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Die schönsten Diven der Filmgeschichte

„Best Actress“ in der Deutschen Kinemathek Die schönsten Diven der Filmgeschichte

Schauspielerinnen müssen schön und jung sein, um einen Oscar abzubekommen. Aber es gib auch ein paar wenige Ausnahmen. Die Ausstellung „Best Actress – Oscars. Rollen. Bilder.“ in der Deutschen Kinemathek wirft einen kritische Blick auf die Geschichte des begehrtesten Preises der Filmindustrie.

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Cate Blanchett bekam den Oscar 2014 für ihre Rolle in „Blue Jasmin“. Das Kleid, das sie zur Verleihung trug, ist in der Berliner Ausstellung zu sehen.

Quelle: EPA

Berlin. Als Sängerin, Prostituierte, Nonne oder Adelige stehen die Chancen auf einen Oscar ganz gut. Zumindest waren das die am häufigsten dargestellten Berufsgruppen, mit denen es Schauspielerinnen seit 1929 zu einem Academy Award brachten. Mit Charlize Theron als und in „Monster“ (2004) gab es bislang nur eine Serienmörderin.

„Frauen sind noch immer häufiger in Opfer- als in Täterrollen zu sehen“, sagt Filmhistorikerin Daniela Sannwald. Sie hat mit ihrem Kollegen Peter Mänz die Ausstellung „Best Actress – Oscars. Rollen. Bilder“ kuratiert, die am Mittwochabend in der Deutschen Kinemathek eröffnet wurde. 73 wunderbaren Aktricen, die für ihre darstellerischen Leistungen den begehrtesten Filmpreis der Welt bekamen, wird der rote Teppich ausgerollt.

Bilder in der Ausstellung „Best Actress“

Bilder in der Ausstellung „Best Actress“.

Quelle: dpa-Zentralbild

Die Ausstellung offenbart Konstanten und Veränderungen in Hollywoods Frauenbild, in dem sich immer auch gesellschaftliche Tendenzen widerspiegeln, so Daniela Sannwald. Seltenheitswert haben in Filmen nach wie vor sowohl mörderische als auch mächtige Frauenfiguren. Aber wenn, dann gibt’s einen Oscar – wie 2007 für Helen Mirren als „The Queen“. Damit wird ein zweites Hollywood-Problem offenbar – das Alter: Zwar durfte Jessica Tandy mit 80 Jahren („Miss Daisy und ihr Chauffeur“, 1990) als älteste Schauspielerin über einen Oscar jubeln, doch leider gilt immer noch: Rollenauswahl und Oscar-Chancen für Ü-40-Jährige sind begrenzt.

Liza Minelli gewann den Oscar 1973 für ihre Rolle in „Cabaret“

Liza Minelli gewann den Oscar 1973 für ihre Rolle in „Cabaret“.

Quelle: Deutsche Kinemathek

Zuvor war die bilderreiche Schau im Turiner Museo Nazionale del Cinema gezeigt worden, für Berlin wurde sie inhaltlich erweitert. Außerdem gab es in Italien keinen echten Oscar zu bestaunen. In der Kinemathek glänzt in einer mehrfach gesicherten Vitrine Susan Sarandons Goldjunge, den die US-Amerikanerin 1996 für die Rolle einer Todesstrafengegnerin im Drama „Dead Man Walking“ erhielt. Etliche Künstlerinnen hatte Daniela Sannwald um eine Leihgabe gebeten – allein „Best Actress“ Susan Sarandon war dann so freundlich. Unter Glas befinden sich darüber hinaus textile Schätze – Filmkostüme wie Kate Winslets Tweedkleid aus der Studio-Babelsberg-Koproduktion „Der Vorleser“ (2009), oder die edle schwarze Valentino-Robe, in der Julia Roberts 2001 ihren Oscar für „Erin Brokovich“ entgegennahm.

Academy Award

1929 wurden die Academy Awards zum ersten Mal verliehen. Zu den Stammkategorien gehörte von Anfang an der Oscar für die beste Schauspielerin. Bei 87 Verleihungen gewannen 73 Aktricen – Katharine Hepburn durfte gleich viermal über einen Goldjungen jubeln: 1934, 1968, 1969, 1982.

Einzige Deutsche unter den Oscar-Gewinnerinnen war Luise Rainer, die 1937 und im Jahr darauf „Best Actress“ wurde.

Über den Oscar für Kate Winslet 2009 in „Der Vorleser“ freute man sich hierzulande besonders: Studio Babelsberg hatte Stephen Daldrys Bestsellerverfilmung koproduziert.

Die Ausstellung „Best Actress – Oscars. Rollen. Bilder“ ist bis zum 1. Mai 2016 in der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen, Potsdamer Platz 2, in Berlin zu sehen. Öffnungszeiten: Di.-So. 10-18, Do. 10-20 Uhr.

Am 10. Januar 2016 startet im Bundesplatz-Kino, Bundesplatz 4, 10715 Berlin, eine begleitende Filmreihe – sonntags, 15.30 Uhr. rn

Ein Garant für fortdauernden Ruhm sind die Goldjungs jedoch nicht. Wohl nur Filmfreaks erinnern sich an Luise Rainer (1910-2014) – einzige deutsche Oscar-Gewinnerin. Mitte der 1930er floh die jüdische Künstlerin vor den Nazis in die USA. Es folgte eine kurze, aber heftige Hollywood-Karriere samt zweier Oscars in Folge (1937/38). Und auch die erste Preisträgerin Janet Gaynor, die 1929 für gleich drei Filme ausgezeichnet wurde, geriet in Vergessenheit. Dank nicht abreißender Glanzrollen seit Jahrzehnten sehr gegenwärtig ist Meryl Streep. Sie bringt es inzwischen auf 15 Oscar-Nominierungen - Rekord. Zweimal gewann sie.

Vivian Leigh als Scarlett O’Hara in „Vom Winde verweht“ (1940)

Vivian Leigh als Scarlett O’Hara in „Vom Winde verweht“ (1940).

Quelle: Deutsche Kinemathek
Dieses Kleid Trudg Vivian Leigh in „Vom Winde verweht“ 1940

Dieses Kleid Trudg Vivian Leigh in „Vom Winde verweht“ 1940. Nun kann man es in der Ausstellung bestaunen.

Quelle: dpa-Zentralbild

1953 wurde die Oscar-Gala erstmals im US-amerikanischen und im kanadischen Fernsehen übertragen. Inzwischen verfolgen weltweit mehr als eine Milliarde Menschen die glamourösen Verleihungen an den Bildschirmen. Ein schönes Potpourri aus Dankesreden, Versprechern und Verstolperern ist in der Ausstellung zu sehen. Auch und gerade mit der Trophäe in der Hand gilt für die Stars: „Gespielt wird immer“, so Daniela Sannwald.

Von Ricarda Nowak

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