikatur ihrer Partie. Andreas Schager ist dagegen ein souverän-kraftvoller Titelheld, Derek Welton als Klingsor sein viriler Gegenspieler. Viel Applaus für Sänger und Musiker, Buh-Rufe für das Regie-Team.

Von Stefan Arndt/RND

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