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Kultur Ein doppeltes Spiel
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02:15 22.10.2017
„Kopf mit Maske“ von Theo Balden Quelle: Lutz Bertram
Potsdam

Porträts und Büsten sind ein reizvolles Genre, weil man in Gesichtern lesen kann. Manchmal trifft der Künstler

Der Bildhauer war 1958 als Professor an der Kunsthochschule in Berlin-Weißensee zurückgetreten. In den 1960er Jahren bekam er als freier Künstler immer mehr Staatsaufträge und staatliche Auszeichnungen. So sehr er sich mit den politischen Zielen der SED identifizierte, seine Bildsprache orientierte sich stets an den Grundformen der Natur. Selbst ein Denkmal mit dem Titel „Karl Liebknecht – Herz und Flamme der Revolution“, das er 1977 bis 1983 für Potsdam schuf und das heute im Lustgarten steht, konzipierte er als abstraktes Sinnbild, ohne Porträtgenauigkeit.

In der DDR, in der viele Menschen Angst hatten, ihre Meinung offen zu sagen, wurde die Maske ein Symbol für Lippenbekenntnisse und Heuchelei. Doch Theo Balden, der eigentlich Otto Koehler hieß, verdankte sein Leben einem doppelten Spiel. Der aktive Kommunist konnte 1935 der Verfolgung durch die Nazis nur mit einem gefälschten Pass unter falschem Namen nach Prag entkommen. Den Namen Theo Balden behielt er später bei.

England, wo er  in  einer    Metallkunstgießerei arbeitete. Hier lernte er die amorphen, entindividualisierten Skulpturen von Henry Moore kennen. Für den Engländer hatten Masken eine andere Bedeutung, es waren Metamorphosen, die ein Individuum durchmacht.

Von Karim Saab

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