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Kultur Er schuf den Detektiv Kayankaya
Nachrichten Kultur Er schuf den Detektiv Kayankaya
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19:27 17.01.2013
BERLIN

Er hinterlässt ein erstaunlich breites und facettenreiches Werk.

1996 legte Arjouni mit „Magic Hoffmann“ einen Roman vor, wie ihn seinerzeit die Feuilletons herbeisehnten. Keine anstrengend zu lesende Kopfgeburt, sondern eine spannende, alltagsnahe Geschichte um einen sympathischen Anti-Helden, den es in das turbulente Berlin der Wendejahre verschlägt.

Dabei galt Arjouni zu diesem Zeitpunkt schon längst als versierter Krimi-Schreiber. Mit seiner Ermittlerfigur Kemal Kayankaya, der kein Wort Türkisch spricht, aber oft mit Rassismus konfrontiert wird, tauchte er tief in die Realität der deutschen Multikulti-Gesellschaft ein. Seine Fälle handeln in Frankfurt am Main. Sein Erstling, „Happy Birthday, Türke!“ (1985), den er mit Anfang 20 vorgelegt hatte, wurde von Doris Dörrie verfilmt. Mit „Bruder Kemal“ erschien im letzten Jahr der fünfte Kayankaya-Krimi, in dem Gut und Böse bis zur Unkenntlichkeit vermengt werden.

Der Autor Jakob Arjouni verfügte persönlich über keinen Migrationshintergrund. Der Sohn des Dramatikers Hans Günter Michelsen besuchte die wegen der Missbrauch-Skandale inzwischen berüchtigte Odenwaldschule. Den Nachnamen nahm Arjouni von seiner Ex-Frau an, die aus Marokko stammt.

Als Erzähler und auch als Dramatiker griff er immer wieder brisante gesellschaftliche Themen auf, ohne damit eine moralische Belehrung zu verbinden. Er verstand sich auf Schwarzen Humor, flotte Dialoge, den Aufbau von Spannung und ungeschraubtes Fabulieren. Sein literarisch vielleicht wertvollstes Buch ist der Roman „Der heilige Eddy“ (2009). Diese luftig-leichte Berlin-Komödie um einen Straßenmusiker und Trickbetrüger verbindet eine Liebesgeschichte mit unausstehlichem Heuschrecken-Kapitalismus. Weil Arjouni Arme und Reiche, Deutsche und Zugewanderte in seinen Büchern auftreten lässt, kamen sie dem Ideal des Gesellschaftsromans recht nahe. (Von Karim Saab)

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