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Eiskunstlauf-Märchen im Admiralspalast

„Nussknacker on Ice“ Eiskunstlauf-Märchen im Admiralspalast

Im Berliner Admiralspalast wird auf eine elf mal elf Meter kleinen Bühne das berühmte Ballett „Der Nussknacker“ von Peter Tschaikowsky neu erzählt. Die 24 Akteure sind Eiskunstläufer und keine Balletttänzer. Die Aufführung erweist sich als Weihnachts-Überraschungs-Paket. Warum?

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Berlin. So etwas gab es in unseren Breiten noch nicht: eine Tanzshow auf Kufen im Theater. Vorbei die Zeit, als man in entlegene, ungemütliche Hallenstadien pilgern musste, um Eiskunstläufer aus dem Fernsehen einmal live zu erleben. Dass dem ausdrucksvollen Sport ein erhebliches künstlerisches Potenzial innewohnt, das haben sich bisher nur große Showformate wie Holiday on Ice zunutze gemacht. Doch der englische Regisseur Tony Mercer drang auf eine Weiterentwicklung modernster Kältetechnik. In Zusammenarbeit mit der Produktionsfirma Imperial Ice Stars wurde es möglich, eine Bühne selbst bei sommerlichen Temperaturen innerhalb von 34 Stunden in eine spiegelglatte Eisfläche zu verwandeln.

Im Berliner Admiralspalast werden bis zum 12. Dezember 24 Eiskunstläufer auf einem elf Mal elf Meter kleinen Parcours das berühmte Ballett „Der Nussknacker“ auf neuartige Weise erzählen. Die beschwingte Komposition von Peter Tschaikowsky aus dem Jahr 1892 geht zurück auf eine ziemlich verstiegene Märchenerzählung von E.T.A. Hoffmann, die der Romantiker 1816 in Berlin veröffentlichte, wo er sechs Jahre später im Alter von nur 46 Jahren starb. Die Handlung beginnt am Heiligabend im weihnachtlich dekorierten Salon einer bürgerlichen Familie und führt in allerlei fantastische Sphären. Schneeflocken tanzen Walzer, um Mitternacht erwachen die Zinnsoldaten und führen unter Befehl des Nussknackers einen Kampf gegen die Mäuse. Und am Ende steigt ein rauschendes Fest im „Reich der Süßigkeiten“.

Die Aufführungen

Die beschwingte Komposition von Peter Tschaikowsky aus dem Jahr 1892 geht zurück auf eine ziemlich verstiegene Märchenerzählung von E. T. A. Hoffmann. Der deutsche Romantiker veröffentlichte das Märchen 1816 in Berlin, wo er sechs Jahre später im ­Alter von 46 Jahren starb.

Die Aufführungen finden vom 1. bis zum 12. Dezember statt. Admirals­palast, Friedrichstraße 101, am Bahnhof Friedrichstraße, Berlin-Mitte. ­Karten unter 0331/2840284.

Regisseur Tony Mercer malt den kindlichen Weihnachtzauber in den prächtigsten Farben aus. In seiner Inszenierung wird an nichts gespart. Die Kostüme schimmern in den prächtigsten Farben. Auf der Bühne prasselt ein Kaminfeuer, Flocken wirbeln und ein byzantinischer Zuckerpalast lädt zum Wegträumen ein. Die Akteure warten nicht nur mit gewagten Tanzfiguren und Sprüngen auf, sondern auch mit akrobatischen und zirzensischen Einlagen sowie mit magischen Tricks und einer Feuershow.

Der etwa 60-jährige Mercer stammt aus Manchester. In seiner Jugend war er auf dem besten Weg, ein Profifußballer zu werden, ehe er nach einer schweren Verletzung in der englischen Theaterszene Englands als Lichtdesigner Karriere machte. Er heiratete die russische Eiskunstläuferin Maria Orlova und zog 1998 nach Russland. So besitzt Mercer die besten Einblicke in die Sportlerszene jenes Landes, in dem die Talentförderung nach wie vor groß geschrieben wird. Die Darsteller kommen aus St. Petersburg, Nowosibirsk und Sotschi. Es sind junge Enthusiasten im Alter zwischen 16 und 32 Jahren und keine abgehalfterten Eiskunstlaufstars.

Als Regisseur führt Mercer in Podolsk eine eher randständige Existenz. In der Stadt 40 Kilometer südlich von Moskau steht ihm keine temporäre Eisfläche zur Verfügung. Da der örtliche Eispalast durch den russischen Eishockey-Superligisten Witjas Podolsk stets bis in den späten Abend ausgebucht ist, probt das Ensemble oft von Mitternacht bis sechs Uhr in der Früh.

„Nussknacker on Ice“ bietet ein spektakuläres Bühnenerlebnis. Denn Körpersprache, Gestik und Mimik von Eiskunstläufern unterscheiden sich deutlich von normalsterblichen Fußgängern. Die Tänzer fließen und gleiten scheinbar nach Belieben, kreiseln und drehen Pirouetten, werfen sich durch die Lüfte und schwelgen elegant im Rausch ihrer Bewegungen. Alles fügt sich zueinander und strebt wieder auseinander. Das Auge bekommt viel zu tun, will es die dichten Wimmelbilder lesen. Zum Glück setzt Regisseur Mercer zwischendurch auch immer wieder sparsame Akzente. Ein vorweihnachtlicher Glanzpunkt der ganz besonderen Art!

Von Karim Saab

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