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Doro Pesch freut sich auf Neuruppin

Konzert Doro Pesch freut sich auf Neuruppin

Es wird eine Best-of-Show mit den größten Hits geben. Das kündigt Metal-Ikone Doro Pesch im MAZ-Interview an. Am Freitag spielt sie mit ihrer Band in der Kulturhaus in Neuruppin.

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Die Königin des Heavy Metal: Doro Pesch.

Quelle: dpa

Neuruppin. Doro Pesch tritt mit ihrer Band heute im Kulturhaus Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) innerhalb ihrer „Strong & Proud“-Tour auf. Im Interview erklärt sie, was an den gängigen Vorstellungen von Heavy Metal dran ist.

Heavy Metal wird mit vielen Klischees in Verbindung gebracht. Welches stimmt?

Dass wir uns gerne mit Leder, Jeans und Nieten kleiden. Was wir auf der Bühne tragen, ziehen wir auch oft privat an. Metal ist, auch was das angeht, sehr authentisch.

Lemmy Kilmister war ihr Freund

Doro Pesch gilt als „Queen of Metal“. Die 53-Jährige wurde in den 80er Jahren bekannt als Sängerin der Band Warlock. Einer der größten Hits der Band ist „All We Are“.

1990 brachte Doro Pesch unter ihrem Vornamen ihr erstes Solo-Album heraus. Bisher hat sie etwa zehn ­Millionen Tonträger verkauft.

Sie tourte gemeinsam mit Judas Priest, den Scorpions, Motörhead und dem verstorbenen Sänger Lemmy Kilmister, mit dem sie auch befreundet war.

Das aktuelle Album heißt „Für immer“ und ihr erstes deutschsprachiges Album. Darauf ist unter anderem „Helden“ – eine Coverversion von „Heroes“ von David Bowie.

Und was ist totaler Quatsch?

Das Klischee, dass Rockstars jede Nacht Party machen, stimmt – zumindest heutzutage – nicht mehr. Eine Tour ist mega-anstrengend, und wenn du nicht gut auf dich und deinen Körper achtgibst, hältst du das nicht lange durch. Alle älteren Bands haben das längst verstanden.

Wer denn?

Zum Beispiel Aerosmith, die leben heute komplett abstinent und haben es in den 70er Jahren ja bekanntlich besonders heftig krachen lassen. Ich selbst trinke ganz selten mal ein Bier und rauche seit Jahren nicht mehr, obwohl ich das immer geliebt habe. Es gibt noch so ein Klischee, das absolut nicht stimmt.

Raus damit.

Dass Metal-Fans und die Musiker so hart und brutal sind wie ihre Musik. Das genaue Gegenteil ist der Fall. Metaller haben ganz viel Herz und Tiefe. In Wacken zum Beispiel kommen jedes Jahr über 80 000 Menschen an vier Tagen zusammen, um das weltgrößte Metal-Festival zu feiern – und es geht total friedlich und fröhlich zu, obwohl dort nicht gerade wenig Alkohol konsumiert wird.

Wie sind Sie eigentlich zum Heavy Metal gekommen?

Ich habe mich als kleines Kind schon total zum Rock ’n’ Roll hingezogen gefühlt. Wenn da Chuck Berry oder Little Richard im Radio lief, bin ich laut singend durch die Wohnung gehüpft. Ich wusste da schon, dass ich einmal Sängerin werden wollte. Als ich dann mit 16 Jahren meine erste Band hatte, wussten wir noch gar nicht, dass das Heavy Metal war, was wir spielten.

Warum war es undenkbar, zum Beispiel Punk zu werden?

Eines der ersten Konzerte, das ich mit meiner Band damals in Düsseldorf gespielt habe, war in einem Punker-Schuppen. Die hätten uns fast von der Bühne geholt und haben versucht, die Bühne anzuzünden. Einer hat sogar die ganze Zeit mit einer Pistole rumgefuchtelt. Punk war damals der Todfeind des Metal.

Gibt es im Heavy Metal männliche Groupies?

So ein paar Jungs habe ich über die Jahre schon erlebt, aber die verhalten sich natürlich ein wenig anders als die weiblichen Groupies. Das Lustigste, das ich je erlebt habe, war ein Fan, der sich durch das Fenster in ein Appartement gezwängt hat, das mir der Konzertveranstalter als Umkleideraum zur Verfügung gestellt hatte.

Und, ist was passiert?

Als ich nach dem Konzert dorthin zurückkam, lag er nur mit Unterhöschen bekleidet im Bett und hat total geschnarcht. Er hatte sich anscheinend ein wenig Mut antrinken wollen und hat dabei die komplette Minibar geleert.

Was haben Sie mit ihm gemacht?

Vier Sicherheitsleute haben ihn rausgetragen.

Warum gleich vier?

Mein Groupie war nicht nur sturzbetrunken, sondern 120 Kilo schwer.

Dann haben wir das Sex-Thema schon mal abgehakt, was ist mit Drogen?

Bis auf den Rock ’n’ Roll spielt bei uns in der Band nichts eine Rolle. Wir leben fast alle vegan und treiben Sport.

Na, dann ist ja für das Konzert in Neuruppin einiges zu erwarten.

Die Fans dürfen sich auf eine Best-of-Show der größten Hits von mir und meiner alten Band Warlock und Hymnen aus den vergangenen 30 Jahren freuen. Wir spielen auch zwei, drei Perlen von unserem deutschsprachigen Album, das gerade erschienen ist. Und am Ende – zur Zugabe – dürfen sich die Fans wie immer Songs wünschen. Wer am lautesten schreit, gewinnt (lacht). Wir freuen uns schon sehr auf Neuruppin!

Von Maurice Wojach

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