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Elton John mit neuem Album

Pop Elton John mit neuem Album

Es sind nicht mehr die Hits, die das Werk von Elton John auszeichnen – doch der Brite hat noch immer diese eigene Handschrift in den Harmonien, die auch das neue, 33. Album „Wonderful Crazy Night“ auszeichnet. Er versteht die Mittel des US-Pop besser einzusetzen als die Amerikaner selbst. Es gibt nur einen weiteren Kollegen, der noch in seiner Liga spielt.

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Elton John

Quelle: DPA

Potsdam. Manche Menschen glauben, Elton John habe die Seele eines Barpianisten – er spüre instinktiv wie eine Katze, was die Leute mögen, er sei gefällig, drehe ein paar Pirouetten auf der Tastatur. Und alles nur für den Applaus.

Doch das ist nur die halbe Wahrheit, denn John ist ein geborener Entertainer, der seine Lieder nicht unter Niveau und seine Auftritte nicht unter Preis verkauft. Wo sind die Männer am Klavier, die wissen, welchen Knopf sie drücken müssen, damit Musik im Mainstream landet, und trotzdem nicht nach Deoroller- oder Autowerbung klingt? In dieser Liga gibt es außer John nur noch Billy Joel.

Das Vorgänger-Album erhielt in England sogar Platin

Nun kommt sein 33. Studioalbum in die Läden. Bei Elton John geht es schon lange nicht mehr um den einen großen Wurf, nicht um die Single, mit der man eine Party unter Feuer setzt. Dass seine Alben als Gesamtwerk freilich weiterhin bestehen, hat „The Diving Board“ bewiesen, das Vorgängeralbum aus dem Jahr 2013, in England kriegte es Platin (in Deutschland kam es auf Platz 11).

„Wonderful Crazy Night“, dem neue Werk, geht am Ende die Luft aus, die Melodien werden seifig, doch die erste Hälfte der zehn Songs ist stark. Auch deshalb, weil Elton John als Brite das Prinzip des US-Pop besser verstanden hat als die Amerikaner selbst. In „Blue Wonderful“ bewahrt er die Country-Note des Stückes mit leichter Hand vor Kitsch und Schwermut. In „Claw Hammer“ spielt er Trucker-Musik, rollt mit der Stimme, möbliert das Stück mit dunklem Holz – und trotzdem ist daran nichts altbacken. Elton John hat die Gabe, jeder Gattung ein Original abzutrotzen, das seine Handschrift trägt. Selbst in „Guilty Pleasure“, das nach Jeff Lynne klingt, bei dem man sich ja ständig fragt, welcher Roboter ihm seine Stücke schreibt, bleibt Elton John bei sich und seiner gut gefeilten Harmonielehre.


Info Elton John: Wonderful Crazy Night. EMI/Universal.

Von Lars Grote

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