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MAZ-Konzerttipp Du sollst nicht ...

Die Zehn Gebote befragen Slim Cessna’s Auto Club befragen auf ihrem aktuellen Album. Keine leichtes Unterfangen, den göttlichen Forderungen der Bibel an die Menschen eine musikalische Form zu geben und sie auf ihre Gültigkeit hin zu befragen. Am Dienstag spielt die sechsköpfige Band, die ihre Wurzeln im Alternative Country hat, in Berlin.

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Bieten ihre Sicht auf Gott und die Welt: Slim Cessna’s Auto Club.

Quelle: Gary Isaacs

Potsdam. Es war einmal, da galt Denver im US-Bundesstaat Colorado als die Wiege des Gothic Country. Jener speziellen Spielart, in der sich Moritaten aus der Zeit der Pioniere und späteren Siedler mit den teils fürchterlichen und daher gefürchteten Geschichten aus dem Alten Testament mischten. Eine Keimzelle dieser gespenstisch aufgeladenen Alternative Country waren The Denver Gentlemen. Eine noble Musikervereinigung, der David Eugene Edwards und Slim Cessna entstammen. Während Edwards mit 16 Horsepower Furore machte noch heute mit Wovenhand zürnt und barmt, gründete Slim Cessna seinen Auto Club – und fuhr seitdem nicht schlecht dabei.

Die Band hat nun ihr jüngstes Album „The Commandments According To SCAC“ im Tourgepäck – die Zehn Gebote, die den Slim Cessna’s Auto Club betreffen. Da ist er wieder - der Bezug auf die Bibel. Doch wird er gedreht, gewendet und auf seine heutigen Bezüge abgeklopft. Glaube, Hoffnung und Liebe. Und was von ihnen übrig bleibt hier auf Erden. Nicht immer viel, denn die zehn Stories, die vom Auto Club zu Gehör gebracht werden, speisen sich aus literarischen Bezügen – von Wallace Stegner, über William Faulkner bis hin zu Cormac McCarthy. Der (wilde) Westen wurde zwar gewonnen. Doch unter etlichen Verlusten.

So atmen die bisweilen kargen, klapprigen Lieder des Sextetts eine düstere Getriebenheit, eine Erhabenheit wie sie Kirchenliedern des Südens eigen ist, glühen aber zugleich wie von einer inneren Flamme gewärmt. Nachgedacht wird über komplizierte Dinge wie Schuld und Sühne, Vergebung und Erlösung. Am Ende aber gewinnen Trost und Hoffnung. Dann strahlt die Flamme.

Konzert: Dienstag, 20. September, 20 Uhr, Roadrunner’s Paradise, Berlin-Prenzlauer Berg.

Von Ralf Thürsam

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