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„Die Leute lieben mich“, sagt Walter Freiwald über – sich

Dschungelcamp-Star im MAZ-Interview „Die Leute lieben mich“, sagt Walter Freiwald über – sich

Im Dschungelcamp machte er sich bei den anderen Promis und den Zuschauern unbeliebt. Schuld daran waren seine Wutausbrüche und seine Prahlereien. Im Interview spricht er über seine Rolle als böser Bube, warum er beim Sommerableger von „Ich bin ein Star“ mitmacht und warum er immer noch arbeitslos ist.

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Walter Freiwald geht für RTL wieder in den Dschungel.

Quelle: dpa

Potsdam. Er wurde zwar nicht Dschungelkönig, stand aber dennoch im Mittelpunkt von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“: Walter Freiwald wurde Anfang des Jahres in der RTL-Dschungelshow mit seinen Wutausbrüchen und Prahlereien zum Lästerobjekt Nummer eins. Jetzt gibt es ein Wiedersehen mit dem 61-Jährigen: Er ist mit von der Partie, wenn im Sommerableger der Ekelshow („Ich bin ein Star – Lasst mich wieder rein!“, ab Freitag, 22.15 Uhr, RTL) ehemalige Dschungel-Kandidaten in verschiedenen deutschen Städten gegeneinander antreten. Der Sieger darf nächstes Jahr bei der zehnten Auflage von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ mitmachen.

Herr Freiwald, Sie nehmen am Sommerspecial der Show „Ich bin ein Star“ teil, dessen Sieger ins Dschungelcamp 2016 einziehen darf. Haben Sie denn vom letzten Mal nicht die Nase voll?

Walter Freiwald: Nein, diese Lebenserfahrung, die ich in Australien gemacht habe, möchte ich gar nicht missen. Es hat mir sehr gut getan, einfach mal abzuschalten und aus der modernen Welt auszusteigen. Wenn Sie erst mal anfangen, mit Pflanzen und Steinen zu reden und vergessen, dass es Internet, Telefon und Kalender gibt, ist das ein ganz neues Lebensgefühl. Ich kam mir vor wie Robinson Crusoe. Irgendwann habe ich mir sogar gedacht, ich könnte noch gut und gerne drei Wochen dort bleiben.

Sie haben also nicht gezögert, das neue Showangebot anzunehmen?

Freiwald: Nein, ich habe nicht gezögert, sondern gleich Ja gesagt, hatte das auch vorher mit meiner Frau besprochen. Ich hatte mir schon gedacht, dass ich gefragt werde, schließlich habe ich dem Sender gute Quoten gebracht, vielleicht ist das der kleine Lohn dafür.

Gibt es denn für den Sommer-Dschungel ein Honorar?

Freiwald: Ja, da gibt es einen Obolus, aber das ist keine weltbewegende Summe.

Gab es bei Ihrem Aufenthalt im Dschungelcamp wirklich nichts, was Sie genervt hat? Vielleicht die Mitkandidaten?

Freiwald: Ach nein, ich bin ja ein Menschenfreund. Das Schlimmste war, dass meine Frau nicht dabei war. Und dass es Regengüsse gab, die drei Tage dauerten, so dass ich irgendwann Pilze auf dem Rücken hatte und vor Jucken nicht mehr konnte. Ich hatte Angst vor der Hitze, aber das hat mir nichts ausgemacht.

Und wie fanden Sie die berüchtigten Dschungelprüfungen?

Freiwald: Das sind zwar keine Peanuts, aber ich habe sie alle gut überstanden, obwohl ich kein Sportler bin. Ich kann nicht nachvollziehen, was an alledem schlimm sein soll. Es gibt Spielregeln, die kennt man vorher, an die muss man sich eben halten.

Zur Person

Walter Freiwald kam 1954 im niedersächsischen Wittmund zur Welt und wechselte nach einer kaufmännischen Lehre als Moderator zum Radio.

Einem größeren Publikum wurde Freiwald ab 1989 als Assistent von Harry Wijnvoord in der TV-Sendung „Der Preis ist heiß“ bekannt. Später arbeitete der Moderator für verschiedene Teleshopping-Sender und hatte Gastauftritte in der Serie „Unter uns“.

Im Dschungelcamp bekannte e r, seit längerem ohne Job zu sein und dringend eine Stelle zu suchen.

Walter Freiwald ist verheiratet , hat zwei erwachsene Söhne und lebt in Meerbusch bei Düsseldorf.

