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Ein Selbstporträt von Erika Stürmer-Alex

Hinter der Maske im Barberini Ein Selbstporträt von Erika Stürmer-Alex

Das Museum Barberini zeigt vom 29. Oktober 2017 bis 4. Februar 2018 in Potsdam die Sonderausstellung „Hinter der Maske. Künstler in der DDR“. Die MAZ stellt in einer Serie ausgewählte Bilder vor. Heute das „Selbstporträt“ (1981) von Erika Stürmer-Alex.

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Quelle: Erika Stürmer-Alex

Potsdam . Abstrakte Bilder lassen viele Deutungen zu. Durch Formen, Farbe und Duktus drückt sich das Unterbewusstsein aus. Oder war es Erika Stürmer-Alex 1981 bewusst, dass sie sich als gespaltene Persönlichkeit darstellt?

Die 43-Jährige plante gerade ihren Umzug auf ein Gehöft in Lietzen im Oderbruch. Von 1958 bis 1963 hatte sie Malerei an der Kunsthochschule in Berlin-Weißensee studiert. Von der politischen Entwicklung in der DDR war sie zutiefst gefrustet. Im Januar 1982 gehörte sie zu den mutigen Unterzeichnern des Berliner Appells, mit dem Pfarrer Rainer Eppelmann und Dissident Robert Havemann für freie Meinungsäußerung und einen Ost-West-Frieden ohne Waffen eintraten. Daraufhin wurde Stürmer-Alex von den Behörden eingeschüchtert. Noch brenzliger wurde es, als sie eine Porträtserie mit ausgereisten Freunden ausstellen wollte.

Die schwarze vertikale Linie, die ihr Gesicht in zwei Hälften spaltet, ähnelte der geteilten Welt. Der Riss ging damals quer durch Deutschland, durch Biografien und Familien. Die rechte Bildhälfte ist eine durch viele Muster besetzte Fläche, in der linken Bildhälfte eröffnet sich dagegen ein Raum.

Zerrissenheit ist aber eine Erfahrung, die Menschen zu allen Zeiten machen. Das Bild lässt sich sicher auch anders lesen. Die Künstlerin wählte die Stilmittel der klassischen Moderne, die in der DDR lange als „formalistisch“ verdammt wurden. Einflüsse etwa von Picasso oder Niki de Saint Phalle sind in ihrem Werk nicht von der Hand zu weisen. Expressivität gab Erika Stürmer-Alex die Kraft, sich als Künstlerin zu behaupten.

Von Karim Saab

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