Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Er muss sich für Susi Kentikian kleiner machen

Robert Beitsch trainiert Promis in RTL-Tanz-Show Er muss sich für Susi Kentikian kleiner machen

Die zehnte Staffel der RTL-Tanz-Show „Let’s Dance“ startet. Profitänzer Robert Beitsch trainiert Boxweltmeisterin Susi Kentikian. Beitsch ist fast 30 Zentimeter größer. Wie das funktioniert, was ihm Sarah Lombardi, mit der er 2016 den 2. Platz ertanzte, versprochen hat, und was er von Brandenburg in Berlin vermisst, erzählt der Tänzer im Interview.

Voriger Artikel
„Spirit“: So gut ist das neue Album von Depeche Mode
Nächster Artikel
Die Berliner Philharmoniker geben ein Konzert der Extreme

Die Boxerin Susi Kentikian und der Profitänzer Robert Beitsch stehen proben in Hamburg während eines Fototermins für die RTL-Tanzshow „Let’s Dance 2017“.

Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa

Potsdam. Wiederholungstäter: Profitänzer Robert Beitsch macht das zweite Jahr in Folge bei der RTL-Tanz-Show „Let’s Dance“ mit. 2016 tanzte er sich mit Sarah Lombardi auf den zweiten Platz. Dieses Jahr ist Profiboxerin Susi Kentikian seine Tanzschülerin. Über das Training, das Tanzen und seine Kindheit in Brandenburg spricht Robert Beitsch mit MAZonline im Interview.

MAZonline: Susi Kentikian war Ihre Wunschkandidatin. In einem Video sieht man, wie überschwänglich Sie sich über die Auslosung freuen. Woher kommt die große Euphorie für die Boxerin als Ihre Tanzpartnerin?

Robert Beitsch : Ja, das hat verschiedene Gründe. Wir waren uns auf den ersten Blick sympathisch, sind auf einer Wellenlänge und sind vom gleichen kaukasischen Schlag. Mein Papa war früher Profi-Boxer und als die Kandidaten-Liste für „Let‘s Dance“ bekannt wurde, hat meine ganze Familie gesagt, du musst unbedingt mit der Boxerin tanzen. Es haben sich dann alle riesig gefreut.

Wie macht sich Susi Kentikian denn als Schülerin? Müssen Sie sie zähmen oder wie kann man es sich vorstellen, mit einer durchsetzungsstarken, super trainierten Box-Weltmeisterin im Fliegengewicht zu arbeiten?

Robert Beitsch : Wir hatten seit der Kennenlern-Show – wie alle anderen Paare auch – 50 Stunden gemeinsames Training. Das ist nicht viel. Tanzen wird immer unterschätzt, man kommt da vom Hundertsten ins Tausendstel.

Susi Kentikian boxt auch mal beim Training mit ihrem Tanzpartner, dem  Profitänzer Robert Beitsch

Susi Kentikian boxt auch mal beim Training mit ihrem Tanzpartner, dem Profitänzer Robert Beitsch

Quelle: imago sportfotodienst

Hat Susi Kentikian Tanz-Erfahrung mitgebracht?

Robert Beitsch : Erfahrung mit dem Tanzen hatte sie gar nicht. Sie kommt total aus der Boxwelt. Was super ist: Sie geht auch über den Schmerz hinaus. Ich muss sie nicht wie eine Prinzessin behandeln. Sie hat eine super Trainingsmoral und damit motiviert sie auch mich.

Susi Kentikian
sagt selbst, sie will sich von der Killer-Queen zur Dancing-Queen verwandeln
. Ist dafür noch viel Arbeit nötig?

Robert Beitsch : Sie ist von Hause aus extrem schnell. Was wir noch reinbringen müsse, ist der Feinschliff, die ästhetische Linie. Beim Boxen muss Susi ja nicht weiblich sein, beim Tanzen schon.

Wie oft trainieren Sie denn jetzt?

Robert Beitsch : Wir trainieren von Sonntag bis Mittwoch durchgängig in Hamburg, wo Susi wohnt. Donnerstag ist dann Probentag für die Show und Freitag Showtag.

Herr Beitsch, Sie sind 1,81 Meter groß, ihre Tanzpartnerin 1,54 Meter. Wie funktioniert das mit dem Größenunterschied?

Robert Beitsch : In den Lateinamerikanischen Tänzen spielt der Größenunterschied keine so wichtige Rolle, weil man viele freie Elemente hat. Im Standardtanz jedoch muss ich mich kleiner machen und kann den Arm nur bedingt nach außen strecken. Aber wir bekommen das garantiert gut hin.

Sie haben in der Show schon einmal mitgemacht und 2016 mit Sarah Lombardi den zweiten Platz ertanzt. Haben Sie noch Kontakt zu ihr?

