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06:44 12.03.2018
Eine Szene aus der Rollenspielwelt von „Splittermond“, die eine Romanreihe inspiriert hat. Quelle: Uhrwerk
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Köln

Alles begann mit Rollenspielen. Splittermond heißt die fantastische Welt, die abwechslungsreiche Settings in sich vereint: ewiges Eis, Dschungel, asiatischen und keltisch angehauchten Teil. Als Abkürzung zu entlegenen Orten dienen Mondpfade. Dort sind die physikalischen Gesetze außer Kraft gesetzt, die Reise ist nicht ganz ungefährlich. Alle Menschen von Splittermond verfügen über Magie, jedoch in unterschiedlichem Maße – vom Alltagszauber des Feuermachens bis zum ausgeklügelten Kampfzauber. „Wie jede andere Fähigkeit muss man die Magie erlernen und trainieren“, erklärt Kathrin Dodenhoeft. Sie ist die Leiterin des Literaturverlags Feder & Schwert, der eine Romanreihe hervorgebracht hat, die in der Welt von Splittermond spielt. Gleichzeitig gehörte sie selbst zu dem Team, das die Rollenspielwelt für den Uhrwerk-Verlag konzipiert hat. Dessen Inhaber Patric Götz hat im Jahr 2016 auch Feder & Schwert übernommen. Dodenhoeft und Götz sind sich einig: „Diese Reihe ist unser Herzstück. Wir haben die Welt in einem großen Team in zahlreichen Workshops zusammen entworfen, da steckt viel Leidenschaft drin von vielen verschiedenen Menschen.“

Beide haben sind reich an eigener Rollenspielerfahrung. Götz treibt sich auf diese Weise seit seinem zwölften Lebensjahr in phantastischen Welten herum, führte dann einen Rollenspielladen und arbeitete bei Rollenspielverlagen, bis er 2009 den Uhrwerk-Verlag gründete. Auch Dodenhoeft fing als Teenagerin mit dem Rollenspielen an und ist zudem passionierte Fantasy-Leserin. Seit 2016 ist sie Verlagsleiterin bei Feder & Schwert. „Ich fand den Verlag schon früher toll. Der wurde ja schon 1989 gegründet und hat ganz am Anfang noch vor der Literatur Rollenspiele herausgebracht, zum Beispiel die ,Vampire‘-Reihe.“

Noch eine weitere Romanserie aus dem aktuellen Verlagsprogramm ist von Rollenspielen inspiriert: Im aktuellen dritten Band von „Pathfinder“ schlagen sich ein halb-elfischer Kundschafter und sein teufelsblütiger Leibwächter mit Schwert und Magie durch. Und gerade ist unter dem Titel „Der erste Spielleiter“ auch die per Crowdfunding auf Kickstarter entstandene Übersetzung der Comic-Biografie des Dungeons & Dragons-Erfinders Gary Gygax erschienen.

Darüber hinaus finden Freunde der Phantastik auch alle anderen Subgenres bei Feder und Schwert vertreten: von der klassischen Fantasy mit Elfen, Zwergen und Orks über die düstere Dark Fantasy bis zur Urban Fantasy (etwa der in Köln spielende Roman „Drei Tage bis Vollmond“), Steampunk oder Science-Fiction. Der Bereich Horror soll noch ausgebaut werden.

Besonders beliebt bei den Lesern ist die düstere und zugleich witzige Urban-Fantasy-Reihe um den Zauberer Harry Dresden, der mithilfe der Magie Mordfälle in Chicago aufklärt. In seinem brandaktuellen Fall bittet ihn ein waschechter Yeti darum, seinem halb-menschlichen Sohn zu helfen.

Ebenfalls in Chicago spielt die Superheldinnen-Reihe „Wearing The Cap“. Als die junge Hope Opfer eines terroristischen Anschlags wird, erhält sie mit einem Schlag Superkräfte. Nun schließt sie sich den Superhelden der Stadt an – hat aber mit einer posttraumatischen Belastungsstörung zu kämpfen. Die Serie bringt eine originelle weibliche Stimme ins lange männlich dominierte Superhelden-Genre. Es sind bereits zwei Bände erschienen, ein dritter ist in Vorbereitung.

Das Motto haben die beiden von den Verlagsgründern übernommen, die sich irgendwann aus dem Geschäft zurückziehen wollten. Es lautet: „Wir veredeln die Wirklichkeit“. Dodenhoeft sagt: „Mir gefällt die Vorstellung, mit Fantasyliteratur der Wirklichkeit noch etwas hinzuzufügen. Unsere Bücher versprechen mehr als die Realität.“

Feder & Schwert wird auch auf der Leipziger Buchmesse mit einem eigenen Stand in Halle 2 (J312) und mit Lesungen vertreten sein.

Von Nina May/RND

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