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Eine Zeitreise ins Mittelalter

Museumssommerfest im Archäologischen Landesmuseum Eine Zeitreise ins Mittelalter

Die Faszination des mittelalterlichen Handwerks konnten Besucher des Pauliklosters in Brandenburg am Wochenende erleben. Das Archäologische Landesmuseum hatte zu seinem Sommerfest, dem „Archäovent“, geladen. Zahlreiche Mitmach-Angebote brachten den Besuchern die historische Lebensweise näher.

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Nicole Sagrauske erklärt dem siebenjährigen Ijas aus Berlin den Umgang mit Pfeil und Bogen.

Quelle: Josephine Mühln

Brandenburg/Havel. Im Garten des Pauliklosters in Brandenburg herrscht buntes Treiben. Überall tummeln sich Menschen in mittelalterlichen Gewändern – es wird getöpfert, gewebt und geschnitzt. Beim Archäovent, dem Sommerfest des Archäologischen Landesmuseums, konnten die Besucher am Wochenende Teil einer kleinen Zeitreise werden. Weg aus der Hektik des Alltags, hin zu längst vergangenen Tagen. Dabei standen wie jedes Jahr zahlreiche Mitmach-Angebote auf dem Programm, die den Gästen historische Lebensweisen näher bringen sollten.

Die Vermittlung alter Handwerkskunst hat sich auch der Verein Eysenkraut aus Lauchhammer auf die Fahnen geschrieben. An dessen Ständen konnten Groß und Klein am Wochenende Ledertäschchen basteln, Perlenschmuck weben und lernen, mit welcher Technik früher ritterliche Kettenhemden hergestellt wurden.

Auf dem kleinen Holztisch von Mildred Paulick liegen dafür Lederflecken in unterschiedlichen Größen und Farben bereit, dazu außerdem kleine Eisenringe und Zangen. „Meiner Meinung nach ist es wichtig, den Kindern zu zeigen, wie in der früheren Zeit gearbeitet wurde“, sagt Paulick. Und sie merke schon, dass viele Kinder sich heutzutage schwer tun, Sachen selbst herzustellen – „viele sind entwöhnt, wenn es um Motorik geht“, stellt die gelernte Buchhändlerin fest. Das sei aber auch kein Wunder: Während sich die Menschen früher gerade im ländlichen Raum selbst helfen mussten, gehe man heute in Geschäft und kaufe einfach, was man brauche.

Mildred Paulick erklärt den kleinen Gästen die Technik, mit der früher ritterliche Kettenhemden hergestellt wurden

Mildred Paulick erklärt den kleinen Gästen die Technik, mit der früher ritterliche Kettenhemden hergestellt wurden.

Quelle: Fritz Fabert

Im hinteren Bereich des Klostergartens warten Heiko Sagrauske und seine Frau Nicole auf Besucher, die sich im Bogenschießen ausprobieren wollen. Außerdem kann man sich hier seinen eigenen Bogen bauen. Das funktioniere am besten mit Rattanholz, erklärt Heiko Sagrauske – „weil es relativ weich und elastisch ist, so dass auch Anfänger gut damit arbeiten können.“ Holz von Nadelbäumen eigne sich dagegen gar nicht, weil es einfach zu spröde sei. Beim Schießen selbst komme es dann vor allem auf die richtige Technik an, erklärt der Rathenower. „Das Loslassen des Pfeils entscheidet über gut 50 Prozent seiner Flugweite.“

Die Sagrauskes betreiben einen Spielzeugladen. Heiko Sagrauske habe schon immer gern mit Holz gearbeitet, sagt er. Und er finde es wichtig, dass Kinder wieder den Wert von Arbeit erfahren. „Wenn ich meinen Bogen selber schnitze, weiß ich ihn hinterher sicher mehr zu schätzen als einen gekauften Plastikbogen.“ Sagrauske findet außerdem, dass mit Kindern heute nicht nur zu wenig, sondern auch zu anspruchslos gebastelt wird. Koordination und Ausdauer sollten wieder mehr gefördert werden.

Wolfgang Streich mit seinen zwei Zauberer-Marionetten

Wolfgang Streich mit seinen zwei Zauberer-Marionetten.

Quelle: Josephine Mühln

In der Zwischenzeit hat sich an anderer Stelle eine kleine Traube um Wolfgang Streich gebildet. Auch er gehört zum Verein Eysenkraut und unterhält die Besucher mit seinen zwei Marionetten – ein großer und ein kleiner Zauberer. Bei anderen Festen können Besucher sich bei ihm außerdem an der Arbeit mit Specksteinen versuchen – die Augen-Hand-Koordination werde dabei besonders gefördert, erklärt der gelernte Anlagentechniker. „Ich finde es gut, dass die Kinder bei solchen Veranstaltungen wie heute wieder ans handwerkliche Arbeiten rangeführt werden“, sagt Streich. Und es sei schön zu sehen, wie die Kinder zum Beispiel beim Weben von Perlenschmuck mit der Zeit immer schneller und geschickter werden.

In diesem Jahr erstmals beim Archäovent dabei war die Gruppe Eibenklang. Sie erzählte den Gästen Geschichten vom Hofe der Markgrafen von Brandenburg und unterhielt das Publikum mit Liedern aus dem europäischen Mittelalter.

Sommerfest für die ganze Familie

1 000 Besucher kommen jährlich zum „Archäovent“, dem Sommerfest des Archäologischen Landesmuseums Brandenburg.

12 Stationen konnten die Besucher am Wochenende entdecken, und mit Fachleuten altes Handwerk hautnah erleben. Groß und Klein konnten selbst Körbe flechten, Perlen weben und Mehl mahlen.

Das Archäoven t findet jährlich statt. Es ist ein Mix aus archäologischer Messe und Sommerfest für die ganze Familie. Im Mittelpunkt des zweitägigen Events stehen Mitmach-Aktionen, die den Besuchern historische Lebensweisen näher bringen.

Von Josephine Mühln

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