Robert Beitsch : Ab und zu schreiben wir. Sie will auch mal zur Show kommen.

Welche Erinnerungen haben Sie an die alte Staffel?

Robert Beitsch : Es gab drei Tänze, Contemporary und Paso Doble und Bollywood, da hatten wir eine Mega-Glückssträhne. Bei jedem unserer Tänze sind die Leute aufgestanden und es gab Standing Ovations, das hat uns beflügelt.

Wird es
diesmal wieder so heiß
?

Robert Beitsch (lacht laut): Heiß wird jede Sendung. Bei „Let‘s Dance“ ist alles heiß.

Sind die Choreografien von Ihnen?

Robert Beitsch : Ja, ich choreografiere unsere Tänze alle selbst.

Robert Beitsch hat seine Tanzschülerin Susi Kentikian fest im Griff

Robert Beitsch hat seine Tanzschülerin Susi Kentikian fest im Griff.

Quelle: imago sportfotodienst

Was zeichnet Ihren persönlichen Stil aus?

Robert Beitsch : Es gibt immer ein Credo: Die Choreografie muss hundert Prozent auf die Musik abgestimmt sein, sonst funktioniert der Zauber nicht. Die Auswahl der Titel ist allerdings redaktionell bestimmt.

Auf der
RTL-„Let’s-Dance“-Seite heißt es in Ihrem Profil
: „Ihm ist neben dem sportlichen Charakter der künstlerische und vor allem philosophische Gedanke des Tanzes wichtig.“ Wie würden Sie diesen philosophischen Gedanke des Tanzes beschreiben?

Robert Beitsch : Das ist heutzutage ganz einfach zu sagen. Wir leben in einer Welt, die unter anderem durch soziale Medien sehr ichbezogen ist und dadurch verliert man den Wert von Partnerschaft, Familie und Gemeinschaft. Paartanz ist die kleinste Einheit, bei der man merkt, dass man zusammen mehr schafft als alleine. Dass das Wir stärker ist als das Ich. Das gebe ich auch meinen Schülern mit.

Welche Tanzstile unterrichten Sie denn?

Robert Beitsch : Ich unterrichte Standard und Latein. Das sind auch die Stile, die bei „Let‘s Dance“ gefordert werden.

Und wo arbeiten Sie, wenn Sie nicht für „Let‘s Dance“ im Einsatz sind?

Robert Beitsch : Ich habe zwei Hauptkategorien. Im TC Mondial unterrichte ich Gesellschaftstanz, wo ganz normale Leute freizeitlich tanzen, Figuren lernen, Schritte lernen, Spaß an sportlicher Betätigung mit Musik haben. Das mache ich in Berlin bei einem Verein. Und ich trainiere die Kinder im größten Kinder- und Jugendtanzclub Berlins, im BTC Grüngold im Stadtteil Tempelhof.

Wie sind Sie Kinder- und Jugendtrainer geworden?

Robert Beitsch : Ich bin da so reingerutscht, weil mal Not am Mann war. Aber ich habe mit der Zeit gemerkt, wie unglaublich ehrlich Kinder sind. Sie geben einem Feedback und überhaupt viel zurück, zum Beispiel wenn wir auf Turniere gehen. Da kommt auch mal Schokolade oder eine Umarmung, wenn etwas besonders gut gelungen ist und während „Let‘s Dance“ drücken Sie mir die Daumen und fiebern mit mir mit.

Sie sind im Brandenburger Umland aufgewachsen. Wo denn genau?

Robert Beitsch : In Schönewalde bei Sonnewalde bei Finsterwalde in Südbrandenburg.

Welche Erinnerungen haben Sie an die alte Heimat?

Robert Beitsch : Viel Freiraum und Natur, was ich jetzt im Stadtleben vermisse. Es war eine schöne Kindheit dort. Ich bin dann mit 15 nach Berlin gegangen, das war dann perfekt. Ich habe Tanten und Onkel da, war also nicht ganz alleine. Ich bin aber sehr froh, dass mich meine Eltern letztlich dabei unterstützt haben.

Sind Sie noch ab und zu in der alten Brandenburger Heimat?

Robert Beitsch : Ich versuche, so oft es geht Eltern und alte Freunde zu besuchen. Das ist aber seit der alten Staffel „Let‘s Dance“ schwer geworden, weil ich seitdem extrem viele Anfragen habe und die Aufträge auch sehr gerne annehme.

„Let‘s Dance“ war also für Sie ein Karriere-Katapult?

Robert Beitsch : Auf jeden Fall. Mich erreichen seitdem viel mehr Show-Anfragen für Bälle, Kongresse oder Firmen-Events. Das sind dann schon mal riesige Tanzkurse mit 500 Leuten.

Von Michaela Grimm

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur
www.esprit.de
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg