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Ein Prost auf Iron Maiden

Bierseliges Konzert in Waldbühne Berlin Ein Prost auf Iron Maiden

Iron Maiden ist eine Band der Superlative. Sie hat fast 100 Millionen Platten verkauft, auf Tour reisen die Musiker nicht mit dem Bus, sondern mit einem vom Sänger Bruce Dickinson selbst geflogenen Jumbojet. Beim Konzert in der Berliner Waldbühne am Dienstag wurde klar, dass die Heavy-Metal-Legende auch live die Rekorde bricht - der Bierkonsum ihrer Fans ist nur einer davon.

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Iron Maiden haben am Dienstagabend in der Berliner Waldbühne gespielt. Das Archivbild zeigt Steve Harris bei einem Konzert in Kapstadt.

Quelle: imago

Berlin. Iron-Maiden-Konzerte sind rekordverdächtig. Es heißt, bei keiner anderen Rockband ginge mehr Bier über den Tresen. Schlendert man an den tatsächlich gewaltig langen Schlangen vor den Getränkeständen am Dienstagabend in der Berliner Waldbühne entlang, fällt noch was auf: Kann es sein, dass Fans der britischen Heavy-Metal-Band im Iron-Maiden-Shirt geboren werden? Sie tragen die Kluft diszipliniert und einheitlich wie Schlachtenbummler ihr Fußballtrikot.

Sänger Bruce Dickinson singt bei Iron Maiden und ist auch deren Pilot

Sänger Bruce Dickinson singt bei Iron Maiden und ist auch deren Pilot. Das Archivbild zeigt ihn bei einem Konzert in Kapstadt, Mitte Mai dieses Jahres.

Quelle: imago

Stimmung wie bei einem Fußballspiel

Auch sonst ähnelt das Konzert einem Fußballspiel. Es gibt Gesänge, La-Ola-Wellen und Fans, die sich in den Armen liegen. Vor einer Kulisse, die wie eine Mischung aus Dschungel aus Geisterbahn aussieht, rocken Bruce Dickinson und Co. ihre Anhänger in den siebten Bierhimmel. Songs vom neuen Album „Book of Souls“ werden respektiert, alte Megahits wie „Fear of the Dark“ und „The Number of the Beast“ geliebt.

Iron Maiden, zu erkennen am eigenen Flieger

Iron Maiden, zu erkennen am eigenen Flieger. Wer braucht schon einen Bus, wenn er eine Boeing haben kann? Passt eh viel mehr rein.

Quelle: dpa

Unwetter macht einen Bogen um die Waldbühne

Angetrieben von drei Gitarren und dem nach erfolgreich behandelter Krebserkrankung juvenil über die Bühne sprintenden Sänger Bruce Dickinson läuft das Heavy-Metal-Getriebe geschmiert wie eh und je. Auch das vorhergesagte Unwetter macht einen Bogen um das pickepackevolle Amphitheater und die 22.000 meist ähnlich gut gefüllten Besucher. Iron Maiden spielen zwar „nur“ 15 Songs, da diese aber mit ausufernden Soli und aufwendigen Arrangements ausgestattet sind, sprengen sie fast alle die gewohnte Länge der Radiohits aus den Dudelsendern. Nach zwei Stunden gibt es mit „Wasted Years“ die letzte Zugabe. Die meist männlichen Fans wirken so wohl gesättigt wie es ihre Bierbäuche vermuten lassen. Ein Prost auf Iron Maiden.

Von Maurice Wojach

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