Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Drei Potsdamer Klangkünstler in der Fabrik

Made in Potsdam Drei Potsdamer Klangkünstler in der Fabrik

Es gibt Geräusche, Rhythmen und Klänge, die in der herkömmlichen Musik und auch in der Sprache keine Rolle spielen. Alex Nowitz, Cia Rinne und Sabine Vogel beschäftigen sich mit den Phänomenen seit vielen Jahren. Die drei Künstler stellen am Samstag in der Potsdamer Fabrik drei bewusstseinserweiternde Soli vor.

Voriger Artikel
Gunter Gabriel nach Schwächeanfall im Krankenhaus
Nächster Artikel
Azad übernimmt die Spitze der Album-Charts

Klangschalen im Heiligen See Potsdam

Quelle: Vogel

Potsdam. Die eine Künstlerin lässt sich von Naturgeräuschen inspirieren, die andere zelebriert rhythmische Wortkunst in drei Sprachen und ein Dritter demonstriert den Facettenreichtum seiner menschlichen Stimme. Am heutigen Samstagabend, 20 Uhr, treten in der Fabrik drei Künstler auf, die in Potsdam leben, aber überall auf der Welt verstanden werden. Denn jenseits der phonetischen Mitteilungen gibt es Klangphänomene, die sich poetisch, musikalisch oder auch wissenschaftlich deuten lassen. Alle drei greifen dabei auf modernste, elektroakustische Geräte zurück.

Sabine Vogel wohnt in der Nauener Vorstadt und hat dem Ufer vor ihrer Haustüre unerhörte Geheimnisse abgelauscht. Mit feinen Mikrofonen zeichnete sie – über und unter Wasser – das Raunen des Schilfs auf. Und auch das Tönen von Klangschalen, die sie in die Eiskruste des Heiligen Sees gestellt hat, fasziniert sie. Die Aufnahmen wird die studierte Flötistin in einer 30-minütigen Bühnenperformance mit ihrer Querflöte nachahmen und kommentieren, erwidern und interpretieren. „Das ist, wie wenn ich eine Lupe in die Natur halte, aber auch in meiner Flöte steckt ein intimer, leiser Mikrokosmos von Geräuschen“, sagt sie. Ihre Echtzeit-Komposition nennt sie „Havelklang“.

Cia Rinne schreibt lautpoetische Gedichte, die sie selbst vorträgt. Die gebürtige Finnin wuchs im Taunus auf und schreibt in englischer, deutscher und französischer Sprache minimalistische Verse, bei denen der Klang der Worte, der Inhalt und das Schriftbild gleich wichtig sind. Damit stellt sie sich in die Tradition des Dadaismus und der Fluxuskunst.

Die dritte Station der Liveperformance wird der Sänger und Stimmperformer Alex Nowitz bestreiten, der seit 1994 in Potsdam lebt, aber auch als Doktorand in Stockholm forscht. „In Deutschland gibt es leider keine Kunstforschung, also ein Verständnis dafür, Theorie und Praxis zu durchmischen“, sagt der 47-Jährige. Ihn interessiere „die Vielstimmigkeit, die durch eine Person gegeben ist“. Von Hause aus sei er ein Tenor, der aber Körpertechniken auch ganz andere Tonlagen erreicht. Zusätzlich nutzt er ein gestengesteuertes Instrument, das er Strophonion nennt und selbst über fünf Jahre im Studio for electro-instrumental music (STEIM) in Amsterdam entwickelt hat. In der Fabrik wird er erstmal auch Videos einsetzen.

Die drei in Potsdam lebenden Klang- und Stimm-KünstlerInnen stellen ihre jüngsten Arbeiten erstmals an einem Abend gemeinsam vor.

Unerhört Komplexe Klangkunst & minimalistische Soundpoesie. Alex Nowitz, Cia Rinne und Sabine Vogel. Samstag, 20 Uhr. Fabrik, Schiffbauergasse, Potsdam.

Von Karim Saab

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur
www.esprit.de
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?