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Ein unvergesslicher Roadtrip

„Das Leuchten der Erinnerung“ im Kino Ein unvergesslicher Roadtrip

Er kennt Hemingway auswendig – doch der Name seiner Frau will ihm nicht einfallen. Weil Ella ihrem dementen Mann John mit Erinnerungen auf die Sprüngen helfen will, wagt sie mit ihm ein letztes großes Abenteuer. Herausgekommen ist mit „Das Leuchten der Erinnerung“ ein rührender Film (ab 4. Januar im Kino), der Helen Mirren eine Oscarnominierung einbringen könnte.

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Ella (Helen Mirren) und John (Donald Sutherland) an der Tür ihres Oldtimer-Wohnmobils in einer Szene des Films "Das Leuchten der Erinnerung".

Quelle: Concorde Filmverleih GmbH

Potsdam. Es wird ihr letztes gemeinsames Abenteuer - das ist gleich zu Beginn des Filmes klar. Ella (Helen Mirren) und John (Donald Sutherland) haben ihr fremdbestimmtes Leben satt. Ständig müssen sie zum Arzt oder sich den Wünschen ihrer Kinder beugen. Sie entschließen sich zur spontanen Flucht, kapern ihren alten Wohnwagen und machen sich auf den Weg. Mit im Gepäck - ihre Krebskrankheit, seine Demenz und jede Menge Erinnerungen an früher.

„Das Leuchten der Erinnerung“ lebt vor allem vom Spiel der Oscar-Preisträger Helen Mirren und Donald Sutherland. Es ist ein Vergnügen zu sehen, wie sie als resolute Ella immer wieder ihren dementen Ehemann John davon abhalten will, Restaurant-Bedienungen in ein Gespräch zu verwickeln. In wieder anderen Momenten kümmert sie sich rührend um ihren kranken Partner, wechselt seine nassgepinkelten Hosen, spricht ihm Mut zu. Durchaus möglich, dass für Helen Mirren eine Oscarnominierung herausspringt.

Der Plot hat zwar einige Längen, die aber durch das Zusammenspiel von Mirren und Sutherland locker überspielt werden. Die Reise im klapprigen Wohnwagen führt die kranken Senioren die US-Ostküste herunter. Von Wellesley in Massachusetts nach Key West in Florida, mehr als 2500 Kilometer. Ziel der Reise ist das Hemingway-Haus. John arbeitete lange als Lehrer und verehrt den Schriftsteller. Der körperliche fitte, aber geistig immer mehr abbauende John zitiert, während er das Wohnmobil steuert, immer wieder Hemingway. Die Namen seiner Kinder, auch den seiner Frau, hat er vergessen. Nachts wirft das Ehepaar daher den Diaprojektor an, um die Vergangenheit aufleben zu lassen.

Regisseur Paolo Virzi kreiert in seinem Film rührende Szenen, in denen sich John an sein Glück erinnert. Gleichzeitig hat der Filmemacher ein Roadmovie geschaffen, das trotz seines vorhersehbaren Endes spannend und fesselnd ist und nebenbei tolle Landschaftsaufnahmen der US-Ostküste zeigt.

Das Leuchten der Erinnerung, 113 Minuten, ab 4. Januar im Kino.

Von Christian Meyer

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