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Kultur Erderwärmung auf dem Schirm
Nachrichten Kultur Erderwärmung auf dem Schirm
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06:00 11.04.2016
Spritschleudern gehören nicht zu den Arten mit Zukunft. Quelle: CMF
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Potsdam

Irgendwann klagt die Erde dem Kollegen Mars ihr Leid: „Mensch geht mir auf die Nerven“, postet der Planet. „Hab dich gewarnt: Früher oder später kommst du in Schwierigkeiten, weil du so gastfreundlich bist“, heißt es zurück. Chats in dieser Art machen den Film „Earthbook“ der Potsdamer Climate Media Factory (CMF) so sehenswert. In der Aufmachung der Benutzeroberfläche eines sozialen Netzwerkes wie Facebook freut sich der Globus über die erste Begegnung mit dem Menschen und stöhnt über ihre nicht immer ganz einfache Beziehung miteinander, das mitunter verantwortungslose Verhalten des Homo sapiens gegenüber Lebenraum und dessen Ressourcen. Mehr als 300 000 Klicks, also Aufrufe, hat der Streifen innerhalb weniger Tage auf dem Videoportal Youtube gehabt.

Earthbook ist nur ein Beispiel dafür, wie die von Wissenschaftlern des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf gegründete CMF versucht wissenschaftliche Zusammenhänge der Erderwärmung auf unterhaltsame Weise und durchaus mit Spaß zu vermitteln. „Es gibt viele gute Dokumentationen über den Klimawandel, die aber oft die Menschen nicht erreichen, die wir erreichen wollen“, sagt der Klimaforscher Jürgen Kropp vom PIK, der die Unternehmergesellschaft zusammen mit Klaus-Dieter Müller von der Filmuni vor rund vier Jahren aus der Taufe gehoben hat.

Mittlerweile steht die Firma, die mit viel Erfolg für Forschungseinrichtungen, Regierungsinstitutionen, Behörden und Unternehmen weltweit und in Europa Erkenntnisse der Klimaforschung mit populären Kommunikationsmitteln Laien vermittelt, an einem Wendepunkt. Vor dem Hintergrund der spätestens seit dem vergangenen Klimagipfel im Dezember in Paris in konkrete Maßnahmen mündenden Bemühungen gegen die Erderwärmung steht ein weiterer Ausbau des Unternehmens mit bislang vier Beschäftigten aus Natur- und Medienwissenschaften sowie der Informatik im Raum. „Nach vier Jahren kann man sagen, es funktioniert“, weiß Kropp im Anbetracht der schwarzen Zahlen von CMF.

Viele wichtige Auftraggeber

Die Liste der Auftraggeber der Climate Media Factory ist recht eindrucksvoll. Das Lernangebot der Potsdamer Firma haben bislang unter anderem das mobile Wissenschaftszentrum BMW Guggenheim Lab, die Weltbank, die Otto von Guericke-Universität Magdeburg oder die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) genutzt.


Für die GIZ ist ein Animationsfilm „We know enough about climate change – it is time for decisions now! (Wir wissen genug über den Kimawandel – jetzt ist Zeit für Entscheidungen) entstanden. Auf dem Bildschirm entstehende Bleistiftzeichnungen machen Realität und Konsequenzen des Klimawandels deutlich.

In einer Initiative namens „Green Film“ wendet sich die CMF zudem an die Macher von Film und Fernsehen, um Produktionen klimafreundlicher zu machen. Zum Start wurde eine Checkliste erstellt, die fragt was die größten Kohlendioxid-Verursacher entsprechender Vorhaben sein werden und wie man sie gegebenenfalls vermeiden kann. Die Vorschläge erstrecken sich über einsparbare Reisewege der Beteiligten, den Einsatz von Telefon- und Videokonferenzen bis hin zu klimafreundlicheren Ausstattungen.

Für die Präsentation von Strategien und Taktiken gegen den Klimawandel und entsprechende Schulungen in Unternehmen, Behörden und Bildungseinrichtungen und Unternehmen treffen die Konzepte von CMF, Fachwissen mit neuen Medien, Informationsservices, Spielen und elektronisch unterstütztem Lernen zu vermitteln, auf wachsendes Interesse. „In Schulen sind die Konzepte für den Unterricht genauso gefragt wie in Firmen und Institutionen für die Weiterbildung der Mitarbeiter“, weiß Kropp. Den Erfolg dokumentieren auch Preise wie etwa der renommierte Clean-Tec-Award, welcher der CMF 2012 verliehen wurde.

Die Anfänge der CMF wurden durch das Bundesforschungsministerium und die europäische Innovationsinitiative Climate-KIC im Rahmen von Wissenschaftsprogrammen gefördert. Mittlerweile haben die Angebote des Unternehmens aber auch ganz konkreten Alltagsgebrauchswert für den interessierten Nutzer. Mit dem Online-Werkzeug Global-Calculator etwa werden die Klimafolgen von Verhaltensänderungen bei Reisen, Ernährung oder Energienutzung ganz unmittelbar erfahrbar. Einzelne Maßnahmen lassen sich in Sekundenschnelle kombinieren und zeigen mögliche Zielkonflikte oder Synergieeffekte. Der Monster-Western „Outlaws“ verdeutlicht mit Spannung, dass es neben Kohlendioxid noch eine Reihe anderer Luftschadstoffe gibt, die Gesundheit und Klima bedrohen.

Für Kinder wurde der Prototyp des Spiels Wimmelwelt Energie entwickelt. In einem bunten Stadtleben, in dem es viele spannende Entdeckungen zu machen gilt, gibt es integrierte kleine Mini-Games. Durch Pusten ins Mikrophon des Tablet-Computers etwa können Windkraftanlagen betrieben und so ein ganze Häuser erleuchten werden. Kurze Hilfstexte halten Erklärungen für die Eltern bereit. „Klimawandel wird nicht mehr nur als wissenschaftliches Problem angesehen, sondern als Herausforderung an die Gesellschaft und den einzelnen Menschen“, sagt Kropp. Veränderung beginne im Kopf und dazu seien ein frühes Problembewusstsein sowie Offensiven in Bildung und Ausbildung nötig.

Von Gerald Dietz

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