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Kultur Dieter Thomas Kuhn lästert über Trump
Nachrichten Kultur Dieter Thomas Kuhn lästert über Trump
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11:45 20.08.2017
Dieter Thomas Kuhn Quelle: POP-EYE
Berlin

Dieter Thomas Kuhn ist gut darin, sich schlecht zu kleiden. Er trägt einen gelben Anzug und grünes Glitzerhemd darunter, die Föhnwelle sieht aus, als ließe sie sich wie bei einer Playmobilfigur abstecken. Das bedeutet aber lange noch nicht, dass andere Männer mit fragwürdiger Frisur mit seiner Sympathie rechnen dürfen. Erst recht nicht, wenn es um einen gewissen US-Präsidenten geht, der täglich die Nachrichten bestimmt. „Ein blondes Arschloch mit beschissener Frisur grinst dich jeden Morgen an – und ich mein nicht mich“, sagt Kuhn, ohne den Namen von Donald Trump explizit zu nennen.

Mit seinem Konzert in der Waldbühne Berlin vor rund 19 000 Zuschauern liefert der Schlagersänger am Samstagabend seine Antwort auf den Hass in der Welt: Lust, Liebe und Albernheit. Auf der Bühne wird geknutscht und gekuschelt, Sonnenblumen und BHs fliegen nach vorne, eine Federfontäne schießt in die Luft.

Die eigentliche Show aber findet vor der Bühne statt. Was von oben ausschaut wie ein hübscher Regenbogen, stellt sich bei näherem Betrachten als Sammelsurium modischer Fehlgriffe heraus – aber die sind ja gewollt. Der schrille Schrecken im Schnelldurchlauf: Braune Trainingsanzüge, Hemden in Ockergelb und Neongrün, Batikkleider, Cordhosen mit Schlag, Minipli-Perücken, pinke Hüte. Hauptsache hässlich, das ist der Dresscode des Abends. Im Dunkeln schmücken sich die Fans dann wie wandelnde Schrebergärten - mit Lichterketten und Lampions. Sie schunkeln und singen „Oh wie ist das schön“.

Kuhn füttert die Partystimmung mit zumeist schneller gespielten Versionen von „Sag mir quando, sag mir wann“, „Schön ist es auf der Welt zu sein“ und „Amore mio“. Peter Maffay, Udo Jürgens und Howard Capendale schaffen es mit mehreren Songs ins Programm. Der Sound ist breiig, die Stimmung euphorisch. Die Erdbeerbowle kommt in Ein-Liter-Bechern. Kuhn betört trotz erstaunlicher Plauze mit seinem Schwerenöter-Blick, nippt bei „Die kleine Kneipe“ von Peter Alexander am Ramazotti und beteuert, was für ein Geschenk es sei, jeden Abend Menschen glücklich zu machen. Nach mehr als zwei Stunden ist Schluss, die Menschen tanzen noch lange weiter. Kuhn hat’s mal wieder geschafft.

Von Maurice Wojach

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