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Kultur „Dieser Preis beschützt mich“
Nachrichten Kultur „Dieser Preis beschützt mich“
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23:05 15.09.2016
Preisträger Roberto Saviano und Kanzlerin Angela Merkel. Quelle: Imago
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Potsdam

Der M100-Medienpreis, der am Donnerstagabend in der Orangerie im Park Sanssouci verliehen wurde, ist eine undotierte Auszeichnung. Doch seinen Wert kann man ohnehin nicht in Geld bemessen. „Dieser Preis beschützt mich“, sagte der italienische Anti-Mafia-Autor Roberto Saviano in seiner Dankesrede. Auch im MAZ-Gespräch kurz vor der Verleihung hatte Saviano diesen Aspekt betont: „Mein wahrer Schutz ist, wenn meine Worte auch Grenzen überwinden.“

Der 36-Jährige hat vor zehn Jahren in seinem inzwischen auch verfilmten Welterfolg „Gomorrha“ die Umtriebe der Camorra, der neapolitanischen Form der Mafia, beschrieben. Seitdem wird er von der Mafia bedroht und muss unter strengem Personenschutz leben.

Wie groß die Strahlkraft von M100 mittlerweile ist, lässt sich auch daran ermessen, dass Kanzlerin Angela Merkel (CDU) die Hauptrede hielt. Sie würdigte Savianos Einsatz für die Pressefreiheit: „Wir alle können kaum ermessen, welche Ängste Sie ausstehen, während Sie im Verborgenen leben müssen.“ Der Kampf für die Pressefreiheit erfordere den Mut engagierter Reporter wie Saviano. „Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen, dass Ihr Mut eines Tages dazu führen wird, dass die Missstände, die Sie beschreiben, beseitigt werden“, betonte die Kanzlerin.

„Zeit“-Chefredakteur erklärte, warum Saviano nicht im Meer planscht

Der Chefredakteur der Wochenzeitung „Die Zeit“, Giovanni di Lorenzo, schilderte in seiner Laudatio, wie eingeschränkt das Leben des prominenten Enthüllungsjournalisten ist. Die Auswirkungen reichen bis hin zu kleinen Alltagsfreuden: So scheue sich Saviano sogar, im Meer baden zu gehen. Der Grund: In der Öffentlichkeit könnte der Eindruck entstehen, dass sich „der Anti-Mafia-Held, dessen Leibwächter der Staat bezahlt, einen schönen Lenz macht“.

Saviano selbst ließ seine persönliche Situation außen vor. Stattdessen nutzte er seine Rede für ein flammendes Plädoyer zur Bekämpfung der Geldwäsche. Das alte lateinische Sprichwort „Geld stinkt nicht“ will er nicht unterschreiben: „Geld stinkt doch!“ Europa müsse den Spuren des Geldes nachgehen. Gleichzeitig äußerte er die Hoffnung, dass Deutschland und andere europäische Länder dem Vorbild Italiens folgen, wo es extrem strenge Gesetze gegen Geldwäsche und organisierte Kriminalität gibt. Seinen Preis widmete er dem türkischen Intellektuellen Ahmet Altan und dessen Bruder Mehmet Altan, die derzeit inhaftiert sind.

Kritik an Merkel: „Warum hat sie sich nie mit Opposition getroffen?“

Um die prekäre Situation in der Türkei unter Präsident Erdogan war es zuvor am Nachmittag beim M100-Kolloquium gegangen. Der frühere Chefredakteur der Zeitung „Cumhuriyet“, Can Dündar, schilderte im Gespräch mit „Bild“-Herausgeber Kai Diekmann die Stimmung: „Eine Wolke der Furcht hängt über dem Land.“ Dündar war nach dem Putschversuch im Juli als Chefredakteur des regimekritischen Blattes zurückgetreten und wird in seiner Heimat von der Justiz verfolgt. Im Orangerie-Schloss kritisierte er den Umgang der Kanzlerin mit der Türkei: „Sie hat das Land fünf Mal innerhalb von fünf Monaten besucht“, sagte er: „Warum hat sie sich da nie mit den Führern der Opposition getroffen?“

Immerhin erwähnte Merkel in ihrer Rede am Donnerstagabend ausdrücklich die gegenwärtigen Einschränkungen der Pressefreiheit in der Türkei. Beispielhaft nannte sie Dündars Namen, der während der Zeremonie im Publikum saß.

Von Ildiko Röd

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