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Kultur Erfolgreiche Potsdamer Kinos – Bond sei dank
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19:53 07.01.2016
George Clooney spielt in „Hail, Cesar!“ mit – ab 18. Februar im Thalia-Kino. Quelle: UPI
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Babelsberg

Nie mehr Schlange stehen im „Thalia“: Kinofans können ihre Tickets seit kurzem online (per Sofortüberweisung, Kreditkarte, PayPal) kaufen: Daheim ausdrucken, am Einlass vorzeigen, fertig! Eine erhebliche Erleichterung, wenn man keine Lust aufs Warten hat. Nur für die Leckerei zum Filmgenuss, für die muss man sich dann doch immer noch anstellen.

Rund 144 000 Filmfans besuchten das „Thalia“ 2015 – rund 7000 weniger als im Rekordjahr 2014. Dennoch ist Kinochef Thomas Bastian zufrieden: „Wir haben die Krise der Programmkinos umschifft, andere haben deutlich schlechter abgeschnitten.“ Der Grund: 2015 war das Jahr der Mega-Blockbuster: „Bond: Spectre“ und „Star Wars VII“ spielte das Babelsberger Traditionshaus zwar, verzichtete aber bewusst auf deutschen Mainstream wie „Honig im Kopf“ und „Fack ju Göhte 2“. Dafür liefen einheimische Perlen wie die Gesellschaftssatire „Heil“ und die Bestsellerverfilmung „Als wir träumten“. Mit rund 8000 Besuchern eroberte die Schulkomödie „Frau Müller muss weg“ die hausinternen Charts. Auch ganz vorn dabei war der Studio Babelsberg koproduzierte Agententhriller „Bridge of Spies – Der Unterhändler“. 370 Filme zeigte das „Thalia“.

2016 will Bastian das Programm entschlacken, etwa die Kurzfilmreihe rauskicken: „Nur zwischen sieben und 15 Besucher pro Abend können wir uns nicht leisten.“ Das im Oktober eingeführte „Kinderwagenkino“ – Eltern dürfen Dienstagvormittags ihre Babys zum Filmvergnügen mitbringen – funktioniert gut wie der „Russische Salon“. Ein Renner sind die Übertragungen aus der New Yorker Metropolitan Opera mit durchschnittlich 110 Besuchern.

Cineasten dürfen sich auf feine Kinokost im „Thalia“ freuen: Am 18. Februar starten die stargespickte Hollywood-Satire „Hail, Caesar!“ – Eröffnungsfilm der 66. Berlinale (11. bis 21. Februar) – und der Thriller „Colonia Dignidad“ über die abgründige deutsche Sekte im Süden Chiles an. Der von der Babelsbergerin Manuela Stehr geführte X Verleih schickt mit „Mademoiselle Hanna und die Kunst, Nein zu sagen“ (ab 14. Januar) und „Ein Hologramm für den König“ (28. April) ebenfalls tolle Filme ins Rennen um die Gunst des „Thalia“-Publikums.

Über ein „besonders erfolgreiches“ Jahr freut sich René Pilz, Leiter der Potsdamer UCI Kinowelt. Rund 470 000 Besucher strömten 2015 in das Multiplex in den Bahnhofspassagen, um Blockbuster wie „Spectre“, „Mockingjay 2“, „Star Wars“ oder „Honig im Kopf“ zu sehen. Auf dem Spielplan standen außerdem Opern- und Konzertaufführungen, Live-Online-Games wie „League of Legend“, „die ein neues Publikum an die große Kinoleinwand heranführen“, sagte Pilz.

Von Ricarda Nowak

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