Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Ein ganz großer Fisch: Popa Chubby

MAZ-Konzerttipp Ein ganz großer Fisch: Popa Chubby

Motörhead rettete mein Leben, gibt Popa Chubby zu. Die Raubeine Lemmy Kilmister (1945–2015) und seine Kumpane wiesen dem New Yorker den Weg. Wild, robust und nuancenreich pflügt Popa seither durch Blues, Funk und Rock. Einen Tag nach dem Hendrik Freischlader Trio tritt der Amerikaner im Berliner Quasimodo auf.

Voriger Artikel
Horst Eckert ließ sich von den NSU-Morden inspirieren
Nächster Artikel
Große Gefühle und dunkle Familiengeheimnisse

Ein mächtiger Mann mit Gitarre: Popa Chubby

Quelle: Promo

Potsdam. Aufgepasst: Da kommt er, der Catfish. Der König der Gewässer, hierzulande besser als Wels bekannt. Ein echter Brocken. Respekt gebietend schwimmt er heran. Ihre Majestät kann keiner. Ähnlich riesig, muskulös, auf keinen Fall aber unnahbar kommt der Musiker daher, der den Catfish gleich auf den Titel seines jüngsten Albums hob – Popa Chubby. Der New Yorker ist der Chef im Ring. Zweifellos.

Und er ist viel mehr als nur der Mann mit der vom langjährigen Gebrauch reichlich ramponiert ausschauenden Gitarre, der sich im Blues tummelt wie die Fische im Wasser. Der 56-Jährige aus der Bronx grunzt und ächzt wie James Brown, wenn er den Funk zappeln lässt wie den frischen Fang an der Leine. Wobei: Für den Pop-Oldie „Bye Bye Love“ von den Everly Brothers steigt er eben mal auf den Dampfer nach Jamaika, tuckert entspannt in karibische Gewässer und macht eine schwer stampfende Reggae-Nummer draus. Ganz instrumental. Darüber hinaus sprechsingt Popa mitunter wie ein Rapper, dann barmt er nur Momente später wie ein Soulstar und seine Rhythmusgruppe fügt präzise Beats und Bassläufe. Obendrein bläst sein Töchterchen Tipitina Horowitz dazu die gestopfte Trompete.

Und klar, Blues – ob er nun aus dem Delta des Mississippi stammt oder eher in großstädtischem Format dargeboten wird – und Bluesrock bleiben feste Koordinaten im musikalischen Revier von Popa Chubby. Der Musiker, der eigentlich auf den bürgerlichen Namen Theodore Joseph „Ted“ Horowitz hört, liebt es einfach, auch in fremden Gewässern zu jagen. Dabei findet er zu swingenden Formen und jazzigen Figuren. Er ist der Boss. Der Catfish. Neben ihm sind alle anderen – kleine Fische.

Famos

Famos: Henrik Freischlader (l.) und seine Begleiter.

Quelle: Timo Wilke

Obwohl: Henrik Freischlader – diesen Namen sollte man gut im Gedächtnis behalten. Der gebürtige Kölner, der sich autodidaktisch mehrere Instrumente aneignete, hat ein inniges Gefühl zum Blues entwickelt, den er in seinem Trio hegt und pflegt. Wie ihn etwa Gary Moore oder Stevie Ray Vaughan im Sinne hatten. Vor allem aber, weil er mit Alex Grube am Bass und mit Carl-Michael Grabinger am Schlagzeug eine bewundernswerte Chemie entwickelt hat. Seine Begleiter sind auf ihrer jüngsten Scheibe „Openess“ keineswegs nur willige Sekundanten, die dem multiinstrumentalen Meister an der Stratocaster aufs Stichwort folgen. Die drei agieren offen und frei. Sie jammen, was das Zeug hält. Mit Spielwitz, der Funken schlägt.

Freischlader, der in Wuppertal lebt und vielen Künstlern gern behilflich ist, profitierte bereits von seinem Kontakt mit einem der größten zeitgenössischen Blues-Virtuosen. Zu Joe Bonamassa, den Landsmann von Popa Chubby, stieg er als besonderer Gast auf die Bühne. Der US-Amerikaner zollte Freischlader tiefen Respekt: „Ich liebe diesen Mann und ich hasse diesen Mann. Er ist ein brillanter Gitarrist, und er macht es mir jede Nacht wirklich schwer.“

Popa Chubby spielt am Sonnabend um 22 Uhr im Quasimodo, Berlin-Charlottenburg. Das Henrik Freischlader Trio ist dort schon am Freitag um 22 Uhr zu hören.

Von Ralf Thürsam

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur
www.esprit.de
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?