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Ein Dylan-Song für jede Lage

Lesemarathon „Stadt Land Buch“ Berlin-Brandenburg Ein Dylan-Song für jede Lage

Lektüre am laufenden Band: Am Sonntag startet bundesweit und auch in Berlin und Brandenburg der Lesemarathon „Stadt Land Buch“. Mit dabei ist auch Schriftsteller Björn Kern aus dem Oderbruch, der in Eberswalde aus seinem neuen Buch „Das Beste, was wir tun können, ist nichts“ liest – quasi „der gehobene Ausstieg aus dem kapitalistischen Hamsterrad“, so Kritiker.

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Der Schriftsteller Björn Kern aus Neulangsow im Oderbruch.

Quelle: Matthias Lubisch

Potsdam. Was tun? Die Tage, in denen wir leben, rufen nach Protest. Denn Brexit und Trump, wer will das hinnehmen, wer wollte da die Hände in den Schoß legen? Björn Kern will es. Zumindest, wenn man seinem Titel glaubt, der vor Sarkasmus strotzt. „Das Beste, was wir tun können, ist nichts“, heißt sein neuen Buch. Mag sein, dass dieses Mantra ins Oderbruch passt, wo Kern lebt – eine Gegend, in der sich die Natur selbst reguliert und die Vögel schon wissen, wann sie Reißaus gen Süden nehmen müssen. Der Mensch ist Staffage und friedlicher Betrachter.

Björn Kern plädiert in seinem Buch fürs Nichtstun

Kern, 38 Jahre alt, ist Gast des Festivals „Stadt Land Buch“, das bundesweit stattfindet, in Brandenburg liest er im Gewächshaus des Eberswalder Forstbotanischen Gartens (Am Zainhammer 5, 13.11., 11 Uhr, Karten unter 03334/657487). Es gibt Kritiker, die sagen, sein Werk „Das Beste, was wir tun können, ist nichts“ sei „der gehobene Ausstieg aus dem kapitalistischen Hamsterrad“.

Ein nervenschonender Auszug aus dem Buch, das er in Eberswalde vorstellen wird: „Früher war ich effizient, leistete sogar Multitasking. Eine scheußliche Fähigkeit, die einem nach fragilen Nichtstun schnell Schaden zufügt. Es kam vor, dass ich links das Kind auf dem Arm hielt, während ich rechts die Maus bediente, dabei aber telefonierte. In meinen dunkelsten Stunden kaufte ich bei Tchibo ein und rief Hotlines an. Bis mir klar wurde: So konnte es nicht weitergehen. Was war zu tun? Irgendwann ging es mir auf: Nichts!“

Eine Satire über den Literaturbetrieb und eine Liebesgeschichte

Das Gastland Georgien steht im Mittelpunkt bei der Lesung von Lasha Bugadze, 39 Jahre alt. Sein Roman „Der Literaturexpress“ ist eine Satire über den Literaturbetrieb, ein Panoptikum voller situativer Komik und eine komplikationsreiche Liebesgeschichte. Er liest im Museum Neuruppin (August-Bebel-Straße 14-15, 13.11., 11 Uhr. Karten unter 03391/3555100).

Vom mehrfach alarmgesicherten Leben der Familie Vandersanden kann man im Potsdamer Buchladen Wist hören (Dortustraße 17, 14.11., 19 Uhr. Karten unter 0331/2800452). Die belgische Schriftstellerin Saskia de Coster, 40 Jahre alt, liest aus ihrem Buch „Wir und ich“. Mutter Mieke, traurige Heldin dieses Romans, kämmt zur Entspannung Teppichfransen. Vater Stefaan hat für jede Lebenssituation den passenden Dylan-Song parat. Und Tochter Sarah muss Besuch von Schulfreunden zwei Wochen im Voraus anmelden. Bis eines Tages Miekes Bruder aus dem Gefängnis entlassen wird, sich bei Vandersandens einquartiert und Sarah die Welt jenseits des Kokons der Langeweile zeigt.

Beispielhaft steht de Costers Buch für die Tendenz des Festivals, das davon erzählt, wie wenig materieller Reichtum vor dem Risiko des Lebens schützt. Und vom Vergnügen spricht, der Ungewissheit ins Gesicht zu lachen.

Info: Stadt Land Buch, 13.-19. November. www.stadtlandbuch.de

Von Lars Grote

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