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Ein Konzert der Gitarreros erstmals auf DVD

DVD-Tipp Ein Konzert der Gitarreros erstmals auf DVD

Es war ein heißer Sommer 1986 als die besten Rockgitarristen der allerbesten DDR ein ungewöhnliches Projekt starteten: Die Gitarreros. Im Kontext von „Rock für den Frieden“ 1986 aus der Taufe gehoben, wurden die Auftritte dort und die anschließende Tournee ein großer Erfolg.

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Ausgegraben aus dem Deutschen Rundfunkarchiv: das Konzert der Gitarreros 1986 in der Leipziger Kongresshalle.

Quelle: Archiv

Potsdam. Eigentlich sollte es nur einen einzigen Auftritt geben. Vier Gitarristen aus vier verschiedenen Bands auf die Bühne zu bringen, weitere Instrumentalisten sowie einige der besten Sängerinnen und Sänger des Landes – auch allesamt in ihren Bands gebunden – diese Herausforderung schien zu groß für eine ganze Konzerttour.

Doch der eine Auftritt der Supergroup „Gitarreros“ im Berliner Palast der Republik im Januar 1986 entfesselte eine solche Energie, die fast sichtbar zwischen Bühne und Auditorium floss, dass eine Wiederholung zwingend sein musste. Die besten Rock-Gitarristen der DDR, eigentlich in den Bands NO55, Karat, Stern Meißen, Pankow scharfe Konkurrenten, kamen offenkundig so gut miteinander klar, dass sie im Zusammenspiel neue Qualität erreichten.

Die Amiga-Schallplatte von 1986 bildete das nur in schwachem Abglanz ab. 30 Jahre später wird nun eine wichtige Ergänzung veröffentlicht. Das Plattenlabel Sechzehnzehn hat im Deutschen Rundfunkarchiv die Filmaufnahmen zutage gefördert, die 1986 in der Leipziger Kongresshalle vom DDR-Jugendfernsehen gemacht wurden.

Erst auf der DVD kommt nun zum Beispiel „Layla“ zur Geltung. Die vier Gitarreros haben dem Clapton-Klassiker überwältigende Durchschlagskraft verliehen, die das Original glatt übertrumpft. Gisbert Piatkowski, Bernd Römer, Uwe Hassbecker und Jürgen Ehle spielen sich die Soli zu, überbieten sich, zelebrieren gemeinsame Passagen, um wieder zu einzelnen Läufen auszubrechen, wie es besser schwerlich gehen kann.

Egal ob internationaler Standard oder Ost-Rock-Stück, immer stehen die Gitarristen im Mittelpunkt. Dabei spielt sich keiner extra in den Vordergrund. Auch die Sänger machen ihnen den Rang nicht streitig. Gewohnt souverän lässig agiert Toni Krahl, leidenschaftlich intensiv Tamara Danz, gellend exaltiert Mike Kilian, eher sanft zurückhaltend Herbert Dreilich. Immer ordnen sie sich ein in den breiten, mächtigen Groove, den die Gitarreros erzeugen.

Für ein Extravergnügen sorgen die modischen Verirrungen der 80er – diverse Pumuckl-Frisuren, seltsam überschminkte Männergesichter, Klamotten wie aus dem Theaterfundus. Leider kann kein noch so gutes Videobearbeitungsprogramm nachträglich in die Regie eingreifen. Eine clevere Kameraführung etwa hätte das Publikum einbezogen, dessen Reaktionen bei diesen Konzerten immer wichtiges Feedback geliefert haben. Hier wirkt es wie eine meist stille, gesichtslose Masse.

Schmerzlicher: Das Jugendfernsehen hat damals nur eine knappe Stunde ausgestrahlt, dabei ist’s geblieben. Manches Stück von der CD ist zu vermissen, gerade auch „Honky Tonk Woman“, ein ausufernder zuverlässiger Konzerthöhepunkt. Der empfohlene moderate Preis von knapp 13 Euro für ein CD-DVD-Doppel wirkt allerdings angemessen.

info Die Gitarreros: Live in Concert – It’s Only Rock’n’Roll (CD+DVD/Sechzehnzehn/Buschfunk)

Von Gerd Dehnel

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