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Drei Favoriten für die RBB-Intendanz

Nachfolge von Dagmar Reim Drei Favoriten für die RBB-Intendanz

Der Run auf den Intendantenplatz beim Rundfunk Berlin-Brandenburg und damit die Nachfolge von Dagmar Reim hat begonnen. 28 Bewerber haben ihren Hut in den Ring geworfen. Über die Qualifikation so manches Kandidaten lässt sich streiten. Doch drei Hochkaräter gehören zu den Favoriten.

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Dagmar Reim gibt ihre Stelle als Intendantin zum 30. Juni auf.

Quelle: rbb/Kristina Jentzsch

Potsdam. Intendant eines öffentlich-rechtlichen Senders wird man nicht, indem man sich bewirbt. Man lässt sich bitten. So ist das auch beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB), dessen Intendantin Dagmar Reim ihr Amt aus privaten Gründen zum 30. Juni aufgeben wird.

Auf die gesetzlich vorgeschriebene Stellenanzeige gingen zwar 28 Bewerbungen ein. Überzeugt hat aber keine einzige. Auch die drei internen Bewerber sind aus dem Rennen, sowohl die zunächst als Favoritin gehandelte Programmchefin Claudia Nothelle als auch Justiziar Peter Binder und Verwaltungsdirektor Hagen Brandstäter, zugleich stellvertretender Intendant der Zweiländeranstalt.

Skurrile Bewerbungen um Reim-Nachfolge

Von der Tango-Tänzerin bis zum geschassten Radiomanager: 29 Namen stehen auf der streng geheim gehüteten Liste derer, die sich für geeignet halten, das Amt von Dagmar Reim zu übernehmen.

Die aussichtsreichsten Kandidaten stellen wir in diesem Text vor. Unter den Bewerbern sind viele ernsthafte Namen und einige kuriose. Lesen Sie im RND-Blog, wer sich Hoffnung auf den Intendanten-Job macht.

Es obliegt damit der aus dem Rundfunkrat rekrutierten, zehnköpfigen Findungskommission, auf eigene Faust Kandidaten zu finden. Zwei sollen es mindestens sein, maximal aber drei Namen, die den Mitgliedern des Rundfunkrats bis Freitag genannt werden müssen. Die Wahl wird am 7. April in Potsdam stattfinden.

Nach Informationen des Redaktionsnetzwerks Deutschland, zu dem die MAZ gehört, zählen zu den Favoriten Volker Herres, der fürs Erste zuständige Programmchef der ARD, die ARD-Generalsekretärin Susanne Pfab sowie Patricia Schlesinger, die beim NDR-Fernsehen den Programmbereich Kultur und Dokumentation leitet. Abgesagt hat Tina Hassel, für die die Anfrage wohl schlicht zur Unzeit kam. Erst im Juli hat die frühere Leiterin des Washingtoner ARD-Büros Ulrich Deppendorfs Nachfolge an der Spitze des Hauptstadtbüros angetreten.

Volker Herres, Programmchef bei der ARD, gilt als Kandidat für die Reim-Nachfolge

Volker Herres, Programmchef bei der ARD, gilt als Kandidat für die Reim-Nachfolge.

Quelle: dpa

Zwar soll noch ein vierter Name im Gespräch sein. Aber bereits die genannten drei Favoriten zeigen, worum es der Findungskommission geht: um das Programm, die Medienpolitik und um das journalistische Profil des RBB.

Herres wäre derjenige, der das RBB-Fernsehen aus seinem andauernden Quotentief führen könnte. Fiele die Wahl auf ihn, müsste er sich mit Programmchefin Nothelle arrangieren, der genau diese Schwäche angelastet wird. Würde der Programmchef des Ersten aber riskieren, gegen einen anderen Kandidaten zu verlieren? Ihn alleine antreten zu lassen, mit dem Gewinnlos in der Tasche, widerspräche dem Willen des Rundfunkrats, eine Wahl zu haben, die diesen Namen verdient. Zudem scheinen sowohl die Findungskommission als auch der Rundfunkrat eine Frau zu favorisieren.

Das spricht für Susanne Pfab, die als Juristin keinerlei journalistische Erfahrung mitbringt und erst seit Januar 2015 Generalsekretärin der ARD ist. Diesen Posten schon wieder neu besetzen zu müssen, wäre für die ARD misslich. Schließlich ist da Patricia Schlesinger, die im Grunde alle Fähigkeiten mitbringt, die der Rundfunkrat als Eignungskriterien festgelegt hat.

Susanne Pfab ist Juristin und seit Januar 2015 Generalsekretärin der ARD

Susanne Pfab ist Juristin und seit Januar 2015 Generalsekretärin der ARD.

Quelle: WDR Presse und Information/Bildk

Die 54-Jährige ist eine politisch versierte, durch und durch öffentlich-rechtlich geprägte Journalistin mit reichlich Auslandserfahrung als Korrespondentin für Südostasien und die USA. Führungserfahrung hat sie beim NDR über viele Jahre gesammelt. Als ehemalige Moderatorin von „Panorama“ und diversen „Brennpunkten“ besitzt sie einigen Bekanntheitsgrad und soll auch mit Dagmar Reim gut können – was nichts zur Sache tut, aber hilft.

Auch ein Herz für Dritte Programme bringt die aus Hannover stammende Frau des frisch pensionierten „Spiegel“-Redakteurs Gerhard Spoerl mit. „Lokal fühlen, global denken“, lautet ihr Motto, was sich in preisgekrönten Dokumentationen für die „Story“ im Ersten ebenso ausdrückt wie in NDR-Formaten, etwa „7 Tage in…“. Obendrein kennt die Enkelin eines DDR-Politikers die Zerrissenheiten zwischen Ost und West aus eigener Erfahrung. Auch das ist immer noch ein Thema beim RBB, 2003 hervorgegangen aus dem Sender Freies Berlin und dem Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg.

Patricia Schlesinger hat bereits Führungserfahrung beim NDR gesammelt und preisgekrönte Reportagen auf den Weg gebracht

Patricia Schlesinger hat bereits Führungserfahrung beim NDR gesammelt und preisgekrönte Reportagen auf den Weg gebracht.

Quelle: NDR Presse und Information

Von Ulrike Simon

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