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Ein Hauch von Palo Alto in Potsdam

¢SAP Innovation Center Ein Hauch von Palo Alto in Potsdam

Im SAP Innovation Center tüfteln 280 junge Mitarbeiter in innovativer Startup-Atmosphäre an neuen Projekten und arbeiten an zukünftiger Software – am Donnerstag wurde ein neuer 4500 Quadratmeter großer Gebäudeteil eingeweiht. Nicht nur die Wohnzimmeratmosphäre im Gebäude sorgt für kreative Energie.

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Transparenz und Flexibilität: Arbeitsplätze im SAP Innovation Center in Potsdam. Die Zwischenwände sind beweglich.

Quelle: D. Scheerbarth

Potsdam. Der Arbeitsplatz der Zukunft hat für Software-Entwickler Benjamin Ramhofer Schreibtische auf Rollen, verschiebbare Trennwände und lichtdurchflutete Areale, damit teamübergreifende Kommunikation gefördert wird. In sogenannten Coffee Corner Sessions kommen oft alle Kollegen zusammen. „Wie auf einer guten Party, am Ende trifft sich alles in der Küche“, sagt der 34-Jährige. Ramhofer arbeitet im SAP Innovation Center in Potsdam, wo am Donnerstag ein neuer Gebäudeteil eingeweiht wurde. „Starre Meetings passen nicht in unsere heutige flexible Gesellschaft. Kommunikation sollte kein Event sein, sondern im täglichen Leben stattfinden.“ Das Stuttgarter Architekturbüro Scope schuf ein Gebäude, das von Offenheit geprägt ist: Wandelemente aus Glas, eine große Dachterrasse mit Schaukelstühlen, von überall aus ist ein Blick ins Grüne möglich. Die 280 Mitarbeiter kommen aus 30 verschiedenen Nationen, viele von ihnen wohnen in Berlin. Ein Shuttle bringt sie jeden Morgen vom Berliner Westkreuz nach Potsdam.

Fast könnte es seine eigene Wohnung sein, in der sich Benjamin Ramhofer gerade einen Cappuccino zubereitet, sein Blick schweift durch die Glastür auf den Jungfernsee. Daneben tummeln sich mehrere Mitarbeiter in den verspielten gelben Schaukeln und wuchtigen Ohrensesseln, die auf giftgrünen Teppichen stehen. Die gegenüberliegende Sitzecke mit großer Weltkarte an der Wand lässt erahnen, welche Art von Gesprächen hier geführt werden. Benjamin Ramhofer leitet den Bereich Personalized Enterprise Software, er möchte Daten und Menschen in der digitalen Welt zusammenführen, wie er sagt. Durch eine Software, die noch in der Entwicklung ist, soll in Zukunft die Problemlösung in Unternehmensvorgängen vorangehen. Sein Team baut Prototypen, die von unterschiedlichen Firmen genutzt werden können. „Viele Daten liegen in verschiedenen Systemen, wir wollen diese durch eine Webanwendung zusammenführen“, sagt er. Vor allem für die Automobilindustrie wird das interessant sein.

Ein bisschen Palo Alto liegt im SAP Innovation Center in der Luft, viele junge Gesichter schwirren durch die Flure, der Altersdurchschnitt liegt bei etwa 30 Jahren. Wenn sie nicht gerade mit ihren Kollegen gemeinsam an Projekten arbeiten, sitzen sie mit dicken Kopfhörern hochkonzen­triert vor dem Computer. So wie der 32-jährige Henning Heitkötter, der gerade an einer Lösung tüftelt, wie er es Unternehmen erleichtern kann, Gewinn- und Verlustrechnungen auf den Tag genau zu analysieren. „So können Firmen schneller sehen, wo ihre Zukunftspotenziale liegen und Fehler schneller auswerten“, sagt er.

Wie Immobilienunternehmen ihre Gebäude besser organisieren können, darum hat sich sein Kollege Matthias Kohnen gekümmert. Er war mitverantwortlich für die Entwicklung des sogenannten SAP Real Estate Cockpit – eine Plattform, auf der Unternehmen einen Überblick über die Daten ihrer Gebäude bekommen und so im besten Fall effizienter und ökologischer wirtschaften können. Der 28-Jährige wohnt in Potsdam und hat am Hasso-Plattner-Institut studiert, wo die Methode des Design Thinking erfunden wurde: „Projekte werden multidisziplinär umgesetzt, Designer arbeiten mit Entwicklern und Kunden Hand in Hand“, erklärt er. Homeoffice ist immer möglich und es gibt Vertrauensarbeitszeit. Möglichkeiten für Denkpausen gibt es genügend: Eine Boulderhalle und ein Fitnessraum im Erdgeschoss, ein Beachvolleyballfeld im Vorgarten des Gebäudes und jede Menge Tischkicker. Matthias Kohnen ist glücklich über seinen Arbeitsplatz: „Wir haben hier alle Freiheiten, um kreativ arbeiten zu können.“

Von Melanie Höhn

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