Im Fernsehen kamen Sie teilweise als wehleidiger Wüterich rüber. Waren Sie im Nachhinein schockiert über Ihr Dschungelimage?

Freiwald: Ja, das hat mich ein bisschen geschockt. Es war ja genug Filmmaterial da, man hätte mich locker auch als Guten verkaufen können. Aber der Böse hat wohl mehr gezogen. Die von RTL können mit dem Filmmaterial natürlich machen, was sie wollen, ich habe ja unterschrieben, dass ich die Rechte abtrete – insofern musste ich wohl damit rechnen. Aber ich hatte im Vorfeld schlichtweg nicht an die Möglichkeit gedacht, dass es so kommen könnte.

In Teilen der Medien wurden Sie ziemlich hart angegangen, die Bezeichnung „Krawalter“ gehört da fast noch zu den harmloseren Sachen. Haben Sie durch diese Erfahrung einen anderen Blick auf die Medien gewonnen?

Freiwald: Manchmal steht man schon da und fragt sich, wieso werden Lügen verbreitet. Zum Beispiel gab es die falsche Behauptung, dass ich mich gar nicht beworben hätte für das Amt als Bundespräsident, was ich aber durchaus getan habe. Ich kann mich leider nicht dagegen wehren, denn ich kann ja unmöglich Dutzende Anwälte ins Feld schicken.

Sind Ihnen die Menschen auf der Straße hinterher anders begegnet als vorher und haben Sie als unberechenbaren Dschungel-Freak betrachtet?

Freiwald: Nein, überhaupt nicht. Ich habe bis heute nicht einen einzigen Menschen auf der Straße oder im Supermarkt getroffen, der mich angespuckt oder beschimpft hätte. Im Gegenteil. Mein Image ist durch das Dschungelcamp noch mal richtig nach vorne gerauscht.

Inwiefern?

Freiwald: Die Leute lieben mich (lacht). Sie sprechen mich überall an, wollen Selfies machen oder Autogrammkarten haben, wollen mich anfassen – solche Sachen. Interessant ist, dass es sehr viele junge Leute ab 16 sind. Vielleicht bin ich so eine Art Idol für die geworden, weil ich sie gut unterhalten habe. Es ist doch sowieso das A und O, die Leute zu unterhalten.

Sie hatten damals vor laufender Kamera um Jobs gebeten. Nun heißt es, Sie hätten viele Jobangebote bekommen, aber alle abgelehnt. Ist das denn wahr?

Freiwald: Nein, das stimmt nicht. Ich habe über meine Homepage 485 Jobangebote bekommen, von diesen waren 95 Prozent Mist, und eine Menge Leute wollten mit meiner Bekanntheit Eigenpromotion machen. Ich sollte eine Erotikmesse moderieren, aber das ist nicht mein Geschmack, genauso wenig wie Ballermann, das kann ich nicht. Was davon überbleibt, das können Sie an zwei Händen aufzählen, und diese Jobs habe ich auch angenommen und schon gemacht.

Was denn zum Beispiel?

Freiwald: Autogrammstunden geben oder ein Sommerfest moderieren, solche Sachen. Was mir fehlt ist ein kontinuierlicher Job, den ich gerne hätte. Ich bin ja nicht mehr weit vom Rentenalter entfernt, und ich fände es schon sehr beruhigend, wenn ich morgens aufstehen und zur Arbeit gehen könnte. Ich hätte ganz gerne im Radio einen Job gehabt, aber ich habe schon vor dem Dschungelcamp 99 Radios angeschrieben, davon haben 50 geantwortet, und ich bin denen anscheinend einfach zu alt.

Jetzt schreiben Sie dem Vernehmen nach an einem Buch …

Freiwald: Im Grunde ist das Buch quasi schon fertig. Es geht in Richtung Biographie: Ich erzähle, was hinter den Kulissen passiert ist und sage das, was ich rechtlich sagen darf. Leider habe ich noch keinen Verlag gefunden, das ist das Dumme. Die großen Verlage haben nein gesagt, warum auch immer. Man hat wohl Bedenken, dass ich die Masse nicht erreiche. Das ist mir ein Rätsel.

Wenn Sie 2016 erneut ins Dschungelcamp einziehen sollten, werden Sie dann etwas anders machen als beim ersten Mal?

Freiwald: Nein, ich bin authentisch geblieben und will so bleiben wie ich bin. Wenn ich in den Spiegel gucke, kann ich lächeln.

Von Cornelia Wystrichowski

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