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Ein Mann in fieser Mission

Detlef Bothe spielt Bond-Bösewicht Ein Mann in fieser Mission

Um Bond-Tüftler Q einen krassen Schrecken einzujagen, braucht es keine Worte, sondern Haltung: Der deutsche Schauspieler Detlef Bothe gibt in „Spectre“ einen erstklassigen Schurken. Auch im Studio Babelsberg stand der Charakterkopf bereits vor der Kamera – für den Shakespeare-Thriller „Anonymus“.

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Schauspieler Detlef Bothe gibt in „Spectre“ einen klasse Schurken ab.

Quelle: dpa

Potsdam. Das Beste an Bond-Filmen? Sind die Schurken! Beweis: Der feine, fiese Auftritt von Detlef Bothe im neuen 007-Abenteuer „Spectre“. Dort hockt der kahlköpfige Hüne mit Drohgrinsen in einer Seilbahn in den verschneiten Alpen dem zarten Tüftler Q (Ben Whishaw) gegenüber. Ohne Worte. Was der Bösewicht im Schilde führt, ahnt Q auch so. Fünf Tage drehte Bothe Anfang des Jahres im österreichischen Sölden. Für die 24. Bond-Action wurde rund um den Erdball nach geeigneten Bond-Fieslingen gesucht. Irgendwann landete die Londoner Casterin Debbie McWilliams bei Bothes Berliner Agentur. Bingo! Zwischenzeitlich war der Charakterkopf für die opulentere Rolle des Killers Mr. Hinx im Gespräch, die ging dann an Ex-Wrestler Dave Bautista. Warum, bleibt Geheimnis des Regisseurs Sam Mendes.

Sonderpreis und Fernsehserien

Detlef Bothe, Jahrgang 1965, ist als Schauspieler, Regisseur und Drehbuchtautor tätig.

2001 hat der gebürtige Braunschweiger das Label b-filme für den Feature Film „Feiertag“ gegründet. 2003 erhielt das Werk auf dem Münchner Filmfest den Ensemble-Sonderpreis der Jury für „Mut, Wahnsinn und Innovation“. Zu den weiteren Filmen, die Bothe als Regisseur drehte, gehören „Meine Frau, meine Freunde und ich“, „Neben der Spur“ und „Mein“.

Als Schauspieler war er unter anderem in „Snowman’s Land“, „Nemez“ oder in TV-Serien wie „Wilsberg“ und „Alarm für Cobra 11“ zu sehen.

Wer bei Bond mitspielt, erlebt danach eine unglaubliche Aufmerksamkeit

Bothe gehörte zum 007-Tross. Und das zählt. Dank des weltweit die Kinocharts stürmenden „Spectre“ erlebt Bothe, seit Anfang der 1990er im Filmgeschäft, nun eine „unglaubliche Aufmerksamkeit. Man ist Teil dieser großen Maschinerie, wird wahrgenommen, kommt international ins Visier von Castingagenturen“. Außer „Spectre“ fügte Bothe seiner umfangreichen Filmografie zwei weitere internationale Kinoproduktionen hinzu. Aktuelles – und mit Abstand schrägstes – Projekt ist „Sky Sharks“ (muss man sich so vorstellen: Hai-Trash-Spaß „Sharknado“ trifft auf Nazis-leben-hinter-dem Mond-Film „Iron Sky“). Die Story: Im antarktischen Eis entdecken Geologen ein funktionstüchtiges Labor, in dem die Nazis einst flugfähige Hai-Monster und Wehrmachts-Zombies gezüchtet haben. Das weckt beim US-Militär Interesse. Der Wahnsinn nimmt seinen Lauf ... Bothe spielt in der über Crowdfunding finanzierten Horrorkomödie „Sky Sharks“ einen Nazi. Keine Premiere für ihn.

Bothes Filmrollen enden ziemlich oft auf die gleiche Weise

In der Filme-übers-Dritte-Reich-Welt kennt sich Bothe bestens aus. Tatsächlich schon drei Mal hat er den gefürchteten SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich verkörpert: In einer BBC-Doku, im tschechischen Historiendrama „Das Massaker von Lidice“ (2011) sowie an der Seite von Jamie Dornan und Cilian Murphy in der gerade abgedrehten tschechisch-französisch-britischen Koproduktion „Anthropoid“. Da Heydrich im Mai 1942 bei einem auf ihn verübten Attentat in Prag ums Leben kam, enden Bothes Filmparts immer auf die gleiche Weise. Wenig Spielraum für Interpretation. In Prag erkennt man ihn inzwischen wegen dieser Figur auf der Straße. „Ob Taxifahrer oder Kellner, alle wollen Selfies mit mir machen.“

Die oft gehörte Klage der Kollegen, als deutscher Schauspieler in internationalen Produktionen immer wieder Nazi-Typen geben zu müssen, kann der 50-Jährige zwar verstehen. Allein, es juckt ihn nicht. „Nazis, mörderische Deutsche – her mit solchen Rollen“, sagt der zwischen Berlin und München und Drehorten pendelnde Schauspieler, grinst dabei schelmisch und so gar nicht schurkisch.

„War toll, mit Emmerich zu arbeiten. Er ist ein Ausnahmetyp!“

Nicht in eine Naziuniform, sondern in Wams, Korsett und Überrock schlüpfte Bothe für seinen Part in Roland Emmerichs Historien-Thriller „Anonymus“, gedreht 2011 im Studio Babelsberg. Der Master-of-Desaster-Regisseur widmete sich der Frage, wer tatsächlich Shakespeares Dramen schrieb. „War toll, mit ihm zu arbeiten. Emmerich ist ein Ausnahmetyp!“ Und Babelsberg ein Ausnahmedrehort: „Die Studios sind schon klasse. So viel Tradition muss weiterleben!“ Fast hätte es vor Kurzem erneut mit Babelsberg geklappt. Für Gore Verbinskis Horrorthriller „A Cure for Wellness“ war der 1,85-Meter-Mann im Gespräch, es wurde dann nix. Momentan steht der seit Telly „Kojak“ Savalas markanteste Glatzkopf für den zweiten Langspielfilm des Ludwigsburger Filmakademie-Absolventen Oliver Kienle („Bis aufs Blut“) in Stuttgart vor der Kamera – für den Psycho-Thriller „Die Vierhändige“. So viel sei verraten: Bothe bleibt – natürlich ausschließlich beruflich! – in fieser Mission.

Von Ricarda Nowak

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